Öffentliche Räume im Mittelpunkt

Vorzeigeprojekt mit Strahlkraft: Remblinghauser „P“ bei digitaler Kulturkonferenz im Fokus

Im Zeichen der Muschel haben die Remblinghauser mit ihrem Dorfplatz „eine Anlaufstelle für alle Menschen – von jung bis alt – geschaffen, die Lebensqualität im Ort sichert und die Aufenthaltsqualität steigert“, heißt es in der Projektbeschreibung des LWL.
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Im Zeichen der Muschel haben die Remblinghauser mit ihrem Dorfplatz „eine Anlaufstelle für alle Menschen – von jung bis alt – geschaffen, die Lebensqualität im Ort sichert und die Aufenthaltsqualität steigert“, heißt es in der Projektbeschreibung des LWL.

Eine Bauzeit von 142 Tagen, Gesamtkosten von 127.000 Euro und 1087 ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden – die Umgestaltung des alten Dorfplatzes von Remblinghausen zum muschelförmigen Pilgerrastplatz und Begegnungsort mit Einweihung im April 2018 kann als Musterbeispiel für das Zusammenwirken einer engagierten Dorfgemeinschaft vor dem Hintergrund der eigenen Heimatgeschichte betrachtet werden.

Remblinghausen – Um die Erfolgsfaktoren für dieses Vorzeigeprojekt aus dem 1671-Seelen-Örtchen bei Meschede näher zu beleuchten, hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die Verantwortlichen eingeladen, im Rahmen der renommierten Westfälischen Kulturkonferenz mit dem Leitgedanken „Zusammenkommen! Kultur gestaltet öffentliche Räume“ die Idee und Umsetzung des „Projekt P“ in Form eines Online-Forums vorzustellen.

Ursprünglich war diese Präsentation bereits für das vergangene Jahr analog und vor Ort geplant, doch die Corona-Pandemie machte dem Vorhaben schon damals einen Strich durch die Rechnung. So werden nun am kommenden Mittwoch, 5. Mai, ab 16 Uhr unter dem Motto „Aktiv werden für die Zukunft des Dorfes: der Pilgerrastplatz im Jakobusdorf Remblinghausen“ Petra Hanses vom Heimatverein Remblinghausen, Jonas Wrede von der Pfarrjugend, Michael Stratmann als Vertreter des Bezirksausschuss Remblinghausen sowie Meschedes Bürgermeister Christoph Weber im Beisein von Ulrike Steinkrüger (M. A., Altertumskommission für Westfalen) und Dr. Anne Mollen (wissenschaftl. Referentin für Bürgerschaftl. Engagement “Kultur in Westfalen“) virtuell über das Projekt, den Ablauf und die damit verbundenen Ziele aufklären.

In einer anschließenden Gesprächsrunde erhalten Besucher die Gelegenheit für Fragen. Zudem wird ein kleiner Imagefilm von Martin Deventer mit Informationen über den Ort an sich und das Projekt gezeigt. Während das Online-Forum selbst nur für diejenigen zugänglich ist, die sich bis zum 23. April dafür angemeldet haben, ist der Filmclip für alle Interessierten auf dem digitalen Marktplatz der Kulturkonferenz verfügbar.

Jeder Ort hat etwas, das ihn auszeichnet und besonders macht.

Petra Hanses, Heimatverein Remblinghausen

„Wir freuen uns sehr über die tolle Möglichkeit, die uns der LWL hier bietet, die touristische Strahlkraft Remblinghausens in Verbindung mit der Stärkung des Pilgergedankens zu präsentieren“, erklärt Petra Hanses. „Wir möchten Ansprechpartner für Projekte dieser Art sein und vielleicht gelingt es uns ja sogar, Inspirationen und Anregungen für andere Dorfgemeinschaften zu bieten“, so die Vorsitzende Heimatvereins. Denn eines ist für Petra Hanses klar: „Jeder Ort hat etwas, das ihn auszeichnet und besonders macht.“

In Remblinghausen ist dies vor allem die Kombination aus Gemeinschaftsgefühl und eigener Heimatgeschichte. Denn das Jakobusdorf liegt an einem der sieben rekonstruierten Jakobspilgerwege in Westfalen. Genau dieser Grundgedanke sollte auch bei der Umgestaltung des in die Jahre gekommenen Dorfplatzes im Mittelpunkt stehen. Deshalb wurde für das Projekt nicht nur ein eigener Verein gegründet, sondern es konnten und sollten sich auch alle Bewohner einbringen.

„So war eine gewisse Transparenz in den Ort gewährleistet. Das selbstbestimmte Gestalten des Platzes durch die vielen Vorschläge hat ihn erst zu dem gemacht, was er heute ist – eine generationenübergreifende Anlaufstelle, für dessen Instandhaltung und Pflege sich jeder im Ort in gewisser Weise verantwortlich fühlt“, erläutert Petra Hanses. Darüberhinaus seien Netzwerke entstanden, die bis heute in vielfältiger Form aufrechterhalten werden. Die Vorsitzende des Heimatvereins ist deshalb überzeugt: „Engagement schafft nicht nur Freude, sondern auch Freunde.“

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