Trotz starker Herausforderungen

Solides Wachstum trotz Corona: Volksbank Sauerland eG zeigt sich mit Geschäftsentwicklung „zufrieden“

Volksbank Sauerland eG
 Geschäft Bilanz Jahresergebnis Vorstand Reitz Müller
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Zeigen sich mit der Geschäftsentwicklung und dem Jahresergebnis zufrieden: Die beiden Vorstandsmitglieder Michael Reitz (r.) und Dr. Florian Müller.

Mit der angekündigten Umwandlung der Filialen in Endorf, Freienohl, Eversberg und Wiemeringhausen von personenbesetzten Zweigstellen zu sogenannten SB-Filialen zum 30. September 2021 sorgte die Volksbank Sauerland eG zuletzt für eher unerfreuliche Schlagzeilen. Überwiegend positiv fiel hingegen jetzt die Bilanz des herausfordernden Corona-Jahres aus.

Hochsauerland – Trotz starker Herausforderungen schließt die genossenschaftliche Regionalbank im Sauerland mit einem soliden Wachstum und einem Ergebnis leicht unterhalb des Niveaus des Vorjahres ab.

„Wir sind mit unserer Geschäftsentwicklung und dem Ergebnis zufrieden“, erklärten die beiden Vorstandsmitglieder Michael Reitz und Dr. Florian Müller während des Bilanzpressegesprächs, dass aufgrund der Corona-Pandemie als Videomeeting stattfand. Angesichts der Krise sei es wichtig gewesen, unbürokratische Lösungen und Hilfen für die Kunden zu finden.

Bilanzsumme

Die Bilanzsumme der Volksbank Sauerland eG stieg gegenüber dem Vorjahr um 13,4 Prozent (+219,6 Millionen Euro) auf über 1,864 Milliarden Euro an. Das seien beste Aussichten für die Zukunft, zumal bei den Kundenkrediten als auch bei den Kundeneinlagen in 2020 ein nachhaltiges Wachstum verzeichnet werden konnte. Im Kreditgeschäft verbuchte die Volksbank ein Plus von 6,1 Prozent. Damit stiegen die Kredite (ohne vermittelte Darlehen) über alle Kundengruppen hinweg auf fast 1,2 Milliarden Euro.

„Wir haben die Schallgrenze von einer Milliarde Euro aus dem letzten Jahr noch einmal deutlich übertroffen und freuen uns, dass die Bank auch im außergewöhnlichen Jahr 2020 ihre Rolle als Finanzierer der heimischen Wirtschaft gut erfüllt hat. Als Regionalbank tragen wir eine besondere Verantwortung für die Kreditversorgung der hiesigen Unternehmen und privaten Kunden“, so Vertriebsvorstand Michael Reitz.

Zuwächse

Im bilanzwirksamen Geschäft konnten die Zuwächse ebenfalls gesteigert werden. Nach Abzug der Tilgungen und Endfälligkeiten bestehender Kredite ergab sich ein Kreditwachstum von netto 69,7 Millionen Euro auf ca. 1,2 Milliarden Euro. Für private Immobilienfinanzierungen (Neubauten, Kauf von Immobilien, Umbauten) wurden 90 Millionen Euro an neuen Krediten bereitgestellt, davon entfielen 49 Millionen Euro auf die genossenschaftlichen Verbundpartner wie die Bausparkasse Schwäbisch Hall und die Münchner Hypothekenbank. Das Gesamtkreditvolumen betrug zum Jahresende 1,54 Milliarden Euro (+ 74,2 Millionen Euro).

Einlagegeschäft

Auch im Einlagengeschäft setzte sich trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase der positive Trend fort. Insgesamt nahmen die Kundeneinlagen um 124,5 Millionen Euro (+ 10,9 Prozent) auf 1,27 Milliarden Euro zu. Das Kundengesamteinlagenvolumen wurde mit 2,03 Milliarden Euro erneut ausgebaut (+ 9,3 Prozent bzw. 172,1 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr).

„Wir haben unsere Mitglieder und Kunden intensiv beim Vermögensaufbau und bei der Vermögensanlage begleitet. Dabei stellen Wertpapiere seit Jahren eine wichtige Alternative zu Bankeinlagen im Anlagemix dar“, erklärte Vertriebsvorstand Michael Reitz.

Man habe 2020 insgesamt die höchste Sparquote aller Zeiten mit 21 Prozent erreicht. Die Erwartung im Jahr 2021 beziffere sich laut Reitz allerdings auf 17 Prozent.

Betriebsergebnis

Das Geschäftsjahr 2020 hat die Volksbank Sauerland mit einem Betriebsergebnis vor Bewertung von 11,3 Millionen Euro abgeschlossen. Der Zinsüberschuss lag mit 23,7 Millionen Euro knapp unter dem Vorjahresniveau. Der Provisionsüberschuss schloss mit 10,6 Millionen Euro identisch wie im Vorjahr ab. Auch der Verwaltungsaufwand (Personal- und Sachaufwand) lag mit 26,1 Millionen Euro auf Vorjahresniveau.

„Das Ergebnis von 11,3 Millionen Euro entspricht nicht ganz unserem Anspruch; ist aber zufriedenstellend angesichts der Rahmenbedingungen“, so Dr. Florian Müller.

Immobilien

Auch im Immobilien- und Versicherungsgeschäft setzte die Volksbank Sauerland eG auf zukunftsträchtige Investitionen. Mit einem breiten Netzwerk wolle man dazu beitragen, die Infrastruktur in der Region zu gestalten. Meilensteine im letzten Jahr waren der Bau eines Kindergartens in Meschede sowie die Bereitstellung eines neuen Wohnbaulandes in Neheim-Moosfelde mit 26 Grundstücken. „Wir wollen die Region mit unserem Know-How gestalten und dadurch einen Mehrwert schaffen. Die Volksbank ist in der Region fest verankert“, ergänzte Müller.

Vereinsförderung

Mit knapp 200.000 Euro hat die Volksbank Sauerland rund 500 Vereine, Institutionen und Initiativen im vergangenen Jahr unterstützt. Man wolle die Vereinsförderung auch zukünftig in den Orten beibehalten, in denen Filialen geschlossen wurden. „Highlight“ der lokalen Unterstützung im Jahr 2020 war die Auflegung des Corona-Hilfsfonds, bei dem 35.000 Euro an knapp 20 Vereine zusätzlich ausgeschüttet wurden.

Digitalität

„Wir haben trotz der Herausforderungen der Pandemie weiterhin Innovationen umgesetzt. Mit den neuen Kontomodellen wurde ein Mitgliedermehrwertprogramm eingeführt, dass unseren Mitgliedern und Kunden viele Vorteile bietet“, erklärten die Vorstandsvorsitzenden.

Das „Digitale Netzwerk“ für Mitglieder sowie die Einführung der Service Interaktiv Systeme (VR-SISy’s) sorge für Transparenz und schaffe Vertrauen insbesondere bei jüngeren Kunden. In den Kompetenzzentren in Hüsten, Neheim, Arnsberg, Sundern und Meschede haben die Kunden durch SISy’s so die Möglichkeit, mit einem Mitarbeiter der Volksbank per Bildschirm in einer separat aufgestellten Box zu sprechen.

Alle Dienstleistungen (außer Einzahlungen) können so ohne persönlichen Kontakt vollzogen werden. Fast 3.500 Kundenbesuche in den SISy’s konnte die Volksbank im Jahr 2020 verbuchen. Weitere Kompetenzzentren wie z.B. in Bestwig sollen im Laufe dieses Jahres ebenfalls mit der neuen Dienstleistung ausgestattet werden.

Corona-bedingt wurde die Vertreterversammlung im Jahr 2020 als digitale Veranstaltung durchgeführt. Über 100 Vertreter nahmen an der Versammlung teil und gaben online ihre Stimmen ab.

„Unser stabiles Ergebnis ermöglicht es uns auch für das Geschäftsjahr 2020 wieder eine attraktive Dividende an unsere über 35.000 Mitglieder auszuschütten“, verkündete Volksbank-Vorstand Michael Reitz.

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