?Warum hilft denn keiner??

Ein Großaufgebot von rund 230 Einsatzkräften rückte auf das Brauereigelände zur Übung vor. Fotos: Christian Weber

Schmerzverzerrte Gesichter, schreiende Menschen, verätze Haut ? viele der Rettungskräfte mussten bei der Katastrophenschutz-Übung auf dem Gelände der Brauerei Veltins in Grevenstein an ihre physischen und psychischen Grenzen gehen.

Den rund 230 Einsatzkräften von Feuerwehr, DRK, Malteser und THW machte neben der simulierten Katastrophen-Situation vor allem auch die Hitze zu schaffen. Bei rund 35 Grad im Schatten erreichte die Feuerwehren der Alarmruf der Leitstelle. Die angenommene Ausgangslage: Im Reinigungsmittellager der Brauerei tritt ein unbekannter Stoff aus. Rund 25 Personen sind mit dem Stoff in Berührung gekommen, erleiden Verätzungen, müssen dekontaminiert werden.

Zug III der Feuerwehr Meschede trifft zuerst am Unglücksort ein und muss nach Absicherung der Unfallstelle die Betroffenen unter Vollschutz mit Chemikalienschutzanzügen aus dem Gebäude retten ? bei den herrschenden Temperaturen eine mehr als schweißtreibende Aufgabe. Die Verletzten, vortrefflich gemimt von Mitgliedern der DLRG und des DRK, werden im Schatten zusammengeführt und abgekühlt. Wimmernd und verängstigt fragen sie ?Warum hilft denn keiner?? oder ?Was ist denn passiertß? ? unter realen Bedingungen eine belastende Arbeit für die Rettungskräfte.

Währenddessen baut der Katastrophenschutz den Dekontaminations-Container auf. Nach und nach werden die verletzten Personen durch die Duschen des Containers geführt und dekontaminiert. Das DRK wird sich dann um die Verletzen kümmern.

Neben einigen Zuschauern, unter ihnen Meschedes Bürgermeister Uli Hess, waren auch ?Beobachter? am Ort, die die Übung aktuell analysieren und einen Bericht folgen lassen werden. Darunter Vertreter der Stadt Meschede, des Kreises, der Bezirksregierung und der Bundeswehr. Ihr Resümee der Übung folgt also noch.

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