Station in Meschede-Schüren

Jagd nach sieben Weltrekorden: Elektro-Flugzeug landet auch im Sauerland

Auf dem Weltrekordflug von den Alpen an die Nordsee macht die Crew mit ihrem Elektroflugzeug auch in Meschede-Schüren Station.
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Auf dem Weltrekordflug von den Alpen an die Nordsee macht die Crew mit ihrem Elektroflugzeug auch in Meschede-Schüren Station.

Meschede – Der Passagierflug mit batterie-elektrischem Kleinflugzeug ist für die meisten reine Zukunftsmusik. Um zu beweisen, dass sie schon heute Realität ist, machen sich fünf tollkühne Elektro-Enthusiasten am 30. August 2020 mit dem ersten zertifizierten elektrischen Leichtflugzeug auf den Weg. Ganz nebenbei purzeln dabei sieben Weltrekorde aus der Welt der Verbrennerflugzeuge: So braucht ihr Flugzeug für die Strecke der Deutschlandüberquerung – von den Alpen an die Nordsee – weniger als ein Viertel der Energie als herkömmliche Flieger. Im Rahmen der Aktion macht die Crew mit dem Flugzeug auch Stopp auf dem Flugplatz in Meschede-Schüren, und zwar am Montag, 31. August, von 14 bis 16 Uhr.

Im Juni konnte der slowenische Hersteller „Pipistrel” als erster sein neuartiges Modell „Velis Electro” erfolgreich zertifizieren lassen. Die Zertifizierung ist der entscheidende Schritt aus dem Protoypen- und Experimental-Stadium hin zur kommerziellen Nutzung durch Flugschulen und Sportflieger. Um das neue Flugzeug auf Herz und Nieren zu prüfen, hat sich ein Team von Elektromobilisten für ein außergewöhnliches Langstrecken-Experiment zusammengeschlossen.

“Die meisten Kleinflugzeuge fliegen für die Ausbildung oder zum Sightseeing häufig Strecken, die kürzer sind als 200 Kilometer. Das kann man schon heute problemlos elektrisch machen“, findet Morell Westermann, Co-Pilot und Sprecher des Vereins.

Extrem leise und zugkräftiger Antrieb

Alle Vorteile der Elektroautos kommen schließlich auch in der Fliegerei zum Tragen. Der extrem leise und zugkräftige Antrieb ermöglicht hohe Steigleistungen und schont dabei die Ohren der Anwohner: Ein Elektroflieger ist ab etwa 150 Metern Entfernung quasi unhörbar.

Im Gegenzug müssen die Pioniere aber auch alle Herausforderungen der Elektromobilität bewältigen: Die geringere Energiedichte im Zusammenspiel mit dem Gewicht der Akkus führt zu realistischen Reichweiten um die 100 km, die bisher nicht existente Ladeinfrastruktur macht den Weltrekordflug zu einer echten logistischen Herausforderung.

Genaue Flugroute ist im Internet zu finden

Daher wird die Strecke in mehreren Abschnitten abgeflogen, zwischen denen die Flugakkus wieder geladen werden müssen, natürlich nahe eines Rollfeldes. Im ersten Schritt musste das Team daher kleine Sportflugplätze entlang der Strecke finden, die überhaupt über den notwendigen Drehstromanschluss mit bestenfalls 32 Ampère (22 kW) verfügen. Damit können ca. 100 km Reichweite pro Stunde in die Akkus geladen werden. Da noch kein einziger Flughafen über ein entsprechendes Ladegerät verfügt, müssen diese dem Flugzeug während des Weltrekordflugs von der Bodencrew in einem Hase- und Igel-Spiel vorausgefahren werden. Die passenden Fahrzeuge stellt die Firma Tesla zur Verfügung.

An den Landeplätzen entlang der Strecke organisieren bereits viele Elektro-Fans kleine Volksfeste.

Der Weltrekordflug startet am 30. August in der Schweiz vom Flugplatz Schänis, führt über Zürich, Mainz und Münster und wird am 1. September am Flugplatz Norderney begeistert erwartet. Die genaue Route ist unter https://elektro-weltrekordflug.eu/route einsehbar.

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