Ein Sturm der Entrüstung

Windkraftgegner überreichen 5500 Einwendungen gegen Landschaftsentwicklungsplan

Windkraft LEP
+
Kistenweise stapelte sich der Protest der Windkraftgegner vor dem Kreishaus.

Meschede/Hochsauerland. Gleich mehrere Körbe hat sich Dr. Karl Schneider in dieser Woche abgeholt. Und das sprichwörtlich: Der Landrat nahm im Kreishaus etwa 5500 Einwendungen gegen die Windenergie im Landesentwicklungsplan (LEP) entgegen, die unterschiedliche Bürgerinitiativen im gesamten Hochsauerland in den letzten Tagen zusammengetragen hatten. Schneider versprach, die Kisten an die Landesregierung nach Düsseldorf weiterzuleiten.

Auf Initiative der Organisationen „Verein für Umwelt- und Naturschutz Hochsauerland“, „Verein für Umwelt- und Naturschutz Schmallenberg“ sowie „Windflut Elpe“ versammelten sich am Montag zahlreiche Vertreter der Bürgerbewegungen im HSK zur Übergabe der Protestschreiben am Kreishaus in der Steinstraße in Meschede. 

„Die Bürger wollen die Windräder nicht. Das ist Fakt“, erklärte Didi Burmann als Sprecher für Windflut Elpe stellvertretend für alle Anwesenden. Der 56-Jährige macht seit über drei Jahren gegen die geplanten Windkraftanlagen mobil. „Wir wollen dem Landrat klarmachen, dass eine Politik nicht gegen den Willen der Bürger durchsetzbar ist“. 

Dr. Karl Schneider zeigte sich für die massiven Bedenken der Windkraftgegner offen und von der großen Anzahl an Einwendungen beeindruckt. Er versicherte, die Protestschriften fristgerecht bis zum kommenden Freitag, 15. Januar, an die rot-grüne Landesregierung weiterzuleiten. Zugleich betonte der Landrat, dass ihm selbst und dem Kreis in Sachen Windkraft lediglich eine Vermittlerrolle zukommt. Die Planungshoheit obliege den jeweiligen Kommunen. Außerdem verwies Schneider auf die verbindliche Gesetzgebung der Landesregierung sowie den neuen Windenergie-Erlass NRW vom 4. November 2015. Er warnte vor zu viel Kritik. „Mit einer reinen Verhinderungsstrategie wird man beim Thema Windkraft ins Leere laufen“, so der Landrat. 

Landrat Dr. Karl Schneider (r.) nahm die Einwendungen im Kreishaus entgegen.

Das wissen auch die Windkraftgegner. Ihr einhelliges Fazit lautete: „Mehr können wir nicht tun und mehr kann der Landrat nicht tun. Uns war es wichtig, nochmal ein Zeichen zu setzen: Wir möchten die Natur- und Kulturlandschaft im Sauerland erhalten“. Sie versicherten, ihr Engagement auszubauen und haben deshalb bereits weitere ortsübergreifende Kontakte zu anderen Mitstreitern wie der Bürgerinitiative „Naturpark Homert statt Windpark“ geknüpft. 

Die vorgebrachten 5500 Einwendungen aus dem Hochsauerland kommen unter anderem aus den Ortsteilen Elpe, Brunskappel, Bruchhausen, Wiemeringhausen, Wulmeringhausen, Assinghausen, Bödefeld und Altenfeld.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare