Würdevoller Abschied

Die Gedenkstätte auf dem Nordfriedhof soll als lebendige Erinnerung und Möglichkeit zur stillen Trauer dienen.

Es klingt hart, fast schon herzlos, aber das Gesetz besagt es so: Totgeborene Kinder unter 500 Gramm müssen nicht beerdigt werden. Wie schlimm sich das für betroffene Eltern anhören muss, kann man nur erahnen.

Für das St.-Walburga-Krankenhaus Meschede als katholischem Haus ist dieser Gedanke nicht tragbar. Zusammen mit der Stadt Meschede, ortsansässigen Bestattungsunternehmen sowie Vertretern von Kirche, Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen wurde daher in der Arbeitsgruppe "Sternenkinder" nach einer Möglichkeit gesucht, um trauernden Eltern einen würdevollen Abschied von ihrem Kind und eine adäquate Beisetzung zu ermöglichen.

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe stimmen alle Beteiligten zufrieden: So hat die Stadt Meschede auf dem Nordfriedhof ein Gräberfeld zur Beisetzung zur Verfügung gestellt, auf dem durch den Gartenbaubetrieb Peter Horst eine Gedenkstätte errichtet wurde. Einmal im Quartal werden nun dort alle verstorbenen Kinder, die nach dem Gesetz nicht beerdigt werden müssten, beigesetzt. Voraussetzung ist die Zustimmung der Eltern, die zuvor von den Hebammen über die verschiedenen Möglichkeiten informiert wurden.

Beisetzung mit Trauerfeier

Vor der Beisetzung findet in der Kapelle des Nordfriedhofs eine ökumenische Trauerfeier für die Eltern und Angehörigen statt. Auch für die seelsorgerische Betreuung vor Ort ist gesorgt.

Durch das finanzielle Entgegenkommen der Stadt, der Bestatter Klute, König und Mertens, und des Gartenbaubetriebs Horst ist es möglich, die Bestattung für die Eltern komplett kostenlos durchzuführen. Für Fragen zu den "Sternenkindern" stehen im St.-Walburga-Krankenhaus der Chefarzt der gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung, Kurt Müller (Tel.: 02 91/2 02 16 01), und die Seelsorgerin Theresia Brüggemann (Tel.: 02 91/2 02 22 23) zur Verfügung.

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