Johannes Padberg musiziert im Sinne der guten Sache

Zeit, dass sich was dreht

Auch beim Weihnachtsmarkt in Wallen war Johannes Padberg mit seiner Drehorgel vertreten. Foto: Claudia Metten

Für die Musik hatte Johannes Padberg nach eigenen Aussagen schon immer einen Faible, doch als Busfahrer habe ihm einfach die nötige Zeit dafür gefehlt.

Nun, im Ruhestand, erfülle er sich mit diesem Instrument endlich „einen Kindheitstraum“ – Zeit, dass sich was dreht.

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Den Erlös widmet der Drehorgelspieler aus Wehrstapel denjenigen, die sich eben einen solchen Kindheitstraum aufgrund einer unheilbaren Krankheit nicht mehr erfüllen können – den Gästen des Kinder- und Jugendhospizes Balthasar in Olpe. „Es war mir von Anfang ein großes Anliegen, dort zu helfen, wo Hilfe wirklich benötigt wird“, erklärt der 68-Jährige, der in der Zwischenzeit rund 80 Veranstaltungen im gesamten HSK und auch darüber hinaus besucht hat. Unter anderem war der unermüdliche „Mann mit dem Leierkasten“ beim Südwestfalentag in Bad Berleburg und beim Hansetag in Rüthen zu Gast.

Doch da aller Anfang bekanntermaßen schwer ist, lief auch für Johannes Padberg zunächst nicht alles glatt. Allein die Anschaffung einer Drehorgel glich einer kleinen Odyssee, da nur wenige Musikgeschäfte solche Instrumente führen und diese zudem noch verhältnismäßig teuer sind.

Letztlich kam der Pensionär auf Umwegen zu seinem heutigen Instrument. Zunächst erwarb er eine alte Walzenorgel für 350 Euro, die nur acht Lieder spielen konnte und einer dringenden Restaurierung bedurft hätte. Da eine solche zu hohe Kosten verursacht hätte, bot er das gute Stück auf einer Verkaufsbörse im Internet an – und hatte Erfolg: ein Antiquitätenhändler aus der Schweiz legte sage und schreibe 3400 Euro auf den Tisch. Padberg konnte sein Glück kaum fassen und kaufte von dem Gewinn einem Lehrer seine heutige halbelektronische Drehorgel ab: für weniger als 3000 Euro – in Drehorgelkreisen ein wahres Schnäppchen.

Ziel: 20.000 Euro bis Ende 2014 erspielen

Seitdem zieht Johannes Padberg von Veranstaltung zu Veranstaltung und erfreut die Menschen mit einer Auswahl von über 300 Liedern. Vom Volkslied über Schlager bis hin zu Klassik ist alles dabei. „Besonders gern wird ,Du hast mich 1000 mal belogen’ von Andrea Berg gehört“, sagt Padberg, der bei seinem allerersten Auftritt, einer Veranstaltung im MöbelMarkt Bestwig, 40 Euro erspielte, die MMB-Inhaber Josef Klauke kurzerhand verdoppelte.

Diese Großzügigkeit erlebte der Leierkastenmann aus Wehrstapel noch öfter, sodass ein drei- bis vierstündiger Auftritt mittlerweile mindestens 80 bis 160 Euro in die Spendenkasse spült – häufig auch mehr.

Auch der Wunsch vieler Interessierter, selber einmal die Drehorgel zu spielen, bleibt bei Johannes Padberg nicht unerfüllt. „Sehr viele Menschen sind mir gegenüber sehr freundlich und spendabel“, freut sich der Hobbymusiker. Weil das so ist, hat er sich bis zum Ende des Jahres 2014 das Ziel gesetzt, insgesamt mindestens 20.000 Euro für Balthasar eingespielt zu haben.

Deshalb wird er mit seiner Drehorgel auch bald wieder bei Volksfesten, in Fußgängerzonen und auf Märkten überall im HSK zu finden sein und für musikalische Unterhaltung sorgen – mit Schirm, Charme und Melone sozusagen, wobei das mit dem Schirm nicht so ganz stimmt. „Meine Auftritte sind natürlich sehr vom Wetter abhängig“, gesteht der 68-Jährige. Bisher habe er allerdings bei den knapp 80 Veranstaltungen nahezu immer Glück gehabt – nur einmal habe er aufgrund eines Gewitters aufgeben müssen, erklärt Padberg.

Bleibt das so, wird man ihn auch 2014 wiedersehen – ohne Schirm, dafür mit Charme, Melone und ganz viel Musik.

Wer Johannes Padberg mit seiner Drehorgel buchen oder zu einer privaten oder kommerziellen Veranstaltung einladen möchte, kann unter %  01 51/21 40 00 62 Kontakt mit ihm aufnehmen. (Von Lars Lenneper)

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