„Zum Gewinnerort machen“

Dorfentwicklung soll in Wennemen vorangetrieben werden

Bürgermeister Christoph Weber begrüßte die anwesenden Bürger aus Wennemen, Bockum und Stockhausen. Foto: db

Wennemen. Den demografischen Wandel aktiv gestalten – das ist das Ziel des Dorfentwicklungsprozesses in Wennemen. Bürger und Vereine hatten am vergangenen Dienstag die Chance, zusammen mit Politik und Verwaltung Ideen für die Zukunft von Wennemen, Bockum und Stockhausen zu sammeln.

Nach der Begrüßung durch Ortsvorsteher Peter Schüttler und Bürgermeister Christoph Weber führte Stefan Pletziger, Regionalmanager der LEADER-Region „4 mitten im Sauerland“, in die Thematik ein. Laut einer Statistik verliere der Hochsauerlandkreis jährlich etwa 2.000 Einwohner. Prognosen sagen außerdem, dass bis 2030 die Bevölkerung von Meschede um 16 Prozent sinkt, was ungefähr 5.000 Einwohnern entspricht. Schon heute sei das an Schulschließungen und leerstehenden Häusern erkennbar. Und der Prozess sei nicht mehr aufzuhalten: „Es wird Gewinner- und Verliererortschaften geben“, erklärte Pletziger. Die Bürgerveranstaltung solle dazu beitragen, aus Wennemen einen Gewinnerort zu machen, in dem die Dorfattraktivität gesteigert wird.

Bevor sich das Plenum aufteilte, um in zwei Workshops Ideen zu sammeln, stellte Gisela Bartsch die Ergebnisse der Umfragebögen vor, die im Vorfeld der Veranstaltung an die gesamte Bevölkerung von Wennemen, Bockum und Stockhausen verteilt wurden. Hier ist besonders signifikant, dass von 833 verteilten Bögen, gerade einmal 57 zurückgekommen sind. Und das spiegelte auch in etwa die Anzahl der Anwesenden an diesem Abend wider.

„Man kann es aber durchaus auch so sehen, dass in der Bevölkerung eine gewisse Grundzufriedenheit herrscht“, so Bürgermeister Christoph Weber.

Internetplattform für das ganze Dorf

Die Workshop-Gruppe, die von Gisela Bartsch und Anne Wiegel aus der Verwaltung der Stadt Meschede betreut wurde, kümmerte sich um das Thema „Kommunikation und Gemeinschaft“. Klaus Wahle, ebenfalls Mitarbeiter der Stadt Meschede, betreute die Gruppe für das Thema „Dorfgestaltung und Infrastruktur“.

In beiden Gruppen wurden verschiedene Ideen entwickelt, die am Ende des Abends zusammengetragen wurden: So wurden unter anderem die Reaktivierung des alten Bahnhofs, die Integration des Maibaums auf dem neuen Dorfplatz oder ein Schild mit Sehenswürdigkeiten des Ortes auf dem Dorfplatz, der auch als Einstiegspunkt für den Sauerland-Radring dient, aus der Dorfgestaltungs-Gruppe angesprochen.

Aus dem zweiten Workshop ging zum Beispiel die Idee einer Internetplattform für das ganze Dorf hervor. Außerdem regte die Gruppe an, offene Treffpunkte ohne eine bindende Vereinszugehörigkeit zu schaffen, Zugezogene besser zu integrieren und für Senioren einen Besuchsdienst einzurichten.

Die Ideen sollen nun ausgearbeitet werden, damit sie im kommenden Jahr realisiert und umgesetzt werden können. Dazu ruft Ortsvorsteher Peter Schüttler alle interessierten Bürger auf, sich bei ihm zu melden und ihn dabei zu unterstützen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare