Die Unruhe nach dem Sturm

Der Ruhrverband hat inzwischen 200 Hektar Kyrillflächen natürlich verjüngt

Vor mehr als zehn Jahren hinterließ der Orkan „Kyrill“ auch im Hochsauerland eine Schneise der Verwüstung. Bis zu drei Mal haben die Fachleute des Ruhrverbands in der Zeit nach dem Sturm auf jeder der betroffenen Flächen Pflegemaßnahmen vorgenommen.

Hochsauerland. Mehr als zehn Jahre ist es mittlerweile her, dass der Orkan „Kyrill“ mit Windstärken von bis zu 200 Stundenkilometern über Mitteleuropa fegte und allein in NRW rund 25 Millionen Bäume, vor allem Fichten, wie Streichhölzer brechen ließ. Auch der Ruhrverband als einer der größten Waldbesitzer des Landes war von den Orkanschäden betroffen. 200 Hektar Windwurfflächen wurden inzwischen natürlich verjüngt. Doch es bleibt noch viel zu tun.

Ein Teil der Kahlflächen wurde zur Wiederaufforstung mit Laubholz oder Douglasien bepflanzt, andernorts hat der Forstbetrieb des Ruhrverbands auf die natürliche Aussaat von Bäumen gesetzt. In beiden Fällen tritt in der Regel natürliche Verjüngung auf. Allerdings können die Flächen nicht vollständig sich selbst überlassen werden, weiß Forstbetriebsleiter Johannes Braß: „Im naturnahen Waldbau, den der Ruhrverband seit vielen Jahren betreibt, beschatten große Bäume die unter ihnen wachsenden Pflanzen und regulieren so deren Entwicklung auf natürliche Weise. Auf den Freiflächen, die Kyrill hinterlassen hat, fällt diese Schattenwirkung jedoch weg. Deshalb können neben den jungen Bäumen, deren Wachstum man fördern will, auch Gräser, Stauden, Beerensträucher und alle Arten von Bäumen ungehindert zum Licht wachsen.“ 

"Kulturpflege" in den ersten Jahren

Damit diese Konkurrenz die Entwicklung der erwünschten Baumart nicht beeinträchtigt, mussten die Förster in den ersten Jahren so genannte Kulturpflege betreiben, Maßnahmen wie etwa die sorgfältige Entfernung konkurrierender Pflanzen in direkter Nähe jedes einzelnen Bäumchens. Mittlerweile steht die Jungbestandspflege, die Regulierung schnellwüchsiger Bäume wie Fichten oder Birken, die ansonsten zu viel Schatten werfen würden, im Vordergrund. 

Es gibt noch reichlich zu tun

Es gibt also reichlich zu tun: Bis zu drei Mal haben die Fachleute des Ruhrverbands in den zehn Jahren seit „Kyrill“ auf jeder der betroffenen Flächen Pflegemaßnahmen vorgenommen. Da jedoch jede Fläche anders beschaffen ist und auch jede Baumart spezifische Pflegeansprüche stellt, braucht es für diese Aufgabe gut ausgebildetes Personal mit Fachwissen und Fingerspitzengefühl. Um das zu gewährleisten, finden beim Ruhrverband immer wieder externe und interne Schulungen zur Kultur- und Jungbestandspflege, Workshops mit praktischen Übungen und individuelle Einweisungen auf den Flächen statt.

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