98.000 Kubikmeter Holz auf den Markt gebracht

Gutes Jahr für Forstamt — Bedingungen werden schwieriger

Olsberg. (SK)

Das Forstamt in Olsberg schließt seine Leistungsbilanz für 2006 erfolgreich ab. "Ein wichtiges wirtschaftspolitisches Ziel wurde erreicht. Den heimischen Holzverarbeitern stand ausreichend Holz zur Verfügung. Damit hat der Waldbesitz einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der heimischen Wirtschaft geleistet", heißt es in der Presseerklärung.98.000 Kubikmeter Waldholz hat das Forstamt Olsberg aus den heimischen Wäldern im Jahr 2006 auf den Markt gebracht. Das Ergebnis des Wirtschaftsjahres 2005 wurde damit trotz schwieriger organisatorischer Rahmenbedingungen noch einmal um 10.000 Kubikmeter übertroffen.

Nach Aussage des Forstamtes wurde dabei keinesfalls "über den Durst" genutzt. Viele Waldbestände befinden sich in Altersklassen, in der sie starke Wachstumssteuerungen dringend benötigen.

Sicher könnte nach Aussagen der Förster noch mehr genutzt werden. Aber die Arbeitskapazitäten stoßen an die Grenzen dessen, was den Revierleitern noch zugemutet werden könne. Im Landesbetrieb Wald und Holz NRW werden eben Arbeitskräfte abgebaut. "Vor dem Hintergrund einer boomenden Forst- und Holzwirtschaft und dem hohen Kleinprivatwaldanteil in unserer Region ist dies nur schwer verständlich", mäkelt Volker Holtkämper, Leiter des Forstamtes Olsberg.

Bundesweit größtes Informationszentrum

Wie schon in 2005 war auch in 2006 das Heizholz enorm stark nachgefragt. Seitdem Öl und Gas immer teurer werden, lasse sich der Bedarf kaum decken. "Das muss nicht so sein, denn hier bestehen noch Reserven", so Holtkämper. Zum Beispiel könnten etwa 30 Prozent einer hiebreifen Buche unter normalen Verhältnissen energetisch verwertet werden. "Jedenfalls trägt der Waldreichtum in unserer Region jetzt und in Zukunft zu einer kostengünstigen und nachhaltigen Energieversorgung der Haushalte bei", erörtert Holtkämper.

Die Holzabsatzförderrichtlinie lief zum Jahresende aus. 32 Pellet- und Hackschnitzelkessel wurden in 2006 aber noch investiv gefördert. Auch ein mobiler Hacker für Energiehackschnitzel konnte gefördert werden und steht der Region zur Verfügung.

Was 2007 kommt, ist nach Aussage von Axel Kämmerling, stellvertretender Leiter des Forstamtes, noch nicht sicher. "Es wird neue Richtlinien geben. Sicher ist, dass einige bekannte Zuwendungsmöglichkeiten entfallen. Andere, zeitgemäße Zuwendungsmöglichkeiten kommen jedoch hinzu. Damit scheint vorerst sichergestellt, dass der Waldbesitz auch in den kommenden Jahren, wo es notwendig ist, Unterstützung findet."

Nach zehn Jahren wird das Forstamt den Standort in Olsberg verlassen. Rüthen ist als Sitz eines neuen Forstamtes Soest-Sauerland vorgesehen. Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW wird den Standort Olsberg als Kompetenzzentrum für das Cluster Forst und Holz weiter ausbauen, so dass die erfolgreichen Projekte im Bereich der energetischen Holznutzung weiterentwickelt werden können (der SAUERLANDKURIER berichtete). So entsteht an der Steinhelle zurzeit das bundesweit größte Biowärmeinformationszentrum.

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