Der Traum ist ausgeträumt

FC Ass./Wie./Wu. verliert in Setzen „erhobenen Hauptes“ 1:3

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Die Enttäuschung über den verpassten Aufstieg ist den Kickern des FC Ass./Wie./Wu. direkt nach dem Abpfiff in Setzen ins Gesicht geschrieben.

Setzen/Olsberg. Es hat nicht sollen sein: Der FC Assinghausen/Wiemeringhausen/Wulmeringhausen hat auch den zweiten Matchball für den Aufstieg in die Bezirksliga vergeben und unterlag am Sonntag im Relegationsrückspiel beim Vizemeister der A-Liga Siegen-Wittgenstein, dem SV Setzen 1911, mit 1:3. Damit kickt die Truppe des scheidenden Trainers Andreas Frese auch in der kommenden Spielzeit in der Kreisliga A Ost.

Insgesamt hätte die Relegation aus FC-Sicht kaum bitterer laufen können: Nach der souveränen Meisterschaft hat man in zwei Spielen den haushohen Favoriten SV Schmallenberg-Fredeburg fast in die Knie gezwungen, zudem im Hinspiel der „zweiten Chance“ gegen den SV Setzen einen 2:0-Vorsprung aus der Hand gegeben. Viel Respekt hat sich das Team bei den Fußballfreunden in der Region durch sein mutiges Auftreten zweifelsohne erarbeitet, steht aber am Ende mit leeren Händen da – und muss zu allem Überfluss auch noch lange Zeit auf Spielmacher Moritz Bücker (Schlüsselbeinbruch) verzichten.

„Das tut natürlich weh. Auch wenn – wie ich immer betont habe – der Aufstieg für uns kein Muss war, so hätten wir die Chance natürlich gerne genutzt. Ich kann meinen Jungs auch absolut nichts vorwerfen. Gerade jetzt im Rückspiel in Setzen haben wir eine bärenstarke Leistung gezeigt. Da muss sich keiner verstecken“, hebt Andreas Frese im Gespräch mit dem SauerlandKurier die positiven Aspekte hervor. In der Tat sahen die über 1000 Zuschauer in Setzen nochmal ein spektaktuläres Fußballspiel zweier Mannschaften auf Augenhöhe, bei denen der Vertreter aus dem Siegerland am Ende als glücklicher, aber keinesfalls unverdienter Sieger und Aufsteiger in die Bezirksliga hervorgeht.

Nachdenklich, aber stolz auf die Jungs: Für FC-Coach Andreas Frese überwiegt der positive Eindruck in der Relegation. 

Doch auch im Rückspiel schien sich das Blatt zunächst zugunsten des FC Ass./Wie./Wu. zu wenden. Goalgetter Marco Dommach war es vorbehalten, kurz vor der Pause mit einem Sonntagsschuss aus knapp 16 Metern seine Farben in Führung zu bringen. Zu diesem Zeitpunkt war der Gast aus dem Sauerland nach dem 2:2 im Hinspiel auf dem Sprung in die Bezirksliga.

Die Freude darüber währte aber nur allzu kurz: Keine zwei Minuten später traf Julian Schulze im Anschluss an einen Eckball zum 1:1 für den SV Setzen. „Dieses Gegentor ärgert mich maßlos und war auch in seiner Entstehung absolut unnötig“, so Frese, der die mangelnde Zuteilung in der eigenen Defensive beim zweiten Ball beklagte. „Wenn wir mit einem 1:0-Vorsprung in die Pause gehen, dann entwickelt sich wahrscheinlich ein anderes Spiel. Irgendwann hätte Setzen aufmachen müssen, was uns wiederum entgegengekommen wäre. Aber stattdessen hatten wir in der zweiten Halbzeit leider das Matchpech gepachtet.“

„Das tolle Erlebnis überwiegt“

Neben einigen ausgelassenen Hochkarätern bezieht sich der Coach damit vor allem auf die verletzungsbedingte Auswechselung von Spielmacher Moritz Bücker. „Er wird uns mit einem Schlüsselbeinbruch längere Zeit fehlen. Diesen Rückschlag musst du in so einer intensiven Partie erstmal wegstecken. Zu allem Überfluss haben wir dann die letzten zehn Minuten auch noch in Unterzahl gespielt. Irgendwann merkt man dann auch den Kräfteverschleiß der letzten Wochen“, sagte Frese.

Einhergehend mit dem angesprochenen Platzverweis gegen David Meyer in der 81. Minute gab es auch einen berechtigten Foulelfmeter, den Setzens Maximilian Böcking zum vorentscheidenden 2:1 verwandelte. Doch auch dann steckte der FC noch nicht auf und wäre kurze Zeit später fast zum Ausgleich gekommen. Stattdessen schnürte SV-Joker Böcking den Doppelpack und machte mit dem 3:1 in der 90. Minute endgültig den Deckel drauf.

„Nach der ersten Enttäuschung muss ich ehrlich zugeben, dass mittlerweile das tolle Erlebnis überwiegt. Wir haben dreimal vor über 1000 Zuschauern gespielt, unsere Fans haben auch in Setzen nochmal wahnsinnig Alarm gemacht und insgesamt können wir erhobenen Hauptes auf die Spiele zurückblicken“, bilanziert der Übungsleiter. Trotz der einmaligen Erlebnisse ist der scheidende Coach kein Freund der Relegation: „Ein Meister muss am Ende auch aufsteigen. Sonst wird man um den Lohn gebracht. Zudem haben unsere Jungs jetzt weitere, wahnsinnig intensive Wochen hinter sich, während die Konkurrenz schon länger die Füße hochlegen kann. Nach nur drei Wochen Sommerpause geht es dann schon wieder weiter – und das zunächst ohne unseren Spielmacher Moritz Bücker. Da bleibt schon ein Beigeschmack.“

Für Frese selbst gehen damit „tolle fünf Jahre mit einer großartigen Truppe“ zu Ende. Neben viel Wehmut sei er aber auch froh darüber, nun den Druck – gerade in der letzten Zeit – los zu sein. „Als ich am Montag aufgewacht bin, war das schon irgendwie befreiend“, so der sympathische Trainer. Und sein Meisterstück kann ihm sowieso keiner mehr nehmen.

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