„Eckpfeiler des öffentlichen Lebens“

Ausfall der Feste ein ernstes Problem: Olsberger Schützenbruderschaften im Dialog mit Bürgermeister

Videokonferenz Bürgermeister Wolfgang Fischer Schützenbruderschaft Olsberg Dialog
+
Zur Videokonferenz hatte Bürgermeister Wolfgang Fischer jetzt die Vorsitzenden der zwölf Schützenbruderschaften im Olsberger Stadtgebiet eingeladen.

Für die Bürger ist es unerfreulich, wenn sie auf „ihr“ Schützenfest verzichten müssen – für eine Schützenbruderschaft selbst ist der – wiederholte – Ausfall der Hochfeste ein sehr ernstes Problem. Bürgermeister Wolfgang Fischer hatte jetzt die Vorsitzenden der zwölf Schützenbruderschaften im Olsberger Stadtgebiet zur Videokonferenz eingeladen.

Olsberg – Dass die Leitungskräfte aller Bruderschaften mitgemacht haben, sei nicht nur ein gutes Zeichen für den Austausch im Stadtgebiet, sondern auch ein Beweis der Bereitschaft zu gemeinsamen Lösungen, so Wolfgang Fischer.

Unter Leitung von Dominik Flügge, Major der Schützenbruderschaft St. Sebastian Bigge, der aktuell den Vorsitz im Stadtschützenbund innehat, hatten die Vertreter aller Bruderschaften vor Kurzem entschieden, mit Blick auf die Corona-Pandemie auch 2021 auf ihre Hochfeste zu verzichten. „Ein Schützenfest ist nur dann sinnvoll, wenn alle Generationen mitfeiern können“, so Dominik Flügge.

Ein Schützenfest ist nur dann sinnvoll, wenn alle Generationen mitfeiern können.

Dominik Flügge

Allerdings: Für die Vereine hängt mehr daran als „nur“ drei „tolle Tage“. Dass neben den Erträgen aus dem Fest auch die Mieteinnahmen aus den Hallen fehlen, werde zum wirtschaftlichen Problem, wurde in dem Gespräch deutlich. Sollte es auch 2022 zu solch deutlichen Einschränkungen kommen, könne dies zu einer erheblichen Gefahr für die Vereine werden, so die Vorsitzenden und Hauptleute.

Auch andere Fragen sind offen

Auch andere Fragen sind offen. Ein Beispiel: Werden auch die Schausteller nach der Pandemie zu den Schützenfesten kommen können?

Dennoch: Um zumindest das interne Vereinsleben so gut wie möglich aufrecht zu erhalten, arbeitet man an kreativen Lösungen: Per Messenger werden Arbeitseinsätze in Kleinstgruppen abgestimmt; an Stelle der Schützenfeste soll es kleine – corona-konforme – Ersatz-Angebote geben. „Ich freue mich, dass unsere Schützen den Kopf nicht in den Sand stecken“, so Wolfgang Fischer.

Stadt versucht zu unterstützen

Auch von Seiten der Stadt Olsberg versucht man, die heimischen Bruderschaften im Rahmen der aktuellen Möglichkeiten zu unterstützen. So konnte Bürgermeister Fischer darauf verweisen, dass die städtischen Mittel zur Unterstützung der Schützen bei Bau- und Investitionsmaßnahmen für die Jahre 2020 und 2021 noch einmal aufgestockt worden sind.

Auch eine weitere Information des heimischen Landtagsabgeordneten Matthias Kerkhoff gab Wolfgang Fischer den Schützenbruderschaften weiter: Das NRW-Heimatministerium bereitet ein neues Förderprogramm vor, das Vereine unterstützen soll, die durch die Corona-Krise in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind. Wolfgang Fischer begrüßt ein solches Programm: „Gerade Vereine sind im heimischen Raum ein Eckpfeiler des öffentlichen Lebens.“

„Ein wichtiges Stück Heimat“

Deutlich wurde auch, dass die für 2021 vorgesehenen Jubiläumsschützenfeste von vier Bruderschaften im kommenden Jahr nachgeholt werden solle – zusätzlich zu den zwei Jubiläen, die dann 2022 ohnehin anstehen. „Ich bin sicher, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger wieder darauf freuen, Schützenfest zu feiern – es ist einfach ein wichtiges Stück Heimat“, so der Bürgermeister.

Rund zwei Stunden dauerte der offene und konstruktive Austausch. Auch weiter wolle man im Dialog bleiben, unterstreicht Wolfgang Fischer: „Es war ein richtig gutes Gespräch.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare