Kinder nach „Anschlag“ stinksauer

Uralte Sommerlinde an Kindergarten vergiftet: Stadt erstattet Strafanzeige

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Bislang unbekannte Täter haben am Fuß des Baumes sieben Bohrlöcher angebracht und eine offenbar giftige Substanz hineingeschüttet.

Elpe - Bislang unbekannte Täter haben eine uralte Sommerlinde am Kindergarten in Elpe vergiftet. Deshalb hat die Stadt Olsberg jetzt Strafanzeige erstattet. Die positive Nachricht: Der Baum überlebt den "Anschlag" wohl.

Elias, Leonie, Lorenz, Emmi-Sofie und viele andere Jungen und Mädchen aus dem städtischen Kindergarten Elpe sind stinksauer: „Unsere Kindergarten-Linde wurde vergiftet“ schreiben sie auf einem Plakat, das vor dem mächtigen Baum direkt am Kindergarten steht. Die Täter haben laut der Stadt Olsberg am Fuß des Baumes sieben große Bohrlöcher angebracht, in die dann eine offenbar giftige Substanz geschüttet wurde. 

„Dieser Baum wird ab sofort bewacht“, schreiben die Elper Kinder weiter. Grund genug haben sie: Durch das Attentat mit der mutaßlich giftigen Substanz hat die Sommerlinde schwer gelitten. Das Geäst auf einer Baumseite ist ausgetrocknet. 

Baum kann wohl gerettet werden

Allerdings: Auch an den sonst trockenen Ästen haben sich einige Blätter gebildet – die Baum-Fachleute der Stadt Olsberg gehen deshalb davon aus, dass die alte Linde gerettet werden kann. Die sieben „Bohrlöcher“ in dem Baum wurden mit „künstlicher Rinde“ – einem Lackbalsam - verschlossen. Auch der „weggeätzte“ Rasen unter dem Baum wurde neu eingesät. Rasen und Linde werden nun regelmäßig gegossen. Der Baum selbst wird – auch wegen seines Standorts am Kindergarten – zudem engmaschig auf seinen Zustand kontrolliert.

Mit einem selbstgemachten Plakat protestieren die Jungen und Mädchen des Städtischen Kindergartens Elpe gegen das Attentat auf die Sommerlinde.

Auch wenn das „Attentat“ auf die uralte Linde wahrscheinlich nicht von „Erfolg“ gekrönt sein dürfte: Mutwillige Zerstörungen an städtischen Bäumen seien keineswegs ein Kavaliersdelikt, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Olsberg. „Dabei handelt es sich um eine Sachbeschädigung, die - je nach konkretem Fall - als Ordnungswidrigkeit oder auch als Straftat verfolgt werden kann“, unterstreicht die Verwaltung. 

Mehr noch: Sind die Übeltäter ermittelt, werden sie für die Wiederbeschaffung der Bäume zur Kasse gebeten. Je nach Alter, Größe und Art des Baumes können da schnell vier- bis fünfstellige Summen pro Baum zusammenkommen. Die Sommerlinde in Elpe zum Beispiel hat laut Stadt einen geschätzten Wert von 25.000 bis 30.000 Euro.

Polizei und Stadt bitten um Hinweise

Letztlich gehe es aber nicht um Strafen, unterstreicht man bei der Stadtverwaltung, sondern um Respekt vor dem Eigentum der Stadt und damit ihrer Bürger. „Bäume bereichern nicht nur das Stadtbild, sie erfüllen auch eine wichtige ökologische Funktion. Zum Beispiel, indem sie Insekten und Singvögeln als Lebensraum dienen oder für eine gesunde Luft sorgen“, erklärt die Stadt Olsberg.

Mit Blick auf die Beschädigung der Sommerlinde am Elper Kindergarten hat die Stadt Olsberg Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Gleichzeitig bittet die Stadtverwaltung die Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe, um die Verursacher zu ermitteln. Hinweise nehmen die Polizei unter Tel. 02961/90 200 oder die Stadt Olsberg unter Tel. 02962/982-250 und post@olsberg.de entgegen.

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