"Bei uns wird angepackt"

Viel Applaus, auch von Bürgermeister Wolfgang Fischer, gab es für die Preisträger ?Bürgerschaftliche Aktivitäten 2012? im Rahmen des Stadtempfangs. Foto: Jana Sudhoff

"Einen Vorsprung im Leben hat, wer da anpackt, wo die anderen erst einmal reden." Mit einem Zitat von John F. Kennedy untermalte Olsbergs Bürgermeister Wolfgang Fischer am vergangenen Sonntag bei seiner Rede zum Neujahrsempfang im Rathaus den Anspruch der Stadt Olsberg, nicht nur zu reden, sondern auch anzupacken. "Wir wollen in unseren Bemühungen nicht nachlassen und weiterhin durch tatkräftiges Tun unseren Vorsprung halten und ausbauen", verwies Fischer auf die Ziele 2013.

Zentrale Themen der nächsten Jahre werden Inklusion – nicht nur im Schulbereich – und Windkraft – "eine ganz neue Aufgabe" im Rathaus – sein. Das Interesse an einer Nutzung der Windkraft im Stadtgebiet sei groß, die rechtlichen und technischen Vorgaben aber würden dem Bau von Windrädern enge Grenzen setzen, so Fischer. "Dennoch ist das Thema Windkraft eine große Chance für uns." Man setze als Stadt auf Transparenz mit Windkraft-Interessierten und Bürgerschaft. "Dabei sehe ich es als unsere Aufgabe an, gute und vernünftige Rahmenbedingungen zu entwickeln."

Als Beispiele für "erfolgversprechende und zukunftsweisende Projekte", die die Stadt bereits auf den Weg gebracht habe, nannte das Stadtoberhaupt in seinem Rückblick das neue Informations- und Demonstrationszentrum Holz in Steinhelle, die Errichtung einer Sekundarschule, die Auslobung des Wettbewerbs "Familienfreundlicher Betrieb", die Ausbau der U-3-Kindergartenplätze auf eine Versorgungsquote von 34,8 Prozent (Zielquote des Landes NRW ist 32 Prozent), den Strategieprozess, den intensiven Bürgerdialog zur Zukunft des Olsberger Ortskerns.

Enger finanzieller Spielraum

Persönlich begeistert zeigte sich der Bürgermeister von der Resonanz und Beteiligung der Olsberger Bürger. "Von Politikverdrossenheit war hier nichts zu spüren. Den Strategieprozess werde man weiterführen. "Dies ist ein offenes Rathaus, gute Ideen und Anregungen sind immer willkommen. Wir müssen das ,Ihr’ zu einem ,Wir’ machen", warb Fischer für das Zusammenarbeiten von Bürgern, Politik und Verwaltung.

Dabei sei der finanzielle Spielraum nach wie vor ein enger, gab der Bürgermeister in seinen Ausführungen zum Haushalt zu Bedenken. Auch wenn die Stadt Olsberg keine "Nothaushaltskommune" mehr sei, das Haushaltssicherungskonzept behalte aber seine Gültigkeit. Auch trotz guter Entwicklungen in der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt, der Trend zu mehr Steuereinnahmen halte nicht an. "Wir werden uns auch in der Zukunft in weiteren Bereichen einschränken müssen und auch sparen."

Was manch einen Olsberger an den eigenen Gestaltungsmöglichkeiten zweifeln lässt, wie der Bürgermeister beobachtet hat. Mit einem Zitat von Franz Beckenbauer ermutigte er daher seine Mitbürger, dennoch weiter anzupacken: "Ja gut, am Ergebnis wird sich nicht mehr viel ändern, es sei denn, es schießt einer ein Tor." Genau darauf müsse man setzen: "auf Torerfolge, mit denen keiner mehr rechnet. Solche Tore fallen nicht von alleine, solche Tore muss man sich hart erarbeiten", so Fischer.

Und Vorbilder gab es 2012 für bürgerschaftliches Engagement in Olsberg und seinen Dörfern viele, freute sich Fischer, der neun Personen beziehungsweise Gruppen/Vereine für ihre Aktivitäten ehrte – mit einem Preisgeld von insgesamt 1.500 Euro.

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