Zu wenig Zeit, zu hohe Belastung

Für ein besseres KiBiz: Kita-Leitungen suchen das Gespräch mit der Politik

Die Kita-Leiterinnen Birgit Henne, Ina Prior, Theresia Suchla, Manuela Niglis und Bianca Vorderwülbecke mit Hiltrud Schmidt (v.l.).

Antfeld. Die Kita-Leitungen wünschen sich bessere Qualitätsstandards in ihren Einrichtungen. Zu wenig Zeit für Kinder, zu hohe Belastung der Erzieherinnen und immer mehr Aufgaben sorgen in den Kindertageseinrichtungen für Unmut. Bei einem Treffen der Kita-Leitungen war nun die Politikerin Hiltrud Schmidt als Ansprechpartnerin vor Ort.

„Bei der Novellierung des KiBiz dürfen nicht wieder allein die Finanzen im Mittelpunkt stehen! Es darf nicht wieder zu Lasten der Kinder führen“, so die Fachkräfte.

Die Kita-Leitungen der Kindergärten Siedlinghausen, Olsberg, Elleringhausen, Bigge und Antfeld hatten Hiltrud Schmidt, stellvertretende Kreisvorsitzende der CDU, Stadtverbandsvorsitzende und Mitglied im Kreisjugendhilfeausschuss, zu Gast. Gesprächsanlass für die Leiterinnen bot die anstehende Neuauflage des KiBiz (Kinderbildungsgesetz) und das Gute-Kita-Gesetz des Bundes. Die Leitungen befürworteten das zweite beitragsfreie Kindergartenjahr für die Eltern und wünschen sich in Zukunft volle Beitragsfreiheit für die Familien in den Kitas. Sie vermissen allerdings in den Verhandlungsgesprächen zum neuen Gesetz die Qualitätsverbesserungen zur frühkindlichen Bildung. 

Zunehmender Verwaltungsaufwand

Der zunehmende Verwaltungsaufwand in den Einrichtungen, Qualitätsmanagement, Sicherheits- und Hygieneschulungen, Krankheitszeiten, Fortbildungen, umfangreiche Bildungsdokumentationen als Grundlage für Eltern- und Entwicklungsgespräche, Vor- und Nachbereitungszeiten, finden aus Sicht der Erzieherinnen im KiBiz kaum Berücksichtigung. Die so dringend benötigte Zeit mit den Kindern werde dadurch massiv gekürzt. Die Qualität der Arbeit und damit die Bildungschancen für das Kind müssten in den Mittelpunkt gestellt werden. Darum zeigten die Erzieherinnen in einem Brief, den Hiltrud Schmidt an den Landtagsabgeordneten Matthias Kerkhoff weiterleitet, verschiedene Verbesserungsmaßnahmen auf, die in den Kitas qualitätssteigernd wirken würden: mehr pädagogisches Personal pro Gruppe, Personalbemessung nach aktuellem wissenschaftlichen Studien, kleinere Gruppen, Auszubildende und Kinderpflegerinnen zusätzlich, ausschließlich Fachkraftstunden für Erzieherinnen, Planungssicherheit für Mitarbeiterinnen und Träger. 

Neufassung des KiBiz sei schon lange überfällig

Eine Neufassung des KiBiz sei aus Sicht vieler Erzieherinnen und Eltern schon lange überfällig. An zahlreichen Beispielen verdeutlichten die Leitungen den täglich herausfordernden, arbeitsintensiven Alltag in den Kitas und das große Engagement der Mitarbeiterinnen. Trotz der Belastungen, unterstrichen alle die Freude am vielseitigen Beruf als Erzieherin und Leitung, die tägliche Freude mit den Kindern und deren positiven Entwicklungsfortschritten. Die Erzieherinnen fordern ein zuverlässiges Gesetz und wünschen sich bessere Rahmenbedingungen in den Kindergärten, in denen die Kinder im Mittelpunkt stehen. Die Erzieherinnen hoffen auf die Unterstützung der Politiker.

„Hiltrud Schmidt erwies sich als sehr gute Gesprächspartnerin und kompetente Politikerin“, so die Kita-Leitungen. „Ihr ist der Druck auf die Erzieherinnen und die jungen Familien bewusst.“ Matthias Kerkhoff habe aufgrund seiner Termindichte einen Gesprächstermin nach Ostern angeboten.

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