Spitzenreiter in der Umgebung

Leader-Region bekommt die nächsten vier Projekte bewilligt

Arbeiten im Leader-Prozess eng zusammen (von links): Wolfgang Fischer (Bürgermeister Olsberg), Ingobert Balkenhol (Heimatbund der Stadt Olsberg), Dr. Christof Bartsch (Bürgermeister Brilon), Elisabeth Nieder (Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters Olsberg), Michael Kronauge (Bürgermeister Hallenberg), Jörg Schütte (Träger der Bürgerbrauerei in Hallenberg), Andreas Pletziger (Bezirksregierung), Hannah Kath und Thomas Grosche vom Regionalverein Leader-Region Hochsauerland. Foto: Jana Sudhoff

Olsberg/Altkreis. „Sie sind im Hochsauerlandkreis die Spitzenregion. So viele Projekte wie hier sind nirgends bewilligt worden. Das ist spitzenklasse.“ Andreas Pletziger, Dezernent bei der Bezirksregierung Arnsberg, hatte nicht nur vier Bewilligungsbescheide für vier neue Leader-Projekte dabei, sondern lobte die Leader-Region Hochsauerland auch in den höchsten Tönen.

Besonders der Kooperationsgedanke der sechs Kommunen – Brilon, Olsberg, Hallenberg, Marsberg, Medebach und Winterberg – kam bei dem Vertreter der Bezirksregierung gut an. „Das ist eine Stärke der Region, dass wir uns als Region verstehen und nicht als Erstes die Kirchtürme sehen“, unterstrich auch Thomas Grosche, Erster Vorsitzender des Regionalverein Leader-Region Hochsauerland. Und so war es auch nicht alltäglich für Andreas Pletziger, dass er „ein Sammelsurium“ an Bewilligungsbescheiden an einem Tag zu vergeben hatte – an zwei Projekte in ehrenamtlicher beziehungsweise privater Trägerschaft, an ein kommunales Projekt sowie an ein Gemeinschaftsprojekt der Leader-Region.

Die Zusage über 87.100 Euro Förderung übergab der Dezernent an den Heimatbund der Stadt Olsberg für das neue Steigerhaus am Philippstollen. „Das Projekt ist aus einer Notwendigkeit heraus entstanden“, erklärte Ingobert Balkenhol (Zweiter Vorsitzender). Die Hütte, die ursprünglich als Eintrittspavillion zum Stollen genutzt wurde, sei nicht nur baufällig, sondern auch vom Platz her längst nicht mehr ausreichend. Mit einem dutzend Ehrenamtlicher wird das neue Steigerhaus am Olsberger Philippstollen gebaut und zusätzlich als außerschulischer Lernort ausgebaut. Die ersten Schulen seien bereits vor Ort gewesen – ein „sehr außergewöhnlicher“ Aspekt, der in der Bezirksregierung Arnsberg besonders gut angekommen war, wie Pletziger betonte.

Wenn Ratsherren auf der Bank kleben bleiben...

Mit einer Förderung von 12.500 Euro kann die Stadt Brilon ihren geplanten Fitnessparcours im Kurpark weiter vorantreiben. Die Fitnessgeräte für alle Generationen sollen den Mehrgenerationenspielplatz um einen weiteren Baustein erweitern. Kinder können sich bereits seit 2015 im Kurpark auf dem Kinderspielplatz austoben, der ausschließlich mit Spendengeldern realisiert wurde. Der Briloner Kurpark ist bereits im Rahmen der Regionale zum Kleinod geworden, wie Brilons Bürgermeister Dr. Christof Bartsch den Vertreten der Leader-Projekte bei der Übergabe der Bewilligungsbescheide im Olsberger Rathaus erklärte. Was jedoch noch gefehlt habe, sei der Anreiz für junge Familien gewesen, damit der Anziehungspunkt Kurpark noch mehr wirke.

Um die junge Generation geht es auch in dem Projekt „Jugendkultur“, das von der Leader-Region Hochsauerland gemeinsam auf den Weg gebracht wird. Anliegen der Initiatoren ist es, junge Menschen für die Region zu begeistern und die Region spannend für sie zu gestalten. Unter dem Dach des Projektes sollen viele kleine Bausteine wie Schulhofkonzerte oder andere einzelne Events in allen sechs Kommunen – möglichst unbürokratisch – realisiert werden. 88.000 Euro stellt die Bezirksregierung für dieses „absolute Pilotprojekt“ – wie der Dezernent der Bezirksregierung lobte – bereit.

Hallenberg war einmal eine Bierstadt, wie Jörg Schütte, Träger der Bürgerbrauerei, in der Runde der Leader-Akteure erklärte, die besonders von der ehemaligen Hallenberger Tradition der „Ratsherren-Bierprobe“ fasziniert waren. Auf diese Anekdote war man durch einen Notgeldschein aus den 20 Jahren gestoßen, wie Schütte zum Besten gab. Die Politiker setzten sich damals auf eine mit Bier getränkte Bank. Blieben sie kleben, war dies der Beweis, dass das Bier gut war, schilderte Schütte. In der neuen Bürgerbrauerei, für die es eine Unterstützung von 99.500 Euro gibt, soll jeder Bürger sein Bier brauen lassen können. Bereits im April hat man in Hallenberg Brauergerste auf einer ein Hektar großen Fläche ausgesät. Auch das Eishäuschen und der alte Stollen, in dem früher Bier gelagert wurde, passen in Hallenberg gut in das Arrangement.

Mit der Überreichung der Bewilligungsbescheide fällt jetzt der Startschuss für die Projekte.

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