Neue „Hauptschlagader“

Breitbandausbau: Glasfaserkabel führt durch das Olsberger Stadtgebiet

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Bei der Spülbohrtechnik wird mit einem Gemisch aus Wasser und Betonit ein Bohrgestänge durch das Erdreich getrieben.

Olsberg – Für den künftigen Breitbandausbau im Sauerland könnte diese Trasse zu einer Art „Hauptschlagader“ werden: Das bundesweit tätige Unternehmen GasLINE verlegt aktuell quer durch Olsberg ein überaus leistungsfähiges Glasfaserkabel als Bestandteil einer 62 Kilometer langen Kabeltrasse von Bestwig bis nach Westheim.

Die Trasse durch das Sauerland ist, so Karsten Gehrke, Leiter Tiefbau bei GasLINE, Bestandteil einer Hauptleitung, die ihrerseits eine Achse in der bundesweiten Glasfaser-Infrastruktur ist. Wichtig: GasLINE selbst ist kein Breitband-Anbieter für Endkunden: „Wir schaffen die Infrastruktur und vermieten sie an Anbieter“, erläutert Karsten Gehrke. Kunden des Unternehmens sind Mobilfunkbetreiber und Breitbandanbieter – Karsten Gehrke: „Der Bedarf solcher Anbieter an Glasfaser wird immer größer.“ 

Zumal es sich bei dem neuen Netz um „Hochleistungs-Glasfaser“ handelt, weiß Timmy Geyer vom Ingenieurbüro Jonasson. Er plant und koordiniert für GasLINE die Trasse durch das Sauerland: „Physikalisch sind bei den Übertragungsgeschwindigkeiten kaum Grenzen gesetzt.“ Die Trasse führt von Ostwig aus dem Bestwiger Gemeindegebiet kommend über den Losenberg nach Bigge und Olsberg Richtung Markt. Von dort geht es weiter über die Rutsche bis nach Gierskopp und von dort Richtung Elleringhausen und weiter nach Brilon. 

Insbesondere innerhalb der Ortslagen wird zur Kabelverlegung die moderne Spülbohrtechnik verwendet. Dabei wird mit einem Gemisch aus Wasser und Betonit ein Bohrgestänge durch das Erdreich getrieben. Es folgt ein Leerrohr, in das dann das Glasfaser eingeblasen wird. Der Vorteil: „Diese Verlegetechnik ersetzt die offene Bauweise“, erklärt Thomas Rösen, bei der Stadt Olsberg zuständig für den Breitbandausbau, „Oberflächen müssen kaum in Anspruch genommen werden.“ Lediglich am Ausgangs- und Endpunkt einer Bohrung gibt Baugruben – im Schnitt in einer Entfernung von 120 Metern, erläutert Benjamin Trutte vom ausführenden Unternehmen Diroba. 

Ein weiterer Vorteil: Durch die Spülbohrungen können die Leerrohre für Glasfaserkabel unterhalb von Versorgungsleitungen oder Kanalisation verlegt werden – bis zu acht Meter Tiefe seien dabei möglich, so Benjamin Trutte. Auch der Fels, mit dem man im Sauerland ab einer Tiefe von 30 bis 40 Zentimetern rechnen muss, kann den Glasfaserausbau nicht aufhalten – Timmy Geyer: „Alle Bodenklassen können mit Spülbohrungen bewältigt werden.“ 

Bis zu vier Fahrzeuge sind aktuell im Olsberger Stadtgebiet für den Bau der neuen Glasfasertrasse unterwegs. Bis Jahresende, so ist das Ziel, sollen die Arbeiten im Stadtgebiet abgeschlossen sein. Dann ist es Sache der Telekommunikationsanbieter, die neue Infrastruktur für ihre Kundinnen und Kunden zu nutzen. Thomas Rösen: „Jede Glasfasertrasse, die in einer Kommune verlegt wird, verbessert die Möglichkeiten für den weiteren Netzausbau für den Endkunden.“

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