Wissenschaft wird greifbar

Chemische Industrie fördert Biotechnologiekurse für Schüler

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Uwe Wäckers (4.v.l.) vom Verband der Chemischen Industrie NRW übergab den Scheck mit den Fördermitteln für den neuen Dampfsterilisator an den Leiter des Projektbüros Biotechnologie, Dr. Bernd Willmes (re.), und an Schulleiter Volker Dietrich (2.v.r.) vom Berufskolleg Olsberg des HSK. Dr. Daniela Hachmann (l.) kann ihre Schüler damit noch intensiver in die Forschungspraxis einführen.

Olsberg/Hochsauerland. Der Fond der Chemischen Industrie fördert bereits zum achten Mal das Projektbüro Biotechnologie der Bezirksregierung Arnsberg. Dieses Mal wurde eine Födersumme von 16.500 Euro übergeben. Mit dem Geld wurde ein neuer Dampfsterilsator für die Laborausstattung des Projektes am Berufskolleg des HSK in Olsberg angeschafft.

„Das Projekt hat die Aufgabe, dass Schüler mit einem Interesse in Naturwissenschaften in gut ausgestatteten Laboren experimentieren können“, sagte Dr. Bernd Wilmers, Leiter des Projektbüros Biotechnologie, über die zwei bis drei Mal wöchentlich im Berufskolleg Olsberg stattfindenden Schülerkurse.

Die Grundausstattung für das Schülerprojekt wird vom Hochsauerlandkreis gestellt, während Sondergeräte vom Fond der Chemischen Industrie gefördert werden. „Über den Fond haben wir die Möglichkeit solche Geräte zu beschaffen“, erklärte Wilmers bei der Scheckübergabe in einem Labor des Berufskollegs.

Uwe Wäckers vom Verband der Chemischen Industrie NRW begründete die Förderung von Biotechnologie vor allem dadurch, dass die Bereiche Chemie und Biotechnologie in Zukunft noch enger miteinander verknüpft sein werden. Insgesamt sind durch diese Zusammenarbeit in den letzten 15 Jahren acht Investitionen von über 69.000 Euro getätigt worden. In der Zeit haben knapp 15.500 Schüler aus dem Kreis in mehr als 1.100 Kursen von den Anschaffungen profitiert.

Die eigenen Gene entschlüsseln

„Der Kurs ist ein zusätzliches Werkzeug, um Naturwissenschaften greifbar zu machen“, erzählt Volker Dietrich, Schulleiter des Berufskolleg Olsberg. „So können Mint-Fächer für die Schüler interessant gemacht werden.“

Die Theorie in die Praxis umzusetzen ist für viele Kursteilnehmer daher eine erhellende Erfahrung: „Mit den eigenen Händen selbst seinen genetischen Code entschlüsseln zu können, war für mich unglaublich faszinierend“, mit diesen Worten zitierte Dr. Bernd Wilmers das Feedback einer Schülerin des Schülerkurses Molekularbiologie.

Nach den Sommerferien wird der neu angeschaffte Dampfsterilisator auch in den neuen Kursen angeboten. Das neue Projekt, welches alle zwei Jahre wechselt, trägt dann den Namen „Positive Genregulation bei E.coli“ und beschäftigt sich damit, wie Gene im Erbmaterial an- und wieder ausgeschaltet werden können. „Genauer geht es um die Verarbeitung von Milchzuckermolekülen“, sagte Wilmers. Bis dahin wird das neue Projekt mit Schülern und Lehrern noch in einer Testphase erprobt. „Für mich ist das ein Leuchtturmprojekt“, sagte Schulleiter Dietrich abschließend. „Es hilft auch unsere Region in diesem Punkt zu stärken.“

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