Zahl der Erkrankten sinkt

Corona-Ausbruch im Josefsheim: Infizierter Bewohner gestorben - Lage entspannt sich

Nach einem Corona-Ausbruch im Josefsheim in Bigge ist ein infizierter Bewohner gestorben.
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Nach einem Corona-Ausbruch im Josefsheim in Bigge ist ein infizierter Bewohner gestorben. (Symbolbild)

Traurige Nachrichten aus dem Josefsheim: Nach dem Corona-Ausbruch in der Einrichtung in Olsberg-Bigge ist ein Bewohner gestorben. Insgesamt entspannt sich die Lage aber.

Update vom 5. Februar, 13.15 Uhr: Die Verantwortlichen des Josefsheim in Bigge trauern: Ein 66-jähriger Bewohner der Einrichtung für Menschen mit Behinderung ist nach dem Corona-Ausbruch dort gestorben. Der Mann habe eine Vorerkrankung gehabt und sei am Donnerstagabend im Krankenhaus Maria-Hilf in Brilon gestorben, heißt es in einer Pressemitteilung. Dort sei er in der dritten Woche aufgrund einer Covid-19-Erkrankung behandelt worden. (News zu Corona im HSK)

Aktuell seien noch neun Bewohner und elf Mitarbeiter, die auf dem Campus in Bigge leben, mit Corona infiziert - ein deutlicher Rückgang, denn insgesamt seien mehr als 60 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Fünf erkrankte Personen würden stationär in Krankenhäusern in der Region behandelt und seien „teilweise als besonders schwer erkrankt einzustufen“, teilte das Josefsheim mit. Seit dem ersten positiven Befund Mitte Januar seien mehr als 4.000 eigene POC-Tests bei den mehr als 1200 Bewohnern und Mitarbeitern durchgeführt worden.

Die vergangenen Tage seien für alle „eine besondere Zeit“ gewesen, berichtete Josefsheim-Geschäftsführer Gerhard Freund: „Wir haben dafür gebetet, dass die bestätigten Krankheitsverläufe eher glimpflich verlaufen. Umso trauriger sind wir, dass es trotz aller Fürsorge ein Bewohner leider nicht geschafft hat.“ Der 66-jährige gebürtige Sauerländer, der seit mehr als zwölf Jahren in Bigge gelebt habe, sei nach seiner beruflichen Tätigkeit in den Bigger Werkstätten seit 2019 aktiver Rentner gewesen. „Seine offene, positive Ausstrahlung werden wir sehr vermissen. Unser tiefes Mitgefühl gilt der Familie und den Freunden des Verstorbenen“, sagte Gerhard Freund.

Corona im Josefsheim Bigge: Lage bleibt nach Ausbruch angespannt

Update vom 22. Januar, 12.42 Uhr: Die Lage im Josefsheim Bigge ist nach wie vor angespannt. Stand heute hat sich die Zahl der ärztlich bestätigten Corona-Erkrankungen von Bewohnern und Mitarbeitern auf jetzt 51 erhöht. Davon werden derzeit sechs Personen stationär in den umliegenden Allgemein-Krankenhäusern in Brilon, Marsberg, Winterberg und Arnsberg behandelt. „Wobei sich der gesundheitliche Zustand einer betroffenen Personen durch die Corona-Erkrankung leider verschlechtert hat“, berichtet Ulrike Becker, Sprecherin des Josefsheim Bigge auf Nachfrage.

Auf dem Campus des Josefsheim Bigge wurden letzte Woche vier Wohnhäuser aufgrund der Corona-Pandemie durch das Gesundheitsamt des HSK unter Quarantäne gestellt, die Bigger Werkstätten bleiben auch in der kommenden Woche vorsorglich geschlossen und das Berufsbildungswerk sowie das Heinrich-Sommer-Kolleg befinden sich aufgrund des bundesweiten Lockdowns bereits seit einigen Wochen in der Heimlern- bzw. Homeschoolingphase.

Corona-Ausbruch im Josefsheim Bigge: Bewohner und Mitarbeiter infiziert

Erstmeldung vom 19. Januar: Bigge - Das Josefsheim hatte den Ausbruch am vergangenen Mittwoch öffentlich gemacht. Zunächst waren jeweils vier Mitarbeiter und Bewohner der Einrichtung für Menschen mit Behinderung mit Schnelltests positiv auf Corona getestet worden, ärztliche PR-Tests ergaben dann, dass 14 Personen sich infiziert haben.

Jetzt hat das Coronavirus weiter um sich gegriffen, wie das Josefsheim erklärte: Mittlerweile hätten sich 35 Menschen mit Behinderung und Mitarbeiter mit Sars-CoV-2 infiziert. Fünf Personen würden stationär im Krankenhaus behandelt.

„Für zwei Wohnhäuser sowie einen separaten Wohnbereich auf dem Bigger Campus wurde eine amtliche Quarantäne durch das Gesundheitsamt verordnet. Dies hat für uns zur Konsequenz, dass die betroffenen Wohnbereiche für jegliche Aktivitäten gesperrt sind. Heimfahrten sind bis auf Weiteres nicht möglich und die Bewohner und Bewohnerinen verbringen ihre Zeit - soweit es das Behinderungsbild zulässt - in ihrem eigenen Wohnbereich“, berichtete Janine Rottler, die als pädagogische Geschäftsführung das Krisenmanagement mit verantwortet.

Corona im Josefsheim Bigge: Werkstätten geschlossen - Azubi infiziert

Obwohl keine Quarantänepflicht für die anderen Wohnhäuser bestehe, gelte allgemein die Vorgabe, Kontakte bestmöglich zu minimieren. „Mit der Konsequenz, dass beispielsweise nur wirklich dringende therapeutische Maßnahmen umgesetzt werden“, heißt es in einer Pressemitteilung des Josefsheims. Zudem wurden, um den Ausbruch bestmöglich einzudämmen, bereits am vergangenen Freitag die Bigger Werkstätten geschlossen. Ausschließlich externe Beschäftigte, die in den Gruppen „Franziskushof“, „Körling“ und „Olsberger Hütte“ tätig seien, würden wie gewohnt weiter arbeiten.

„Der Schutz der Öffentlichkeit vor Ort ist ebenso ein wichtiger Punkt des Krisenmanagements“, teilte das Josefsheim mit. Deshalb gelte ab heute, dass im Berufsbildungswerk die Bereiche Josefs-Druckerei, -Gärtnerei und -Orthopädie diese Woche ausschließlich telefonisch erreichbar sind. Dort bestehe zudem eine weitere besondere Situation, denn ein Auszubildender sei positiv auf Corona getestet worden. „Da in dieser und den kommenden Wochen praktische und schriftliche Abschluss-Prüfungen stattfinden, sind wir hier mit den Kammern in enger Abstimmung, damit die Prüfungsvorbereitung und -durchführung in gewohnt hoher Qualität erfolgen kann“, erklärte Janine Rottler.

Corona im Josefsheim Bigge: Start der Impfungen wird verschoben

Hinzu komme, dass sich etliche Kontaktpersonen in amtlich verordneter Quarantäne befänden - mit der Konsequenz, dass teilweise auch Mitarbeiter im Wohnbereich fehlen würden. Rottler, die seit dem vergangenen Oktober in der Geschäftsführung des Josefsheims tätig ist, sei trotz der besonderen Situation dankbar „über das nicht in Worte zufassende Engagement der Mitarbeitenden, dass mich zutiefst berührt und stolz macht. Sogar einige Kollegen und Kolleginnen aus den Werkstätten sowie dem Berufsbildungswerk sind spontan bereit, die Teams im Wohnbereich personell zu unterstützen.“

Der Corona-Ausbruch auf dem Campus hat nach Angaben des Josefsheims einen besonders negativen Effekt: Der für die kommende Woche angekündigte Start der Impfungen in der Einrichtungen müsse verschoben werden. „Der lang ersehnte Start der Reihen-Impfung ist erst wieder möglich, wenn keine positiven Testungen mehr vorliegen“, so das Josefsheim abschließend.

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