Rund 30 Kurier-Leser wissen jetzt, wie man richtig kneippt

"Das ist so einfach"

Reize für den Körper: Armgüsse aus der Gießkanne gab es von Kneippanimateurin Silke Hagemeister.

„Ich kriege die Pimpernellen“ – diese Redewendung ist manch einem vertraut, der gerade der Verzweiflung nahe ist. Dass man Pimpernellen auch auf den Teller beziehungsweise in die Suppenschüssel bekommen kann, das wissen jetzt die Teilnehmer der Kurier-Leserwanderung. Chefredakteur Torsten-Eric Sendler begrüßte sie am Sonntag auf der ersten Etappe des insgesamt 39 Kilometer langen zertifizierten Olsberger Kneippwegs.

Die Unkrautsuppe, die den 31 Wanderern zur Stärkung im Schinkenwirt kredenzt wurde, ließ rege Diskussionen aufkommen, welche weiteren sieben „Unkrautsorten“ der schmackhaften Stärkung untergerührt waren. Heilpflanzen bilden eine der fünf Säulen von Sebastian Kneipp. Und so erfuhren die Wanderer zuvor auf der Tour am Wegesrand viel Interessantes über die Pflanzen- und Kräuterwelt. Brennnesseltee kennen viele. Dass aber auch die Samen – nussig im Geschmack – etwa gut über Müsli und im Salat munden, war den meisten nicht bekannt. Schon in vergangenen Zeiten erfreute sich der Samen großer Beliebtheit – quasi als „Viagra“, wie Kneippanimateurin Gudrun Hagemeister erklärte, die die zwölf Kilometer lange Tour zusammen mit ihrer Tochter Silke und Mechthild Funke fachkundig begleitete – unterstützt von Hündin Jule, die sich als ganz und gar nicht wasserscheu entpuppte. Denn ins kalte Nass ging es an der Tretstelle Papendiek. Wer mutig war, hatte die letzten hundert Meter zuvor barfuß zurückgelegt. „Das entgiftet über den Fuß, der gleichzeitig gesunde Mineralien aufnimmt“, hatte die Kneippanimateurin motiviert. „Glitschig, matschig. Das ist wie eine Wattwanderung“, sagten die einen. „Das ist erfrischend“, freuten sich die anderen, als sie über das regennasse Gras liefen. Zähne zusammenbeißen hieß die Devise beim Storchengang durch die Tretstelle – die Wassertemperaturen von acht Grad lockten nicht jeden ins Wasser. Wer es aber wagte, der bekam wohlig warme Füße, nachdem diese an der Luft getrocknet waren. Abtrocknen mit dem Handtuch ist laut Kneipp tabu. Für die anderen gab es stellvertretend einen Armguss aus der Gießkanne. Denn beides sollte man nicht machen: Zwischen Wassertreten und Armguss sollte eine Stunde Zeit vergehen, um den Körper nicht durch zu viele Reize zu verwirren. Die anregenden Wasseranwendungen können auch zu Hause denkbar einfach angewandt werden. „Duschkopf abschrauben und das kalte Wasser in fließenden Bewegungen in einem dicken Strahl fließen lassen“, war eine der vielen Tipps von Gudrun Hagemeister. „Man hat alles, was man braucht im Haus. Das ist so einfach“, regte sie an, die Lehren Sebastian Kneipp im täglichen Leben zu integrieren, um das Immunsystem zu stärken. Und die Anregungen kamen bei den Zuhörern sehr gut an, die sich von der Wanderung begeistert zeigten und den guten Vorsatz fassten, dass dies nicht die letzte Begegnung mit den Kneipp’schen Lehren war. Eine kostenlose Kneippwanderung bietet die Olsberg Touristik in allen Ferien mittwochs ab 14 Uhr an. Weitere Impressionen von der Leserwanderung gibt es auf der Kurier-Homepage unter www.sauerlandkurier.de im Fotoalbum „Leserwanderung“.

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