Aus dreien wird eine

In der Martin-Luther-Kirche in Olsberg findet der Auftaktgottesdienst statt. Burkhard Krieger ist einer von zwei Pfarrern der neuen Gemeinde. Foto: Jana Sudhoff

Es ist die erste Vereinigung Evangelischer Kirchengemeinden im HSK. Aus den Gemeinden Bestwig, Olsberg und Ramsbeck-Andreasberg wird die Evangelische Auferstehungskirchengemeinde Olsberg-Bestwig. Der Auftakt wird Sonntag gefeiert.

Pfarrer Burkhard Krieger begegnet dem Wandel mehr mit einem lachenden Auge denn mit einem weinenden. "Ich bin weder euphorisch noch pessimistisch", sagt der Olsberger Seelsorger. Doch auch wenn etwas zu Ende geht,blickt er der Zukunft gelassen entgegen. Nicht zuletzt weil der Vereinigungsprozess positiv verlaufen sei.

Den Anstoß hatte 2008 eine kreiskirchliche Visitation gegeben. Dringender Handlungsdruck hatte sich in Andreasberg (rund 500 Gemeindemitglieder) und Bestwig (rund 1000) herauskristallisiert. Weil auch in Olsberg (rund 2500) in der Perspektive Handlungsbedarf abzusehen ist, bot sich eine "Heirat" der drei Gemeinden an. Es blieb Zeit genug, um einander in Ruhe kennenzulernen. Misstrauen und Angst - "Von diesem Geist waren die Vereinigungsgespräche nicht geprägt, weil wir uns kannten", sagt Krieger. "Das hat viel, viel geholfen." Auch weil die Vereinigung nicht auf Druck von oben, sondern auf freiwilliger Basis geschehe.

Entsprechend herrsche bei den Gemeindemitgliedern Akzeptanz, so der Eindruck des Pfarrers. Sie würden ferner "von den Konsequenzen quasi nichts mitkriegen". Außer einem neuen Briefkopf und der Ergänzung der Pfarrnachrichten durch die Angebote der beiden anderen Orte ändere sich für die Gemeindemitglieder nichts. Es sei in absehbarer Zeit nicht geplant, Gottesdienste wegfallen zu lassen, auch Mitarbeiter sollen keine eingespart werden. Aufgrund des demografischen Wandels werde in der Perspektive aus den aktuell zwei Pfarrstellen aber eine eindreiviertel entstehen.

Unbequeme Beschlüsse vorher

"Es gibt kompliziertere Varianten der Vereinigung", so Krieger. "Wir haben lange vorher die Hausaufgaben gemacht." Die unbequemen Beschlüsse auf Olsberger Seite - Verkauf der Kirche in Silbach (2006), Verkauf von Pfarrhäusern, Verkleinerung von Grundstücken, Wegfall einer Pfarrstelle in Siedlinghausen (2006) - liegen länger zurück. Ein Gottesdienst entfiel in Siedlinghausen bereits 2010.

Daher berge die Vereinigung mehr Vor- als Nachteile, sagt Krieger. Nicht nur der Verwaltungsaufwand werde reduziert, auch inhaltlich werden Kräfte gebündelt. "Der Einzelne muss sich nicht unendlich zur Decke strecken, um Ziele zu erreichen."

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