Glaube und Kontakt

Erste Ergebnisse der Regionalanalyse stehen fest

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Die Forschungsgruppe aus Paderborn präsentierte die ersten Ergebnisse der Regionalanalyse.

Olsberg. Der Pastoralverbund Bigge-Olsberg brachte federführend durch Pfarrer Richard Steilmann, Leiter des Pastoralverbundes, und Heinrich Weber, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates Bruchhausen, die „Regionalanalyse 2016 Bigge-Olsberg“ auf den Weg. 23 Bachelor-Studenten der Katholischen Hochschule NRW aus Paderborn befragten die Menschen in allen zwölf Gemeinden nach ihrer Meinung mit dem Fokus auf junge Menschen und junge Familien.

„Wir hätten deutlich mehr Gespräche führen können, wenn mehr Leute mit uns gesprochen hätten“, erklärt Studentin Anna Lena Schröder eine teilweise ablehnende Haltung. Zum größeren Teil nutzen die Olsberger jedoch gerne die Gelegenheit, ihre Meinung zu teilen und so konnten von 255 Menschen in verschiedenen Altersphasen die Standpunkte erfasst werden.

Im Ergebnis der Untersuchungswoche zog die Forschungsgruppe der Hochschule unter der Begleitung von Prof. Dr. Joachim Faulde, Dr. Andrea Hötger und Florian Grünhäuser (Referent für politische Bildung und nachhaltige ländliche Entwicklung, Akademie Junges Land), ein erstes Resümee im Pfarrheim in Bigge. Dr. Andrea Hötger bündelte die Themen: „Die Menschen hier haben ein hohes Verantwortungsgefühl für ihren Ort und zeigen großes Engagement in Vereinen. Sie können sich auch Vorstellen, ihr Engagement in anderen Orten zu zeigen, aber nur, wenn diese im eigenen Dorf nicht möglich ist. Die Aus- und Fortbildung erhält vom Kindergarten bis zu Schule und Beruf eine überwiegend positive Bewertung ‚Man muss zwar etwas fahren, aber es ist alles machbar‘.

Beim interessantesten Thema ‚Region und pastoraler Raum‘ zeigte sich, dass die Bleibeorientierung sehr hoch ist. Allerdings besteht in den kleineren Orten Nachholbedarf bei Banken und Geschäften. Die Gemeinschaft, der Kontakt und der Glaube sind vielen Olsbergern wichtiger als die Kirche selbst. Kritik gab es für verschlossene Kirchentüren. Außerhalb der Gottesdienste würden Menschen die Kirche gerne als Ort der Ruhe nutzen.“ Die Sozialexpertin gab den Organisatoren eine erste Handlungsempfehlung mit dem Fazit, dass Jugendliche anerkannt werden möchten, dass kleinere Ehrenämter ohne langfristige Einbindung sowie Ansprechpersonen als Bindeglieder zwischen Bürgern und Kirche fehlen.

Die ausführliche Dokumentation der Arbeit wird im kommenden Herbst überreicht. Pfarrer Richard Steilmann freut sich auf die Ergebnisse und steht hinter der Umsetzung der Empfehlungen des Studienprojektes: „Eine Steuerungsgruppe mit 15 Vertretern aus den Orten, der Kirche und der Caritas wird an den Themen weiter arbeiten und dazu Interessierte mit ins Boot nehmen.“

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