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„Hier ist alles sehr authentisch“: So kam das erste digitale Bewerber-Planspiel der IG Metall Olsberg an

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Von: Silke Nieder

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IG Metall Olsberg Planspiel Ready-Steady-Go
Zufriedene Gesichter beim Feedback-Gespräch: Das Planspiel „Ready-Steady-Go“ kam bei allen Beteiligten sehr gut an. © IG Metall Olsberg

Das Ende der Schulzeit ist für viele Schüler der Abschlussklassen absehbar. Jetzt beginnt die Phase der Berufswahl und erste Vorstellungsgespräche stehen an.

Olsberg – Damit der Übergang in diesen nächsten Lebensabschnitt realistisch vorbereitet wird, andererseits aber auch die Ausbildung im Sauerland an Attraktivität gewinnt, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, organisierte die IG Metall Olsberg erstmals mit zwei Briloner Schulen und acht regionalen Arbeitgebern digitale Bewerber-Planspiele. Am vergangenen Dienstag stellte Mareike Wiese, zuständig für die Abteilung Verwaltung und den Bereich Jugend, das Planspiel mit dem Titel „Ready-Steady-Go“ vor und zog Bilanz.

Schüler mit Betrieben zusammenbringen

„Corona-bedingt ist es aktuell schwer, 100 Schülerinnen und Schüler zu einem Bewerber-Planspiel in einem Gebäude unterzubringen“, erläuterte Wiese. So entstand die Idee, die Schüler über Videokonferenzsysteme mit den Betrieben zusammen zu bringen. Rund 80 Vorstellungsgespräche führten die potenziellen Bewerber der Marienschule und der Heinrich-Lübke-Schule mit den Personalverantwortlichen. Sie konnten sich bei maximal drei Arbeitgebern vorstellen. Die Vorteile lägen auf der Hand, schilderte Helmut Kreutzmann, erster Bevollmächtigter der IG Metall Olsberg: „Es müssen keine Fahrten organisiert werden und der Unterricht kann vorher und nachher stattfinden. Vonseiten der Unternehmen kann ein Vorstellungsgespräch sogar im Homeoffice durchgeführt werden.“

Viele interessante Begegnungen

Im Vorlauf fragte die IG Metall bei Schulen an und informierte rund 50 Unternehmen verschiedener Branchen. Dass lediglich zwei Schulen und acht Unternehmen teilgenommen haben, sei für den Anfang – im Nachhinein betrachtet – nicht schlecht gewesen. „So wurde der Tag nicht überfrachtet“, berichtete Kreutzmann. Nach einem ersten Planungstreffen schickten die Unternehmen Testlinks der Videokonferenzsysteme an die Schulen und die Broschüren mit den aufgelisteten Unternehmen und Ausbildungsberufen wurden den Klassen ausgehändigt. Als die Teilnehmer feststanden, wurde die Reihenfolge für die Bewerbungsgespräche festgelegt.

Sowohl bei den Schülern als auch bei den Personalchefs kamen die digitalen Vorstellungsgespräche sehr gut an. Die Schüler berichteten von vielen interessanten Begegnungen und merkten schnell: „Hier ist alles sehr authentisch.“ Einige schickten im Nachgang bereits ihre Bewerbungsunterlagen. Die vertraute Umgebung in der Schule trug dazu bei, dass die Gespräche ziemlich „locker“ und ohne Lampenfieber gemeistert wurden. Mit 15 Minuten – inklusive Feedback an die Schüler – seien die Gespräche allerdings zeitlich etwas knapp organisiert gewesen, sodass in Zukunft mehr Zeit eingeplant werde. Einige Schüler hätten sich auch Berufe aus dem sozialen Bereich, wie dem Pflegebereich, gewünscht. Aus dieser Branche gab es keine Rückmeldungen. Auch die Unternehmen waren mit dem Projekt zufrieden: „Gerade in diesen Zeiten war das eine tolle Plattform, um Kontakte zwischen Betrieben und Schülern herzustellen.“ Besonders auch das höfliche Auftreten der Schüler sei hervorzuheben.

Helmut Kreutzmann betonte: „Ich sage den Unternehmen immer: ‚Ihr müsst mehr ausbilden.‘ ‚Dann bringt mal Bewerber mit‘ ist dann die Antwort.“ Über die digitalen Möglichkeiten könne das Einzugsgebiet von Bewerbern erweitert werden und. „Wir müssen uns so breit wie möglich aufstellen“, ergänzte er. Dazu bedürfe es auch weiterer Wohnformen, wie Einraumwohnungen. Sein Appell galt den Kommunen, öffentlichen Wohnraum für Auszubildende bereitzustellen.

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