1. SauerlandKurier
  2. HSK
  3. Olsberg

"Freier" Fluss für Fische

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Gewässerschutz ist Naturschutz — und davon profitieren nicht nur die Wasserbewohner, sondern unmittelbar die Menschen: Die Wasserqualität verbessert sich, und außerdem bieten naturnahe Flüsse den besten Schutz vor Hochwasser. Die Stadt Olsberg will jetzt elf Wehranlagen von Assinghausen bis zur Stadtgrenze nach Winterberg naturnah umgestalten.

Der Ausschuss für Ordnung, Umwelt und Verkehr hat jetzt die Stadtverwaltung beauftragt, Planungsangebote einzuholen, um dann den entsprechenden Auftrag zu vergeben. Das Ziel der Umbauten: Die Ruhr soll in diesem Bereich, mit Ausnahme des Stauweihers in Wiemeringhausen, wieder durchgängig für Fische und Kleinlebewesen werden.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte sich die Stadt Olsberg für eine naturnahe Ruhr engagiert. Im Bereich der Bigger Ruhrauen wurde der Flusslauf renaturiert. Außerdem sind Wehre und Abstürze so umgestaltet, dass die Ruhr von Bigge bis Assinghausen — mit Ausnahme des Olsberger Stausees — für Wasserbewohner durchgängig ist. Nun soll auch der obere Abschnitt der Ruhr bis zur Stadtgrenze "angepackt" werden.

Insgesamt 23 Wehre und Abstürze gibt es in diesem Bereich. Elf von ihnen sind von ihrer Höhe her für wandernde Fische ein unüberwindbares Hindernis — sie sollen umgestaltet werden.

Erste vier Wehre schon im Herbst fertig

Nach Abschluss der Planungen könnten schon im Herbst die ersten vier Wehre zwischen Assinghausen und dem Wiemeringhauser Stauweiher fertiggestellt werden, so Elmar Trippe vom Fachbereich Bürgerservice und öffentliche Ordnung der Stadtverwaltung Olsberg, "die restlichen Wehre und Staustufen der Ruhr bis zur Stadtgrenze folgen dann im Jahr 2011." Danach will die Stadt Olsberg Verbesserungen im Bereich Elpe, Neger und Medebach/Gierskopp "in Angriff nehmen". Die meisten Abstürze sind so genannte "Schlachten" — alte Wiesenbewässerungswehre. "Die dazugehörigen Wasserrechte sind bereits erloschen." In welcher Form die Wehre umgestaltet werden, soll sich durch die Planungen ergeben. Mitunter, so Trippe, muss nicht unbedingt ein kompletter Rückbau nötig sein. Ein Umgehungsgerinne könne dann für "Durchgängigkeit" sorgen. Die Stadt Olsberg setzt bei der Umgestaltung auf den Dialog mit Nachbarn und Anliegern. Man wolle gemeinsam überlegen, welche Lösung an welcher Stelle am sinnvollsten sei, unterstreicht Elmar Trippe. Die Stadt Olsberg erfüllt mit diesem Projekt die Anforderungen der so genannten "EU-Wasserrahmenrichtlinie". Danach muss bis 2015 ein deutlich verbesserter Zustand der Gewässer erreicht werden. Unabhängig von den rechtlichen Vorgaben bedeuten die Wehrumbauten aber eine Verbesserung für die Stadt Olsberg, so Bürgermeister Wolfgang Fischer: "Die Qualität der Gewässer wird auf Dauer sichergestellt." Das Land NRW wird den Umbau der Wehre mit 80 Prozent der Kosten bezuschussen. Den 20-prozentigen Eigenanteil kann die Stadt Olsberg über Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in Natur und Landschaft finanzieren.

Auch interessant

Kommentare