Gottesdienste streichen

In Bruchhausen können sich die Gemeindemitglieder durchaus vorstellen, in der Kirche ?Wortgottesfeiern? selbst zu leiten.

Schneller als erwartet, ist im Pastoralverbund Bigge-Olsberg die Situation eingetreten, mit der man erst ab Sommer gerechnet hatte: Wegen Priestermangels müssen Gottesdienste gestrichen werden. Wie am Wochenende bekannt wurde, fällt Pastor Klaus-Peter Göbel krankheitsbedingt längerfristig aus, ab dem 23.

Februar müssen die Gemeindemitglieder auch drei Wochen auf Pastor Norbert Lipinski (Urlaub und Fortbildung) verzichten. Da dieser, wie berichtet, den Pastoralvberbund im Sommer verlässt, werden weitere Engpässe befürchtet. Jetzt sind neue Ansätze gefragt.

Da mit "dreieinhalb" Seelsorgern – Pfarrer Richard Steilmann, Pastor Lipinski, Vikar Antoni Soja und Vikar George Muthirakalayil, der nur eine halbe Stelle hat –, nicht alle Gottesdienste in den zwölf Gemeinden gefeiert werden können, wird ab dem 23. Februar jeden Sonntag in drei Gemeinden je ein Gottesdienst gestrichen. Wenn sich die personelle Situation auf Dauer nicht ändert, wird diese Regelung weitergeführt. Bereits ein zweites Modell haben die Verantwortlichen aus der Steuerungsgruppe in der Schublade. Denn noch ist nicht klar, wann der Nachfolger für Norbert Lipinski kommt. "Die Stelle ist noch nicht ausgeschrieben, das wird wahrscheinlich erst im Frühjahr passieren", sagt Richard Steilmann, Leiter des Pastoralverbundes. Sollte Pastor Göbel weiterhin krank sein, wenn Lipinski geht, dann könnten künftig sechs Gottesdienste ausfallen.

Eine Zukunftsperspektive, die auch den Gemeindemitgliedern Sorgen macht. In Bruchhausen beispielsweise kann man sich durchaus vorstellen, selbst Initiative zu ergreifen. Ein Modell wäre, dass Laien am Sonntag "Wortgottesfeiern" leiten – eine Feier ohne Pastor. Entsprechende Fortbildungen werden vom Bistum angeboten.

"Der Knoten ist geplatzt"

"Das soll ohnehin in allen Pastoralverbünden etabliert werden", sagt Richard Steilmann mit Hinblick auf den allgemein herrschenden Priestermangel. "Wenn die Not groß ist, merkt man, dass man handeln muss. Vielleicht beschleunigt das den Prozess." Gemeindemitglieder, die sich vorstellen können, "Wortgottesfeiern " zu leiten, können sich in Bigge im Pfarrbüro melden oder einen der Seelsorger ansprechen.

Unabhängig von der aktuellen Notlage denkt man derzeit im Pastoralverbund über neue Projekte nach. Gemeinsam mit der Jugend soll beispielsweise überlegt werden, was sich die jungen Menschen für Gottesdienstformen wünschen. Gedanken mache man sich auch, wie die Kapelle im Josefsheim integriert werden könne, so Steilmann. Vorstellbar sei eine "Projektkirche". Noch enger sollen auch die Gemeinden künftig zusammenarbeiten. In einem Jahr – zwei Jahre nach der Zusammenlegung der Pastoralverbünde Olsberg Freier Grund und Bigge – soll ein Komplettpaket stehen. "Es war ein schwieriger Start, aber jetzt läuft es. Irgendwann war der Knoten geplatzt", äußert sich Steilmann zufrieden über das Zusammenwachsen der beiden Pastoralverbünde.

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