"Der Klimawandel wartet nicht"

Grünen-Ortsverband stellt Antrag auf „Klimanotstand“ in Olsberg

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Der Ortsverband der Grünen fordert den Ausruf des Klimanotstandes in Olsberg. Franz-Josef Weigand, Peter Bergmann, Karl Heinz Weigand und Dieter Ludwig (v.l.) untermauerten ihren Antrag mit den aus ihrer Sicht jahrzehntelangen Versäumnissen.

Olsberg - Mit Nachdruck besteht der Ortsverband der Grünen jetzt auf die Umsetzung seiner jahrzehntelangen Forderungen. Mit dem Wahlergebnis von 14,9 Prozent (+9,1) bei der letzten Europawahl im Rücken, stellt die Fraktion in der der nächsten Ratssitzung den Antrag, auch in Olsberg den Klimanotstand auszurufen.

Zahlreiche Städte haben dies bereits getan, in Olsberg sieht Grünen-Fraktionsvorsitzender Karl Heinz Weigand die Notwendigkeit, sich anzuschließen, da hoher Nachholbedarf im lokalen Klimaschutz besteht: „Im Jahr 1999 haben wir Handlungskonzepte für eine nachhaltige Stadtentwicklung unter besonderer Berücksichtigung energiesparender Maßnahmen im Rat ins Gespräch gebracht. Wir haben uns im Rahmen eines Workshops zur lokalen Agenda 21 vom Referenten Andreas Rohleder seine Erfahrungen berichten lassen, dazu waren der Verein 'Eine Welt' und die Heinrich-Böll-Stiftung eingeladen. 2007 lehnte der Rat unseren ersten Antrag zur CO2 Problematik ab. Auch aus weiteren Anträgen und Ansätzen ist leider nicht viel geworden.“ 

"Der Klimawandel wartet nicht"

Immer wieder wies die Fraktion in den jährlichen Haushaltsreden auf die Probleme hin. „Etwas energetische Sanierung und der Austausch einiger Lampen in LED Technik ist zu wenig, der Klimawandel wartet nicht. Den versprochenen Klima-Manager, der im Rahmen interkommunaler Zusammenarbeit vom Kreis eingestellt werden sollte, gibt es auch noch nicht“, bedauerte Karl Heinz Weigand genauso wie das Vorhandensein von lediglich zwei städtischen Photovoltaikanlagen. Eine (auf dem Aqua Olsberg) selbst betriebene, sowie eine weitere (auf dem Dach der Realschule), für die die Stadt Olsberg nur die Fläche bereitstellt. 

„Ein aktuelles Urteil des Verwaltungsgerichtes Arnsberg bescheinigte der Stadt Olsberg jetzt noch eine 'Verhinderungsplanung', die der Windkraft im Flächennutzungsplan zu wenig Raum gibt“, gab Peter Bergmann bekannt. Die jetzt drohenden Anträge nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) hieß Karl Heinz Weigand für nicht gut: „Wir wünschten uns 15 bis 16 Windkraftanlagen im Stadtgebiet für die Erzeugung des in Olsberg benötigten Stromes.“ Konkrete Gespräche über das weitere Vorgehen wird es erst geben, wenn die noch ausstehende Urteilsbegründung bekannt ist. 

Weiter prangert Karl Heinz Weigand den großzügigen Einsatz von Beton in der Kernstadt an und fordert mehr „Grün“ sowie weitere Planungen nur unter Beachtung des Klimaschutzes. Peter Bergmann kündigte Aktionen für Jugendliche sowie Vorträge zu unterschiedlichen Themen mit Referenten aus der Partei an. Die Werbung für die Grünen unterstrich Fraktionsgeschäftsführung Franz-Josef Weigand: „Auch Nicht-Mitglieder sind eingeladen, sich bei uns zu beteiligen.“

Künftige Treffen 

Jeweils der Donnerstag in der Woche nach der Ratssitzung soll als fester Termin dienen, der Treffpunkt wird bekannt gegeben.

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