Heiztechnik unterschätzt

Die kostengünstigste Maßnahme, um Emissionen und Geld zu sparen, ist die Energieeffizienz. Dafür brach der Europaabgeordnete Peter Liese (CDU) eine Lanze. Er hatte im Gespräch mit Vertretern des Handwerks und der Industrie aus Südwestfalen unter dem Arbeitstitel "Global denken, lokal handeln" darüber reflektiert, was die künftige Energiepolitik für die Region, die Verbraucher und die Arbeitsplätze vor Ort bedeutet.

Sehr intensiv diskutiere man in der Europäischen Union über Maßnahmen der Energieeffizienz. Man sei aber noch nicht auf allzu gutem Wege. Bis 2020 soll der Energieverbrauch um 20 Prozent gesenkt werden. "Wahrscheinlich sind nur neun Prozent, wenn wir weitermachen wie bisher", so Liese. Dabei hätte die Region Südwestfalen eine weltweite, mindestens europaweite Führungsstellung in diesem Bereich.

Nach Berechnungen der Europäischen Kommission kann ein durchschnittlicher Haushalt durch Energieeffizienz 1000 Euro einsparen und es können eine Million neue Jobs in Europa, insbesondere bei mittelständischen Unternehmen, geschaffen werden.

Statt durch hohe Öl- und Gasrechnungen viel Geld in teilweise problematische Länder zu schicken, "sollten wir die Handwerker und Industrie in Deutschland mit dem Geld arbeiten lassen", warb Liese.

Noch nicht bei allen angekommen

"Jeder kann einen Euro nur ein Mal ausgeben", sagte Hans-Joachim Hering (stellvertretender Landesinnungsmeister des Fachverbandes SHK NRW). Da sei es wichtig zu klären, wo man mit dem Euro den größten Erfolg erzielen könne. "Man sollte sich mit jemandem zusammentun, der Ahnung hat und eine individuelle Prioritätenliste erarbeiten", warb Hering für die Experten vor Ort. "Der Kosten-Nutzen-Effekt der Haustechnik ist in den Köpfen der Menschen noch nicht drin", bedauerte Liese.

Derweil gab es ein erstes Aufatmen bei den heimischen Mittelständlern. Im Rahmen einer Ökodesign-Richtline hatte man auf europäischer Ebene die Einführung eines Gesamtlabels (Qualitätssiegel) für eine Heiztechnik-Anlage diskutiert. Man habe aber in Brüssel erfolgreich Alarm geschlagen, so Peter Liese. Ein Gerät besteht aus hunderten von Teilen. "Es gibt nur sehr wenige große Firmen, die alles aus einer Hand liefern können", sagte Liese. Der Mittelstand würde zum Zulieferer degradiert und könnte nicht individuell auf die Kundenwünsche eingehen.

"Wir müssen der erste Ansprechpartner vor Ort sein", so Franz-Josef Happel (Obermeister der Innung Brilon/Meschede). "Wir sind interessiert daran, hochwertige Produkte einzubauen. Wir haben auch nichts gegen eine Qualifizierung. Die meisten Firmen können sich das locker leisten. Aber nur für sich abgeschlossene Komponenten", sagte Hans-Peter Sproten (Hauptgeschäftsführer des Fachverbands SHK NRW).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare