Warenkorb bietet Sprachkurs an – Paten gesucht

Hilfe für Flüchtlinge

Auch der Kindergarten aus Elleringhausen spendete schon für den Warenkorb. In diesem Jahr backen unter anderem die Firmlinge aus Bigge Plätzchen. Die Krankenhausstiftung St. Nilokaus wird Schuhkartons für Weihnachten packen.

Ihr Leben stagniert. Einsamkeit, Isolation, unfreiwillige Untätigkeit, Hoffnungslosigkeit – darum drehen sich viele Gespräche, die Vroni Heiselmeier, verantwortlich für den Warenkorb in Olsberg, mit ihren Kunden führt.

Rund 20 Asylbewerber – hauptsächlich aus Afrika – kommen zu ihr und ihrem Team. „Man will so gerne helfen, aber überall sind Steine im Weg“, sagt Heiselmeier.

Besonders nahe geht ihr das Schicksal eines evangelischen Pfarrers aus Afrika, der sich unter den Flüchtlingen befindet. Seine Frau hat kürzlich erst ein Baby bekommen. Nicht nur, dass es Komplikationen bei der Wohnungssuche gibt. „Die Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit sind ihm ins Gesicht geschrieben“, erzählt Vroni Heiselmeier. Dem jungen Mann geht es so wie vielen anderen Flüchtlingen in Olsberg – rund 70 Prozent sind erst um die 20 Jahre alt: Sie sitzen gezwungenermaßen untätig herum, weil sie keine Arbeitserlaubnis haben. Und jeden Mittwoch fragen sie die Warenkorb-Mitarbeiter nach einem Sprachkurs. „Je mehr Deutsch sie können, wenn sie den Aufenthaltsstatus bekommen und arbeiten dürfen, desto besser“, sagt Vroni Heiselmeier.

Um den Menschen eine Perspektive zu geben, beginnt jetzt im Dezember ein Sprachkurs beim Studienkreis für ihre Schützlinge – ein reines Angebot des Warenkorbs Olsberg. Damit der Sprachkurs keine Eintagsfliege bleibt, ist der Warenkorb auf finanzielle Hilfe angewiesen. Vroni Heiselmeier würde sich freuen, wenn Firmen, Vereine oder Privatpersonen eine Finanzspritze beisteuern würden. Am 14. Dezember bittet die Caritas vor dem Hit-Markt außerdem wieder um „Ein Teil mehr“.

„Gefühl vermitteln: Ich bin nicht allein“

Belohnt für ihr Engagement wird die Olsbergerin, wenn sie die Freude in den Augen der Menschen sieht, denen sie zu helfen versucht. „Sie freuen sich über jedes Lächeln und jedes Gespräch“, sagt Vroni Heiselmeier, die am Ökumenischen Arbeitskreis für Flüchtlinge im HSK teilnimmt. Dort hat sie auch von Ehrenamtlichen aus Hallenberg und Eslohe erfahren, die unter dem Motto „Kultur trifft Kultur“ einen Menschen begleiten, bei Behördengängen oder bei praktischen Dingen. Um den Asylbewerbern das Gefühl zu vermitteln: Ich bin nicht alleine. Eine Idee, die sie gerne auch in Olsberg umsetzen würde. „Je offener wir auf die Flüchtlinge zugehen desto mehr erleichtern wir ihnen den Aufenthalt.“ Sprachkenntnisse seien zwar von Vorteil, aber nicht zwingend, sagt Heiselmeier, die selbst nur ganz wenig Englisch spricht.

Wer Interesse an einer Patenschaft hat, meldet sich bei ihr unter % 0 29 62/46 85. Wer den Sprachkurs unterstützen möchte, meldet sich bei Ui Schilling (Caritas) unter % 0 29 61/97 19 0 oder spendet an Caritasverband Brilon e.V, Kontonummer 56283, BLZ 41651770, Sparkasse Hochsauerland, Stichwort „Warenkorb Olsberg“. (Von Jana Sudhoff, j.sudhoff@sauerlandkurier.de)

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