Säger sehen ihre Perspektiven, Arten- und Naturschutz gefährdet

Holzverarbeiter kritisieren Entwurf zum Landesnaturschutzgesetz 

Die Mitglieder der Initiative Holz und Arbeit NRW und der CDU-Landtagsabgeordnete kritisieren den Entwurf zum neuen Landesnaturschutzgesetz (v.l): Dr. Hubertus Weber (Geschäftsführer der Initiative), Matthias Kerkhoff (MdL), Hans-Georg Pieper (Geschäftsführer Pieper Holz), Ulrich Baust (Geschäftsführer Baust Holzbetrieb) und Rudolf Pack (Gesellschafter und Mitinhaber Pack Holz). 
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Die Mitglieder der Initiative Holz und Arbeit NRW und der CDU-Landtagsabgeordnete kritisieren den Entwurf zum neuen Landesnaturschutzgesetz (v.l): Dr. Hubertus Weber (Geschäftsführer der Initiative), Matthias Kerkhoff (MdL), Hans-Georg Pieper (Geschäftsführer Pieper Holz), Ulrich Baust (Geschäftsführer Baust Holzbetrieb) und Rudolf Pack (Gesellschafter und Mitinhaber Pack Holz). 

Olsberg/Hochsauerland. Weitere Nutzungseinschränkungen und Stilllegung der Wälder in NRW sind ein Teil des Entwurfs zum neuen Landesnaturschutzgesetz. Die Initiative Holz und Arbeit NRW warnt vor diesem Vorhaben, da sich die Perspektive für Holzverarbeiter dadurch enorm verschlechtern würde und auch der Arten- und Naturschutz damit nicht verbessert, sondern eher geschädigt werde. Der CDU-Landtagsabgeordnete Matthias Kerkhoff versteht die Sorgen der Holzwirtschafter und hat kein Verständnis für die Pläne der rot-grünen Landesregierung. Bei einem Pressegespräch informierten die Beteiligten über aktuelle und bevorstehende Probleme in der Branche. 

Schon jetzt herrschen in etwa 90 Prozent der heimischen Wälder aufgrund des Natur- und Artenschutzes erhebliche Einschränkungen für die Nutzung „bis hin zu Totalschutz ohne jegliche Bewirtschaftung“, wissen die Fachleute aus der Initiative Holz und Arbeit NRW. Weitere Maßnahmen in der Hinsicht bedrohen laut Initiative die gesamte Holz- und Forstwirtschaft, die in NRW bislang einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert hatte.

Werde die Waldbewirtschaftung nun durch die Landesregierung weiter eingeschränkt, drohe den Holzverarbeitern über kurz oder lang die Rohstoffverknappung. „Die Existenz der Sägewerke unserer Region ist in erster Linie von der regionalen Verfügbarkeit von Rohholz abhängig“, weiß Hans-Georg Pieper, Sprecher der Initiative und Geschäftsführer von Pieper Holz in Assinghausen. Von den Existenzen hängen eine landesweite Wirtschaftsleistung von 38 Milliarden Euro sowie etwa 180.000 Arbeitsplätze ab. „Der wirtschaftliche Erfolg dieser zumeist mittelständischen Familienbetriebe ist in erster Linie von der Verfügbarkeit von Rohholz, das in unseren Wäldern als regenerativer Rohstoff nachwächst, abhängig“, heißt es in einer Pressemitteilung der Initiative.

„Es gibt bei Holz keinen Abfall“

„Der Werkstoff Holz ist der Beste, den wir haben“, erklärt Pieper. „Es gibt bei dem tollen Werkstoff Holz keinen Abfall. Das Holz findet sich in allen Lebensbereichen wieder.“ Wenn Pieper von Holz spricht, meint er vor allem Nadelhölzer und insbesondere die Fichte, den „Brotbaum“ dieses Wirtschaftsbereiches. Die Fichte wachse fast doppelt so schnell wie die Eiche, sei besser für die Verbauung und die Statik im Verhältnis zum Gewicht sei kaum mit anderen Holzarten zu vergleichen. Hinzu komme, dass alle Abfallprodukte zum Beispiel für Zellstoffe, die Verpackungsindustrie und zur Pelletherstellung genutzt werden können. Der Anteil der Fichte in den heimischen Wäldern liegt allerdings nur noch bei 30 Prozent, während der Laubbaumanteil bei 57 Prozent liegt.

Die Versorgung mit dem Rohholz habe bereits seit Kyrill drastisch abgenommen. Daher sei auch der Preis für einen Festmeter auf ein so hohes Niveau gestiegen, dass man international kaum noch wettbewerbsfähig sei, so die Beteiligten der Initiative.

Folgen dieser Entwicklung seien kostengünstige Exporte aus Skandinavien, Osteuropa und den USA. „Wir schauen mit Sorge auf das, was aus den USA auf uns zukommt“, sagt Rudolf Pack, Gesellschafter und Mitinhaber der Pack-Holz GmbH am Diemelsee. Während der Festmeter der Fichte als Rundholz in Standardqualität in Deutschland bei 90 Euro und mehr liegt, bieten die nord- und osteuropäischen Länder den Festmeter für 50 bis 60 Euro an. Die USA liegt preislich sogar noch darunter. So können ausländische Produkte, trotz des Transportes, in Deutschland günstiger angeboten werden, als es den hiesigen Holzverarbeitern möglich sei, macht Dr. Hubertus Weber, Geschäftsführer der Initiative und des Teams Timber, deutlich.

Sorgen machen sich die Holzverarbeiter aber nicht nur um ihre Wirtschaft, sondern auch darum, dass der Naturschutz „überstrapaziert“ werde. „Es gibt eindeutige Faktoren, dass großflächige Waldstilllegungen sogar Arten- und Klimaschutz schaden“, erklärt Dr. Weber. Kaum ein anderer Wirtschaftszweig handele so in Einklang mit Natur-, Arten- und Klimaschutz wie die Forst- und Holzwirtschaft, fügt Pieper hinzu. „Der Schutz und der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur ist auch das Anliegen der Holzverarbeiter“, beschreiben die Verantwortlichen.

Sie sind der Meinung, dass mit weiteren Stilllegungen ein gefährlicher und falscher Weg eingeschlagen werde, da eine nachhaltige Waldbewirtschaftung durch die Eigentümer alternativlos sei. „So wird im Einklang mit Natur- und Artenschutz auch unser Bedarf an ökologischem Baustoff und Energieträger Holz gedeckt. Auch werden Klimaschutzleistungen und ein umfangreiches Erholungsangebot für den Bürger weiter bereitgestellt.“

Einschränkungen für Bürger möglich

Erholungsangebote sehen die Initiatoren ebenfalls gefährdet. Wenn der Gesetzesentwurf, so wie aktuell von der Regierung geplant, verabschiedet würde, könne das in Zukunft ein Begehungsverbot der Wälder für alle Bürger zur Folge haben. Zwar werde diese laut Regierung nicht in Betracht gezogen, doch daran zweifeln die Holzverarbeiter.

Matthias Kerkhoff, CDU-Landtagsabgeordneter, übt ebenfalls Kritik an Rot-Grün. Das Vorhaben habe keinen Vorteil für den Naturschutz. Darüber hinaus könne das Gesetz künftig auch einen Eingriff in den Privatwald zur Folge haben. „Deswegen ist die Forderung der CDU auch, eine Korrektur an dem Gesetzesentwurf vorzunehmen.“ Das Thema Umwelt und Landwirtschaft werde in nächster Zeit ein großes Thema in der Politik sein. Man soll „Potenziale, die wir haben, auch nutzen und nicht weitere Erschwernisse hinzufügen“, fasst Kerkhoff zusammen und erntet zustimmendes Nicken der Initiatoren.

Initiative Holz und Arbeit NRW
  • Der Initiative Holz und Arbeit NRW gehören 29 holzverarbeitende Unternehmen in Nordrhein-Westfalen an
  • Gemeinsam setzen sie sich für die Erhaltung gewachsener, regionaler Wirtschaftsstrukturen und der damit verbundenen Arbeitsplätze einDas dafür vorrangige Ziel ist die Sicherstellung der Rohholzversorgung in NRW
  • Mit der Aktion „Betreten verboten“ wollen sie auch die Bürger auf die gravierenden Folgen von Nutzungseinschränkungen und Stilllegungen der Wälder aufmerksam machen
  • Mit dem Rohstoff Holz stehen in NRW 38 Milliarden Euro Wirtschaftsleistung und 180.000 Arbeitsplätze im Zusammenhang

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