Feste Anstellung bereits mit 16 Jahren

50 Jahre an der Orgel: Günther Wiegelmann feiert sein Dienstjubiläum

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Der Organist Günther Wiegelmann feiert sein 50-jähriges Dienstjubiläum.

Bruchhausen - Die Leidenschaft an der Königin der Instrumente, der Orgel, ist bei Günther Wiegelmann seit seiner Kindheit ungebrochen. Bereits im Alter von 16 Jahren bekam er eine feste Anstellung bei der Kirchengemeinde St. Cyriakus Bruchhausen und feierte am Samstag sein 50-jähriges Dienstjubiläum.

Vor gut sechs Jahren übernahm Günther Wiegelmann zusätzlich das Orgelspiel in den Messen der Gemeinden St. Laurentius Elleringhausen und vor rund drei Jahren St. Nikolaus Olsberg. Als Vertretung hört man sein Spiel im gesamten Stadtgebiet und im pastoralen Raum Korbach. 

Aktuell hat der Pastoralverbund Bigge-Olsberg noch acht Organisten, von denen Manfred Eickler aus Helmeringhausen bald sein 85. Lebensjahr vollendet und dann aus dem Dienst ausscheiden wird. 

Solange die Gesundheit mitspielt denkt Günther Wiegelmann noch lange nicht ans Aufhören, wirbt aber trotzdem für Nachwuchs: „Wir möchten Schnupperkurse für Kinder und Jugendliche anbieten. Die Orgelführung mit den Kommunionskindern stößt auch immer auf Interesse. Die Ausbildung für junge Organisten in unserem Erzbistum liegt in den Händen von Regionalkirchenmusiker Werner Komischke, Organist in Medebach.“ 

Klavier statt Kühlschrank

Wiegelmanns damalige Ausbildung war für die siebenköpfige Familie mit Entbehrungen verbunden. 1963 stellten die Eltern die Anschaffung eines Kühlschrankes ein Jahr zurück, um ein Klavier zu kaufen. Zuvor übte Günther Wiegelmann auf dem Klavier des Männergesangvereines in der Gaststätte „Wicküler Eck“ und später bei Hildegard Steinrücken (Franzes). 

Mit acht Jahren begann sein Klavierunterricht bei Frau Habig in Assinghausen und danach bei Friedel Köster in Olsberg. Den ersten Einblick in die Orgelmusik bekam Wiegelmann im fünften und sechsten Schuljahr bei den Werktagsmessen, als er mit seinem Lehrer Heinz Lettermann mit auf die Orgel ging. Seine ersten Andachten spielte er dann im Alter von 12. Beim Dekanatskantor Wilfried Lensing nahm Günther Wiegelmann in Medebach mehrere Jahre Orgelunterricht und nutzt heute gerne jede Gelegenheit, Kirchenkonzerte im Umkreis zu besuchen. 

Ein unvergessenes Erlebnis war es für den Organisten der St. Cyriakus Gemeinde Bruchhausen, beim Besuch des Vatikans mit einer Reisegruppe mit dem damaligen Pastor Herbert Kringe, in der Kirche am deutschen Friedhof „Campo Santo Teutonico“ zu spielen. 

Pfarrer Richard Steilmann, Leiter des Pastoralverbundes Bigge-Olsberg, dankte in seinem Grußwort: „Was wären unsere heiligen Messen ohne Orgelmusik? Günther Wiegelmann spielt immer vollendet.“ Wiegelmann hofft vor dem Hintergrund sinkender Kirchenbesucherzahlen, in zehn Jahren nicht in einer leeren Kirche spielen zu müssen.

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