Jedem eine Chance geben

Zur zweiten Mannschaft beim TuS Antfeld gehören Oliver Plaßwilm (mittlere Reihe 1.v.l.) von der Lebenshilfe und seine Betreuten Christopher Offermanns (hinten, 3.v.l.) und Frank Schürmann (mittlere Reihe, 5.v.l.). Die Lebenshilfe spendete die Aufwärmshirts.

„Warum sollten behinderte Menschen nicht Fußball spielen können?“ – Der Bezugsbetreuer und Heilerziehungspfleger von der Lebenshilfe in Meschede, Oliver Plaßwilm, setzt sich für die Integration seiner Schützlinge ein. Zwei von ihnen hat er nun zum TuS Antfeld geholt. Seit der Winterpause 2012/13 gehört der 31-jährige Frank Schürmann sogar zum festen Kader der zweiten Mannschaft

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„Bei einem internen Fußballturnier habe ich sein Talent sofort erkannt“, sagt Oliver Plaßwilm, selbst Fußballtrainer beim TuS Antfeld, über Frank Schürmann. Seit fünf Jahren betreut er den 31-Jährigen und hilft ihm beim täglichen Leben. Frank Schürmann ist lernbehindert. Das bedeutet er braucht Hilfe bei der Bewältigung von alltäglichen Aufgaben. Oliver Plaßwilm besucht ihn deshalb zweimal pro Woche. „Das Ziel ist es, dass er selbstständig sein Leben meistern kann und mich nicht mehr braucht.“ Frank Schürmann sei auf dem besten Weg dorthin. Besonders hilfreich sei dabei, die Einbindung in den Fußballverein, da die Mannschaft ihm Selbstbewusstsein gäbe. „Ich fühle mich sehr wohl beim TuS“, sagt Frank Schürmann. „Der Druck ist weg, besser sein zu müssen als die anderen.“ Vorher hatte der 31-Jährige aus Olsberg bei einem anderen Verein gespielt, saß aber oft nur auf der Ersatzbank. „Beim TuS werde ich respektiert und ich darf endlich auf den Platz.“ Einer seiner neuen Teamkollegen, Wolfgang Krause, glaubt an sein Talent: „Wo sonst soll Integration gelingen, wenn nicht beim Mannschaftssport. Bei unserer zweiten Mannschaft spielt er als Verteidiger als feste Nummer 3.“ Neben Frank Schürmann spielt auch Christopher Offermanns aus Brilon beim TuS Antfeld. Trotz seiner geistigen Behinderung nimmt er am Training der alten Herren-Mannschaft teil. „Fußballspielen bereitet ihm Spaß, auch wenn seine Fähigkeiten nicht für Wettkämpfe reicht. Er ist trotzdem in die Mannschaft integriert“, erzählt Oliver Plaßwilm. Integration durch Sport sei sehr wichtig für den Verein. „Die Spieler kommen auf mich zu und zeigen Interesse an meiner Arbeit“, so der Bezugsbetreuer weiter. „Sie geben jedem eine Chance sich zu beweisen.“ Als Dankeschön für die Integration von jungen Menschen aus dem ambulant betreuten Wohnen der Lebenshilfe spendete die Lebenshilfe jetzt Aufwärmshirts für die Antfelder zweite Mannschaft.

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