„JuleA“ jetzt auch in Olsberg – Kursstart nach Osterferien

Jung und Alt tauschen Rollen

Die Arnsberger Senior-Trainer Charlotte Kätsch und Wolfgang Rochna stellten den Neunt- und Zehntklässlern der Olsberger Realschule das Projekt „JuleA“ in der Aula der Schule vor. Foto: Jana Sudhoff

Handy-Kunde, PC-Kunde und Situationsenglisch: Nach den Osterferien stehen in der städtischen Realschule Olsberg drei neue Fächer auf dem Stundenplan.

Zumindest für die Neunt- und Zehntklässler, die sich freiwillig für das Projekt „JuleA“ angemeldet haben. Doch müssen sie dabei nicht einmal in der Woche eine Schulstunde lang – ungefähr die siebte Stunde – die Schulbank drücken, die Jugendlichen schlüpfen selbst in die Lehrerrolle. Ihre Schüler: Senioren der Generation 55+.

Von Jana Sudhoff

Im Hochsauerlandkreis ist das Projekt „Jung lehrt Alt“ längst zum „Renner“ geworden, selbst bis zum Landesministerium hat sich der Erfolg des generationenübergreifenden Projektes rumgesprochen. Mehr als 1100 Teilnehmer haben die Arnsberger Projektinitiatoren um Wolfgang Rochna seit 2008 bereits an den teilnehmenden Realschulen in Arnsberg, Sundern, Neheim, Hüsten und Marsberg registriert. Auch ein Gymnasium in Recklinghausen wird sich im Frühjahr einklinken. Jetzt können nach den Osterferien auch die Olsberger Realschüler ran.

Das absolut Besondere: Die „Schüler-Lehrer“ und ihre „Senior-Schüler“ begegnen sich im 1:1-Unterrichtsformat. Das heißt: Jeder Senior-Schüler hat für die Dauer der Kurse „seinen“ Schüler-Lehrer an seiner Seite, Kursinhalte und -ziele werden individuell gestaltet.

„Und es wird nicht mit Schaum vorm Mund gelernt“, sagt Rochna. „Es ist durchaus gewollt, dass Jung und Alt über den Lernstoff hinaus ins Gespräch kommen.“

Profitieren können beide Generationen von dem Projekt – und das in mehrfacher Hinsicht. Die Senioren bilden sich kostenlos auf einem selbst gewählten Niveau und zu individuellen Fragestellungen weiter.

Auf Kreuzfahrt ohne Vokabeln zu pauken

Sie lernen beispielsweise, was „simsen“ ist“ oder wie man im Handy ein Telefonbuch anlegt, wie man am PC einen Brief an Behörden schreibt und gestaltet oder sie lernen auf einer imaginären Kreuzfahrt alltagstaugliche Dialoge auf Englisch – ohne viel Vokabeln zu pauken.

Die Jugendlichen entwickeln nicht nur ihr Selbstbewusstsein, ihre Selbstständigkeit und Kreativität weiter und lernen Verantwortung für die Lernenden zu übernehmen. Weil sie das Ganze ehrenamtlich in ihrer Freizeit tun, wird dieser Einsatz auch als Sonderqualifikation und bürgerschaftliches Engagement gewürdigt. Die Schüler-Lehrer, die sich wenigstens über einen Kursblock von zwei Monaten an dem Projekt beteiligt haben, bekommen nicht nur einen positiven Vermerk auf dem Zeugnis. Mit dem NRW-Ehrenamtsnachweis halten sie auch ein Zertifikat in den Händen, das sie bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz unterstützen soll.

Die Handwerkskammer, die Industrie- und Handelskammer und der KURIER-Verlag sind die projektunterstützenden Partner dieses Erfolgsprojekts. Die Lernmittelkosten für „Situations-Englisch“ übernimmt die Sparkasse Hochsauerland; Gebietsdirektion Brilon. Die Schule stellt die Infrastruktur zur Verfügung.

Bis zum kommenden Freitag haben die Realschüler Zeit, sich für „JuleA“ anzumelden. Wenn die Organisatoren einen Überblick darüber haben, wie viele „Schüler-Lehrer“ in Olsberg zur Verfügung stehen, kann die „Suche“ nach „Senior-Schülern“ starten. Der SauerlandKurier wird zeitnah berichten, wann und wo sich interessierte Senioren melden können.

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