Kreative Kräuter-Küche im heimischen Kräutergarten serviert

Kein Zitronengras oder Sushi

Kräuterpädagogin Barbara Lütteken (li.) erläuterte den Gästen, welche kulinarischen und heilsamen Schätze im Kräutergarten gedeihen. Foto: Kristin Sens

Unter dem Motto „Wenn Pastors Garten zum Speisezimmer wird“ stellten drei renommierte Köche aus der Region vor, wie vielseitig heimische Kräuter die Küche bereichern.

Mitten im Kräutergarten in Elpe bereiteten sie verschiedene Gerichte zu, die vor Ort verkostet wurden.

„Alles was der Mensch zum Leben und gesund bleiben braucht, wächst in unserer unmittelbaren Umgebung“, erklärte Kräuterpädagogin Barbara Lütteken und hatte sogleich Beispiele bereit: Der heimische Holunder wirkt genauso gut wie das exotische Echinacae, um die Abwehrkräfte des Körpers zu stärken. Kapuzinerkresse hingegen wirkt antibiotisch. Aber nicht nur in der Medizin ist es unnötig in die Ferne zu schweifen: „Viele Zusatzstoffe in unserer Nahrung könnte man gut durch Kräuter ersetzen“, weiß die Kräuterpädagogin. Und nicht nur das: Durch die Kräuter benötigt man viel weniger Salz und Fett. „Wir brauchen kein Zitronengras und Sushi, wir haben so viele interessante Kräuter vor Ort um abwechslungsreich zu würzen“, ist auch Ludger Schettel vom gleichnamigen Hotel in Olsberg überzeugt.

Zusammen mit Christoph Menge vom Hotel Menge in Arnsberg und Klaus Knippschild vom Romantik Hotel in Rüthen demonstrierte er mit genussvollen Kreationen, wie schmackhaft die heimische Kräuterküche ist. Alle drei gehören der Initiative „Westfälisch genießen“ an, die sich für die regionale Küche stark macht. Sie verleiht ein Gütesiegel an Restaurants, welche die westfälische Küche pflegen, veröffentlicht Rezepte und Kochbücher und organisiert Kochshows und Kurse für Hobbyköche und Profis. Die Initiative gibt es schon über 20 Jahre, berichtete Olsbergs Bürgermeister Wolfgang Fischer. Aus einer Metzgerfamilie stammend, ist er von Haus aus der fleischhaltigen Küche verpflichtet. Dennoch sagte er: „Gemüse und Kräuter sind entscheidend für den Geschmack eines Gerichtes.“ Von der Einrichtung eines „Veggie Day“ wie er politisch gefordert wird, hält er jedoch nichts: „Es sollte jedem selbst überlassen sein, was er isst.“

Der Kräutergarten in Elpe, der direkt gegenüber der Kirche liegt, wird durch die kfd-Gruppe des Ortes gehegt und gepflegt. Wie Ortsvorsteher Wilhelm Judith erklärte, gab es hier schon immer einen Garten. Früher diente er als Schulgarten der Natur- und Pflanzenkunde, bis er Ende der 60er-Jahre durch Geländetausch in den Besitz der Kirche gelangte. „Die Pflanzen hier sind nur ein kleiner Teil der Kräutervielfalt, den die Natur bietet. Der Vorteil ist aber, dass man das was, man braucht, direkt vor der Haustür hat“, erläuterte Lütteken, die im Übrigen kein Problem damit hat, als „Kräuterhexe“ bezeichnet zu werden: „Hexen waren ja früher die heilkundigen, weisen Frauen, die sich mit den Wirkstoffen der Pflanzen gut auskannten. Nun kommt es immer auf die richtige Dosis und Anwendung an: Auch Fingerhut wird medizinisch genutzt – zu viel kann aber tödlich sein.“ Die Köche wussten aber offensichtlich, was sie taten: Die Gerichte sind allen gut bekommen.

Regionale Rezepte findet man auch im Internet unter www.westfaelisch-geniessen.com. (Von Kristin Sens, olsberg@sauerlandkurier.de)

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