Detail- und Kostenplanung 

Kneipp-Erlebnispark in Olsberg: Stadtrat entscheidet am Donnerstag

+
Die endgültige Entscheidung über den geplanten Kneipp-Erlebnispark wird der Stadtrat voraussichtlich am morgigen Donnerstag treffen.

Olsberg. Die Planungen für den künftigen Kneipp-Erlebnispark in Olsberg und Bigge gehen in den „Schlusspurt“: Die Mitglieder des Ausschusses Planen und Bauen informierten sich jetzt über die detaillierten Ausführungsplanungen. Voraussichtlich am morgigen Donnerstag, 13. September, wird der Stadtrat dann eine endgültige Entscheidung über die Ausführung treffen – bevor 2019 die eigentliche Umsetzung erfolgt.

Mit dem Projekt will die Stadt Olsberg ihre innerstädtischen Grünanlagen zu einem modernen Erlebnispark verbinden, der in verschiedenen Stationen die Elemente der Kneippschen Lehre in moderner Form aufnimmt. Anfang 2016 hatte die Stadt Olsberg mit diesem Konzept einen NRW-weiten Wettbewerb gewonnen – und sich damit Fördergelder in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro gesichert, die eine Umsetzung des Kneipp-Erlebnisparkes überhaupt erst ermöglichen.

In der Folge hatten – nach einer notwendigen europaweiten Ausschreibung – zwei Planungsbüros das Konzept in fertige Detailplanungen „gegossen“. Am Haus des Gastes zum Beispiel soll ein Platz für Kommunikation entstehen – mit Info-Point und Armbecken. Zum „Olsberg-Eck“ wollen die Planer die Landschaftsspitze im Mündungsbereich des Gierskoppbachs in die Ruhr ausbauen: Die beiden Brücken, die von Nord- und Südseite zusammentreffen, sollen zu einem Platz geöffnet werden, von dem aus über eine Treppenanlage das Wasser erreicht werden kann.

Das Areal des früheren Minigolfplatzes wird zum „Lernort Kneipp“: Hinter einer Liegewiese sollen entsprechend der Kneippschen Säulen Kräuter und Ernährung im vorderen Bereich Kräuterbeete angelegt werden. Ein Pavillon könnte zum Ausgangspunkt für Führungen werden. Weiter führt der Weg in den hinteren Bereich der Anlage wo – symmetrisch angeordnet – Bäume mit alten Obstsorten wachsen sollen.

Der Kneipp-Park Dr. Grüne steht im Konzept des Kneipp-Erlebnisparks für „Balance und Wasser“. Ein kleiner Platz soll – von der Westseite kommend – das Gelände öffnen und an einen Teich angrenzen, der vom Wasser aus der Gierskopp gespeist wird. Abgetrennt davon soll ein neues Tretbecken angelegt werden. Ein besonderer Akzent wird zudem im Bereich der Bigger Ruhrauen gesetzt werden, wo eine 28 Meter lange bogenförmige Brücke zum westlichen Wendepunkt des Kneipp-Aktivweges werden soll, der die einzelnen Stationen verbindet.

Mehrkosten von rund 580.000 Euro

Auf Basis der Detailplanungen haben die beauftragten Büros nun eine genaue Kostenberechnung erstellt. Ergebnis: Gegenüber der ersten – groben – Kostenschätzung aus dem Jahr 2015, die auch Bestandteil der Projektbewerbung war, haben sich Mehrkosten von rund 580.000 Euro ergeben, rechnete Hubertus Schulte, Leiter des Fachbereichs Bauen und Stadtentwicklung, vor. Hauptursachen dafür: Die damalige – ungenaue – Kostenschätzung, allgemeine Kostensteigerungen, die sich seit 2015 ergeben haben sowie zusätzliche Bestandteile, die in die Planungen aufgenommen worden sind.

Gemeinsam mit den Planungsbüros hat die Stadtverwaltung daraufhin untersucht, wie Einsparungen umgesetzt werden können, ohne dass das Projekt seine Gesamtkonzeption verändert. Ergebnis: Die Mehrkosten, so die Stadtverwaltung, könnten um knapp 200.000 Euro verringert werden. Zum Beispiel könnte die Freitreppe, die den Platz am Haus des Gastes mit dem Generationenpark verbindet, wegfallen. Auch der „Lernort Kneipp“ könnte insgesamt kleiner werde; auch beim „Sprung über das Wasser“ und der Brücke in Bigge sind Einsparungen denkbar.

Die Überschreitung des eingeplanten Budgets würde sich damit auf etwa 380.000 Euro reduzieren, so Hubertus Schulte. Möglich seien natürlich weitere Einsparungen – etwa der Verzicht auf das „Olsberg-Eck“ und Plexiglas-Elemente an der Brücke in den Bigger Ruhrauen. Auch ein Pavillon am „Lernort Kneipp“ könnte weniger hochwertig als geplant ausgeführt werden. Allerdings: Bei allen Einsparungen müsse man darauf achten, dass das Projekt seinen Gesamt-Charakter nicht verändere – sonst könne unter Umständen sogar die Förderfähigkeit komplett wegfallen.

Die Ratsfraktionen wollen nun über die Planungen weiter beraten. In ersten Stellungnahmen betonten sie jedoch die hohe Bedeutung des „Olsberg-Ecks“ für das Gesamt-Projekt. Der höhere Eigenanteil sei äußerst schmerzhaft, fasste Bürgermeister Wolfgang Fischer zusammen: „Aber er steht in keinem Verhältnis zum Mehrwert, den wir mit dem Kneipp-Erlebnispark erzielen.“

Die Sitzung des Stadtrates beginnt am morgigen Donnerstag, 13. September, um 17 Uhr im Rathaus und ist öffentlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare