Vor der Wahl am Sonntag

Kommunalpolitik in Olsberg: Die Themen, die bewegen

Der geplante Verkauf und Abriss eines Gebäudeteils der Offenen Ganztagsschule in Bigge zur Erweiterung der Elisabeth-Klinik erregt seit Februar die Gemüter.
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Der geplante Verkauf und Abriss eines Gebäudeteils der Offenen Ganztagsschule in Bigge zur Erweiterung der Elisabeth-Klinik erregt seit Februar die Gemüter.

Olsberg – Vor der Kommunalwahl kommen nochmal die Themen auf den Tisch, die die Bürger bewegen.

Bildungswerkstatt/alte Volksschule in Bigge

Der geplante Verkauf und Abriss eines Gebäudeteils der Offenen Ganztagsschule in Bigge zur Erweiterung der Elisabeth-Klinik erregt seit Februar die Gemüter. Alle Ratsfraktionen lehnten eine schnelle Veräußerung ab und verlangten eine öffentliche Vorlage zur Diskussion. 

Der stellvertretender Fraktionsvorsitzende Jean-Philippe Franke (CDU) versichert jetzt optimistisch: „Es ist wichtig die Schule, aber auch den Gesundheitsstandort mit Notarzt zu sichern. Wir werden eine Win-Win-Lösung für alle Beteiligten finden.“ Das Gutachten liegt zwar nicht in der Schublade, soll aber in weniger als einem Jahr zur Entscheidung zur Verfügung stehen. 

Uta Weigand (Grüne), Ausschuss Bildung, Sport und Freizeit, beklagt eine viel zu späte Information des Ausschusses. Aktuell steht die Sorge des Verkaufs in der Oktobersitzung des Rates, ohne das nötige Gutachten zum Platzbedarf abzuwarten, im Raum. 

Fraktionsvorsitzender Rudolf Przygoda (SPD) lehnt einen Beschluss ohne vorliegendes Gutachten der Prüfungsgesellschaft ab: „Wir sind sehr dafür der Klinik zu helfen, allerdings erst wenn eine für alle verträgliche Lösung vorliegt.“ 

Fraktionsvorsitzender Karl Heinz Weigand (Grüne) sieht das Raumangebot auch mit eventuell geplanten Containerbauten als nicht ausreichend bei den steigenden Schülerzahlen und bemängelt zusätzlich die fehlende Weitergabe von aktuellen Informationen seitens der Verwaltung. 

Ergänzend stellt Uta Weigand klar: „Es handelt sich hier sogar um eine Inklusionsschule, hier benötigt man mehr und besondere Räume. Zudem gibt es einen Rechtsanspruch für die Schüler auf einen Platz.“ Gerade zu Corona-Zeiten lösen die Pläne, Toiletten und Hygieneräume abzureißen, Unverständnis bei den Grünen aus.

Linienführung der neuen B7n

Das seit Langem bestehende Thema der Linienführung der neuen B7n wird kontrovers diskutiert. Während die SPD enttäuscht ist über das Herausfallen der Variante 1, lehnen die Grünen genau diese Strecke ab. „Es geht nicht nur um den Raubwürger, sondern auch um zahlreiche andere geschützte Tierarten. Eine weiter Verfolgung der Variante 1 würde eine Klage eines Naturschutzbundes nach sich ziehen, mit der Folge, dass die Umsetzung erst in 20 Jahren erfolgt und Antfeld auf eine Ortsumgehung warten muss“, so Vorstandssprecher Stefan Schütte (Grüne). 

Rudolf Przygoda (SPD) wünscht sich eine ergebnissoffene Diskussion: „Ich kann nicht sagen, welche Strecke für die Altenbürener und Briloner die Beste ist, das muss vor Ort geprüft werden. Es ist nur ein Trauerspiel, wie lange sich das schon hinzieht.“ 

Die CDU drängt auf einen endgültigen Beschluss zur Linienbestimmung durch die Räte in Olsberg und Brilon noch in diesem Jahr: „Naturschutz und Artenschutz haben sicherlich ihre Berechtigung. Die Schutzbedürfnisse der betroffenen Bürgerinnen und Bürger kommen uns allerdings entschieden zu kurz.“

Windkraft

Ebenso gibt es beim Thema Windkraft unterschiedliche Ansichten. Für die Freien Demokraten, die sich erstmals in Olsberg für den Stadtrat zur Wahl stellen, erklärte der zweite Vorsitzende Didi Burmann (FDP): „Wir setzten uns dafür ein, unsere Berge so zu erhalten wie sie sind. Man hört es von Brilon, wie viele Bürger die Nase inzwischen voll haben.“ Die FDP begrüßt das Pausieren des Planverfahrens für die Windkraft-Nutzung. 

Jean-Philippe Franke (CDU) erklärte: „Wir warten die anstehenden Entscheidungen von Bund und Land ab, um rechtssicher zu planen.“ 

Karl Heinz Weigand (Grüne), der die Windkraft als absolut notwendig sieht, sorgt sich dagegen um einen Wildwuchs von Windrädern: „Es ist fraglich, wie lange die Investoren warten. Hier im windhöffigsten Gebiet im Sauerland werden die ihre Interessen mit Anträgen nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) durchsetzen.“ 

Stefan Schütte (Grüne) sieht die Hochsauerlandenergie in der Pflicht: „Wir müssen der Pflicht nachkommen, regenerative Energien zu erzeugen. Mit 14 Windräder könnte der örtliche Haushaltsstrom gedeckt werden, mit weiteren regenerativen Energien wären wir in den nächsten Jahren klimaneutral.“

Alter Krankenhaus-Standort

Die Entwicklung des alten Krankenhaus-Standortes ist der CDU jetzt wichtig. SPD und FDP gehen beim Thema Stadtentwicklung konform: „Es ist toll was in Olsberg alles passiert ist und es sieht gut aus, jedoch dürfen wir bei allen Tätigkeiten die Dörfer nicht vergessen.“ 

Didi Burmann (FDP) erinnert an die zahlreichen Gästebetten in den Ortsteilen und Rudolf Przygoda (SPD) ist es wichtig das Ehrenamt zu fördern. „Die freiwilligen Helfer halten die Dorfgemeinschaften aufrecht und müssen von der Politik unterstützt werden “, zollte Przygoda besonders den Ehrenamtlern der Rettungs- und Feuerwehrkräfte seinen Respekt. 

Hinter der Digitalisierung steht nicht nur Stefan Schütte von den Grünen, mit Dominik Stahl (Vorsitzender FDP) und Paul Vorsmann (Beisitzer FDP) sitzen vielleicht auch zukünftig kompetente Experten im Rat. Die Ergebnis-Präsentation der Kommunalwahlen können Interessierte am Wahlabend ab 18 Uhr unter Einhaltung der Hygiene-Schutz-Maßnahmen in der Konzerthalle live miterleben. Die Resultate werden aber auch direkt auf der SauerlandKurier-Homepage einsehbar sein.

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