Neues Bildungskonzept für Menschen mit Behinderung

Kreative Konzepte gefragt

Die Teilnehmer der Fachtagung, Vertreter des Josefsheims und Partner aus der Schweiz, Rumänien, Nord-Irland und den Niederlanden tauschten sich in Bigge über ein neues berufliches Förderkonzept für Menschen mit Behinderung aus. Foto: Stephanie Schwermer

Mit etwa 120 Teilnehmern aus fünf europäischen Ländern endete das Projekt „We empower uS bH“ nach zweieinhalb Jahren mit einem Symposium im Josefsheim Bigge.

„Bessere Berufschancen für Menschen mit Spina bifida und Hydrocephalus in Europa“ lautete die Tagung mit vielen Vorträgen, acht Workshops und einer abschließenden Podiumsdiskussion.

„Ein großer Vorteil des Projekts liegt darin, dass wir voneinander lernen können, da in den beteiligten Ländern unterschiedliche Situationen vorherrschen“, so Mario Polzer vom Josefsheim Bigge. Spina bifida ist eine angeborene Querschnittslähmung, die viele Menschen an den Rollstuhl fesselt. Bei Menschen mit Hydrocephalus ist der Hirnwasserkreislauf gestört. Menschen mit diesen beiden Behinderungen leiden häufig unter beruflicher Unzufriedenheit. Oft arbeiten sie in Büro- oder Verwaltungsjobs, obwohl ihre Neigungen und Wünsche ganz anders sind. Um diesen Missstand zu verbessern, haben sieben Partner unter der Leitung des Josefsheims (Projektleiter Martin Künemund) ein neues berufliches Förderkonzept für Menschen mit Behinderung entwickelt.

Bei dem von der Europäischen Union geförderten Projekt diskutierten am vergangenen Donnerstag in Bigge Menschen mit Behinderung, Selbsthilfeverbände und Einrichtungen zur Beruflichen Rehabilitation. So lautete ein Workshop beispielsweise: „Erfahrungsaustausch zum Arbeitsleben unter Teilnehmern mit Spina bifida und Hydrocephalus“. Prof. Dr. Horst Biermann von der TU Dortmund betonte, dass kreative Konzepte gefragt sind und „dass wir neu denken lernen müssen“. Im weiteren Verlauf der Podiumsdiskussion betonte der Moderator Polzer, wie wichtig ein ganzheitlicher Ansatz sei. Es gehe nicht nur um Arbeit, sondern auch um Wohnen, Sport und vieles mehr bei Menschen mit diesen Behinderungen.

Bis jetzt haben die Projektteilnehmer viel zustande gebracht und umgesetzt, jedoch bleibt noch viel zu tun, so die einhellige Meinung der Diskussionsteilnehmer. Der Autor Felix Bernhard schilderte seine Eindrücke während seiner abenteuerlichen Pilgerreise allein von Frankfurt nach Jerusalem im Rollstuhl. Seit Jahren träumte er von diesem „Großprojekt“, bis er es 2012 nach etwa fünfjähriger Vorbereitungszeit verwirklichte

Weitere Info zu diesem komplexen Thema unter www.we-empower-us.eu bzw. zum Autor www.felixbernhard.de. (Von Stephanie Schwermer, olsberg@sauerlandkurier.de)

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