NRW-Umweltminister über geplanten Bürgerpark informiert

Lokale Wertschöpfung

Bernd Simon (links) und Franz-Josef Klüppel (rechts) luden Minister Johannes Remmel ein, sich über den aktuellen Projektstand zu informieren.

Die Landesregierung NRW hat sich das Ziel gesetzt, den Anteil des Stroms aus Windenergie von derzeit knapp vier Prozent bis 2020 auf mindestens 15 Prozent zu steigern.

Einen Besuch des NRW-Umweltministers Johannes Remmel im Zentrum Holz/ I.D.E.E. in Olsberg nahm die Waldgenossenschaft Forstinteressentenschaft Assinghausen zum Anlass, ihn über ihre Planungen für einen geplanten Bürgerwindpark am Standort Heidkopf zu informieren und lud den Minister zur Besichtigung der potentiellen Windvorrangzone ein.

Der Heidkopf in der Gemarkung Assinghausen ist einer der fünf möglichen Windkraft-Standorte in der Stadt Olsberg. Eigentümer dieser Flächen – 2007 zum großen Teil durch „Kyrill“ verwüstet – ist die örtliche Waldgenossenschaft Forstinteressentenschaft, eine Gemeinschaft aus 24 Assinghauser und vier Bruchhauser Familien mit insgesamt 110 Angehörigen.

„Schon seit über zwei Jahren laufen die Planungen für einen Bürgerwindpark, der aus maximal fünf Windenergieanlagen E 101 des Herstellers Enercon bestehen soll“, so Vorsitzender Bernd Simon. Bereits Ende März wurde das Projekt bei einer Informationsveranstaltung vorgestellt (SauerlandKurier berichtete).

Ein Hauptthema war die lokale Wertschöpfung. „Alle interessierten Bürger aus der ganzen Stadt Olsberg haben die Möglichkeit, sich direkt oder indirekt am Windpark zu beteiligen“, so der Vorsitzende. Seit der Veranstaltung habe sich schon eine beträchtliche Anzahl möglicher Investoren beim Vorstand vormerken lassen; unter anderem aus dem Nachbarorten und der Kernstadt Olsberg. Die Stadt Olsberg werde zusätzlich nicht unerhebliche Gewerbesteuern aus dem Windpark generieren können. Die Forstinteressenten haben ferner beschlossen, einen Teil der Pachteinnahmen an gemein-nützige Vereine, Feuerwehren und sonstige Einrichtungen zu spenden. Bernd Simon: „Wir wollen, dass alle umliegenden Ortschaften von der Windkraft profitieren.“

Pieper Holz möchte Anlage übernehmen

In Assinghausen ist geplant, und das dürfte in der Stadt Olsberg einmalig sein, dass eine Windenergieanlage des Windparks am Heidkopf vom örtlichen Sägewerk Pieper-Holz übernommen und zur Stromversorgung selbst betrieben wird.

Ob sich Windenergieanlagen mehr oder weniger gut in die Landschaft einfügen, daran „scheiden sich die Geister“. Dass Tourismus und Windkraft kein Widerspruch seien, zeige eine aktuelle Besucherbefragung vom Naturpark „Hohes Venn“ in der Eifel zur Akzeptanz von Windkraftanlagen aus dem Jahre 2012, führt die Waldgenossenschaft an. Von 1.326 befragten Personen empfinden demnach 60 Prozent die Windkraftanlagen als nicht störend. 91 Prozent der Probanden würden auf Grund von Windkraftanlagen nicht auf einen Besuch in der Eifel verzichten. „So mag es sogar touristisch reizvoll sein, einen Ort zu besuchen, wo man Natur, Energiegewinnung und touristische Aktivitäten unter einen Hut gebracht hat“, heißt es in der Pressemitteilung.

„Insbesondere junge Leute denken anders – 84 Prozent würden neue Windräder in der Nachbarschaft akzeptieren. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Mai 2013 in NRW im Auftrag des Wirtschaftsministeriums durchgeführt hat“, heißt es in der Pressemitteilung weiter,

Der Projektierer juwi Energieprojekte ist vom windhöffigsten Standort in der Stadt Olsberg überzeugt und hat bereits im vergangenen Jahr umfangreiche Untersuchungen aller relevanten Vogel- und Fledermausarten durchführen lassen. Artenschutzbelange haben dazu geführt, dass eine geplante Windkraftanlage nicht realisiert werden kann. Im Übrigen seien keine weiteren negativen Auswirkungen durch das Vorhaben zu erwarten. Darüber hinaus gebe es eine Anschlusszusage des Netzbetreibers RWE, so dass auch die Stromabnahme geregelt ist.

Weitere Info zum geplanten Bürgerwindpark am Heidkopf, insbesondere zu den Möglichkeiten der Olsberger, sich an der Energiewende zu beteiligen, können unter www.windpark-heidkopf.de im Internet abgerufen werden.

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