Per Mausklick die perfekte Wanderstrecke finden

Kreisgebiet. (tomo) Der Bergwanderpark Sauerland ist riesig. Sämtliche markierten Wanderwege spannen ein Streckennetz von 2400 Kilometern Länge. Wie soll da der Wanderer die Route finden, die seine Ansprüche und Wünsche zu 100 Prozent befriedigt? Der Bergwanderpark-Verein hat die Antwort.

Bergwanderpark arbeitet an einmaligem Informationssystem

Gemeinsam mit dem Institut für Natursport an der Deutschen Sporthochschule Köln entwickelt der Bergwanderpark ein bundesweit einmaliges Wanderinformationssystem (WIS). Kurz: Via Internet soll der Wanderfreund künftig die Möglichkeit haben, seine Anforderungen an die Wanderstrecke zu formulieren, das WIS bastelt ihm eine entsprechende Route.

Die Projektleiter Prof. Dr. Ralf Roth und Dr. Achim Schmidt waren in Olsberg, um im Haus des Gastes die große Zahl der Interessierten über das Vorhaben zu informieren. „Wir gehen neue Wege der Informationsmöglichkeit, betreiben aber Technologie mit Augenmaß“, beruhigte Prof. Roth im Keim Befürchtungen vor einem „abgeflogenen EDV-System“.

Das WIS sei ein nächster Schritt in der Entwicklung des noch jungen Bergwanderparks, sagte Olsbergs Tourismus-Chef Karl Metten als Vorsitzender des Vereins. Die Hauptwanderwege der teilnehmenden Kommunen, Olsberg, Brilon, Willingen, Winterberg und Medebach sind zertifiziert oder stehen kurz davor, zahlreiche anliegenden Gastronomen ebenfalls. Mit dem neuen Wanderinformationssystem soll der Besucher künftig aus diesem großen Angebot ein für sich perfekt abgestimmtes Paket schnüren können. In Kürze beginnen die Mitarbeiter des Instituts mit der Datenerfassung. Dazu werden alle 2400 Streckenkilometer abgeradelt, um alle Teilstrecken zwischen Wegekreuzungen metergenau zu messen, charakteristische Fotos werden geschossen. Merkmale wie Steigung, Untergrund, jahreszeitliche Bedingungen werden dabei ebenso notiert und in eine Datenbank eingepflegt.

2400 Weg-Kilometer werden erfasst

Wandersmann- und Frau haben dann die Gelegenheit, am Computer in einer leicht verständlichen Abfragemaske ihre Wünsche an den Wanderweg zu formulieren. Das fängt bei Dingen wie Streckenlänge und Schwierigkeitsgrad an, geht aber viel weiter. Gesundheitsparameter für die körperliche Belastung, Sehenswürdigkeiten, Cafés zur Einkehr bis hin zur Abfahrtszeit des Busses, der den Wanderer zurück zum Quartier bringt, können als Suchvorgabe eingegeben werden. „Bis zu 30 Parameter sind denkbar“, sagt Dr. Schmidt. Aus der Datensammlung schmiedet das Programm die Strecke, die den Wünschen am nächsten kommt. Das besondere: Musste der Wanderer bislang der Beschilderung eines einzelnen Wegesystems folgen, verstrickt das WIS alle angebotenen Wege – ob Haupt-, Themen- oder SGV-Wege. Der Wanderer erhält – ähnlich wie bei der PC-Routenplanung – ein „Roadbook“, einen Kartenausschnitt oder kann sich sogar eine Datei auf sein GPS laden. Metergenau wird er durch den Wald gesteuert.

100.000 Euro soll das WIS die fünf Kommunen Kosten, das Land hat einen Zuschuss von 30.000 Euro für dieses Alleinstellungsmerkmal zugesagt. Winterbergs Tourismusdirektor Beckmann beruhigt aber alle Wandernostalgiker: „Unsere Wanderkarte wird nach wie vor das Hauptinstrument sein.“ Bereits im August soll eine erste Testversion vorgestellt, die endgültige Version auf der Urlaubsmesse CMT im Januar präsentiert werden.

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