Rundwanderung beeindruckt 40 Teilnehmer am Tag des Geotops

Als das Meer Olsberg bedeckte

Im Besucherbergwerk Philippstollen erfuhren die Wanderer, unter welchen harten Bedingungen die Bergleute ihre Arbeit unter Tage verrichteten.

Eine von vielen Veranstaltungen in NRW am „Tag des Geotops“ war eine Wanderung rund um den Eisenberg und eine Befahrung des Philippstollens in Olsberg.

Diplom-Geologe Klaus Steuerwald, Abteilungsleiter beim Geologischen Dienst NRW in Krefeld führte eine 40-köpfige Gruppe aus naturkundlich und geologisch interessierten Wanderern an.

In nur drei Stunden Wanderzeit hat er den Teilnehmern ein Zeitfenster aus der Erdgeschichte von nicht weniger als rund 15 Millionen Jahren geöffnet. Vor 390 Millionen Jahren, als das Meer noch weite Bereiche von Olsberg und Brilon bedeckte und dieser Kontinent noch am Äquator lag, gab es dort auch Untiefen, Vulkane und Riffe. An Felsklippen erkannten die Wanderer Hinweise auf alten Meeresboden und vulkanische Tätigkeiten. Klaus Steuerwald veranschaulichte die Entstehung der Vulkane und ihrer Ablagerungen bis hin zur Bildung der Roteisenstein-Erzlagerstätte am Eisenberg, die fast 400 Millionen Jahre alt ist. An Aussichtspunkten erläuterte er den Wert der Erdwissenschaften für die heutige Planung und schilderte die Zusammenhänge zwischen geologischen Befunden und den sichtbaren geomorphologischen und bergbaulichen Phänomenen

Harald Knoche vom Rothaarsteigverein zeigte auf, welche positiven wirtschaftlichen Effekte die Anlage themengebundener Wanderwege für das Sauerland hat. Er verwies auf die gemeinsam von Rothaarsteig und dem Geologischen Dienst NRW erstellten Schautafeln und den Geologischen Wanderführer zum Rothaarsteig. Günter Senger und seine Mitstreiter vom Arbeitskreis Bergbau des Heimatbundes der Stadt Olsberg wiesen die Gruppe auf einige interessante montanhistorische Punkte (alte Stolleneingänge, Tagebrüche, Verladestationen für das Erz) hin. Während der Führung im Besucherstollen (Phillippstollen) vermittelten sie eindrucksvoll, wie die Bergleute bis zum Ende ihrer Tätigkeit im Jahre 1916 das Eisenerz abgebaut und gefördert haben. Viele Besucher waren fasziniert von den Tätigkeiten der Bergleute, die sie unter harten Bedingungen verrichteten.

„Die vielen positiven Rückmeldungen zeigen nicht nur, dass die geowissenschaftliche Wanderung großes Interesse geweckt hat, sie zeigen auch, wie wichtig die Konservierung des heimatlichen Wissens im Zusammenhang mit der geologischen Entstehung dieses Raumes ist“, resümieren die Veranstalter.

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