Mehr als 400 Meister aus Südwestfalen nehmen Zertifikate entgegen

Meisterschal trifft Meisterbrief

Gleich beim Betreten der Konzerthalle Olsberg wurden alle frischgebackenen Meister mit einem roten „Meister 2012“-Schal ausgestattet, den die meisten stolz während des offiziellen Teils der Feier trugen.

Eingeladen waren am vergangenen Samstag alle 407 Meister, die 2012 vor der Handwerkskammer Südwestfalen ihre Prüfung abgelegt hatten.

Von Christine Müthing

Bäckermeister Guido Dierks (23) war mit seinen Eltern extra aus Langeoog angereist, um seinen Großen Meisterbrief persönlich in Empfang zu nehmen. In Bäckerkreisen genießt die Erste Bäckerfachschule in Olpe einen hervorragenden Ruf, wie Schulleiter Leo Trumm im Gespräch mit dem Präsidenten der Handwerkskammer, Willy Hesse, Landrat Dr. Karl Schneider und der Moderatorin Michaela Padberg feststellte. Deshalb kommen dorthin regelmäßig Meisterschüler aus dem gesamten Bundesgebiet. Mit 84 erfolgreichen Absolventen stellten die Bäcker die größte Gruppe, gefolgt von 73 Kraftfahrzeugtechnikern und 35 Elektrotechnikern. Trumm hatte für jeden Meister als Geschenk ein speziell kreiertes Brot dabei, „frisch gebacken – mit Brief und Siegel“.

Michaela Padberg begrüßte im Publikum zahlreiche prominente Vertreter aus der Politik und den Handwerksorganisationen, von den Partnern des Handwerks und die vielen Angehörigen und Freunde der Meisterschüler.

„Erfolgstypen“ vorgestellt

Um dem Nachwuchs zu zeigen, was mit einem Meisterbrief in der Tasche alles möglich ist, stellten sich beispielhaft „zwei Erfolgstypen“, die es schon geschafft haben, im Gespräch mit Padberg vor. Metallbaumeister Hubertus Dünnebacke aus Schmallenberg-Sorpetal hat nach seiner Meisterprüfung vor vier Jahren den Betrieb „Schmiedewelten“ gegründet. Hier wird handwerkliches Geschick mit künstlerischer Kreativität kombiniert. „Doch ein solcher Schritt ist nur möglich, wenn die Familie dahinter steht, denn gerade zu Beginn der Selbständigkeit ist eine 60-Stunden Woche der Normalfall“, war sein Rat an die jungen Meister. Sieben Jahre zog Konditormeister Normann Weßling quer durch Deutschland und das benachbarte Ausland, ehe er sich in Lüdenscheid seinen Traum vom Kaffeehaus nach Altwiener Tradition erfüllte.

„Der Obel“ sorgte mit seiner Comedy-Show für zahlreiche Lacher in der Konzerthalle. Bei seiner Hitparade der Handwerkersprüche, von „Dat hält“ bis zu „In drei Tagen sehen sie das gar nicht mehr“, war für fast jede Situation, in die ein junger Meister geraten kann, etwas dabei.

Und dann wurden die ersehnten, mit viel Geld, Fleiß und Nervenstress erkämpften Meisterbriefe überreicht. Auch Zimmerermeister Falko Heckmann (28) aus Brilon nahm stolz die Urkunde in Empfang. „Der Rahmen der Veranstaltung gefällt mir gut. Besonders die Comedy mit „Der Obel“ war richtig lustig und der Meisterschal, der einen immer wieder an diesen Tag erinnert, ist eine tolle Idee“, so sein Fazit.

Nach wie vor dominieren bei Veranstaltungen der Handwerkskammer die Männer. 2012 haben 49 Frauen ihre Meisterprüfung absolviert, davon die meisten in den typisch weiblichen Handwerksberufen. Es gibt 23 neue Friseur-, neun Konditor- und acht Bäckermeisterinnen.

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