Mitmachen möglich machen

Registrieren steigendes Interesse am Bildungs- und Teilhabepaket: Denise Schake (links) und Lena Groß-Bölting vom Jobcenter der Stadt Olsberg

Mitmachen möglich machen - das soll das Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung. Inhalt des "Pakets": Sach- oder Dienstleistungen, mit denen die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen an Sport, Musik oder Kultur, an Schulausflügen und am gemeinsamen Mittagessen in Schule oder Kita gefördert wird.

Damit diese Unterstützung noch zielgerichteter bei den "Empfängern" ankommt, hat im Januar Denise Schake ihre Tätigkeit als Schulsozialarbeiterin bei der Stadt Olsberg aufgenommen. Mit Erfolg: Das Interesse am Bildungs- und Teilhabepaket ist bereits jetzt deutlich angestiegen.

"Das Bildungs- und Teilhabepaket schafft echte Möglichkeiten für junge Menschen", sagt Schake, "wichtig ist, dass sie auch in Anspruch genommen werden." In Olsberg ist das der Fall: Während es im Jahr 2011 pro Monat rund 15 bis 20 Anträge gegeben habe, sei deren Zahl auf 50 bis 60 pro Monat angestiegen, so Lena Groß-Bölting, zuständige Mitarbeiterin im Jobcenter der Stadtverwaltung: "Die jungen Menschen bekommen das Schulmaterial, das sie brauchen, und Lernförderung, wenn ihre Versetzung gefährdet ist."

Besonders häufig nachgefragt: die Unterstützung für die Teilnahme an Klassenfahrten. Es müsse nun nicht mehr sein, dass Kinder aufgrund von finanziellen Engpässen in der Familie zuhause bleiben müssten, so Denise Schake. Häufig sei zu beobachten, dass die Möglichkeiten des Bildungs- und Teilhabepakets gar nicht richtig bekannt seien: "Meist wissen Eltern gar nicht, dass alle Kosten in Zusammenhang mit einer Klassenfahrt übernommen werden können." Ebenfalls stark nachgefragt: Unterstützung für die Teilnahme an Mittagessen im Rahmen der Übermittagsbetreuung.

"Aufgeschnürt" wird das Bildungs- und Teilhabepaket für alle Familien, die berechtigt sind, Leistungen nach dem SGB II - insbesondere Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld - oder Sozialhilfe, Wohngeld, den Kinderzuschlag oder bestimmte Leistungen nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz zu beziehen.

Sorge vor vermeintlich komplizierten Antragsformularen, fehlendes Wissen um die Förderung oder ganz einfach Scheu vor dem Gang zum "Sozialamt" - die Gründe für die geringe Zahl der Anträge im vergangenen Jahr seien wohl vielfältig, vermutet Lena Groß-Bölting. Die Schulsozialarbeiterin Denise Schake will deshalb vor allem informieren und unterstützen. Sie hilft bei Bedarf beim Ausfüllen der Anträge oder berät sogar Familien zuhause, wenn diese nicht in die Schulen oder ins Olsberger Rathaus kommen möchten. Viele Eltern seien dankbar für diese Unterstützung, so die Schulsozialar-beiterin, die sogar bereits einen Dankesbrief bekommen hat. Auch die Schulen selbst begrüßen ihre Tätigkeit: "Die Abrechnung von schulischen Aktivitäten, die Geld kosten, sind jetzt einfacher. Früher mussten Schulen mitunter recht lang auf ihr Geld warten.

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