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423 neue Meister erhielten ihre Zertifikate – davon 50 Frauen

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Jakob Appelhans, Gregor Stapper und Ralph Werthebach (v.l.) erhielten als besondere Auszeichnung einen Schmuckmeisterbrief.

Olsberg/Hochsauerland. In feierlichem Rahmen wurden am frühen Samstagabend in der Konzerthalle Olsberg insgesamt 423 neue Meister, davon 50 Frauen, mit dem wohlverdienten Meisterbrief von der Handwerkskammer Südwestfalen ausgezeichnet. „Sie dürfen stolz auf das Erreichte sein. Es ist der richtige Weg den sie eingeschlagen haben. Sie haben sich mit ihrem Abschluss für Qualität entschieden“, stellte Moderatorin Michaela Padberg direkt zu Beginn der „meisterhaften“ Veranstaltung fest.

Mit insgesamt 91 Meisterbriefen verzeichneten die Kraftfahrzeugtechniker den größten Zuwachs, gefolgt vom Bäckerhandwerk mit 57 bestandenen Prüfungen, den Installateuren und Heizungsbauern mit 42 sowie den Elektrotechnikern mit 41. Handwerkskammerpräsident Willy Hesse lobte zusammen mit HwK-Hauptgeschäftsführer Meinolf Niemand den Einsatz der frisch gebackenen Meister. „Der Kampf um Fachkräfte ist in vollem Gange. Der Meisterbrief mit der damit verbundenen Qualifikation zählt gravierend. Unsere Ausbildungen mit den entsprechenden Abschlüssen sind herausragend in Europa. Bei den jungen Leute muss in die Köpfe rein, dass Ausbildungen im Handwerk eine Zukunft haben und ständige Schulungen als auch Weiterbildungen erforderlich sind“, so Willy Hesse. Meinolf Niemand unterstrich die lobenden Worte und gab den frisch „gebackenen“ Meistern für die Zukunft mit auf den Weg, dass Meisterbetriebe explodieren: „Als 2004 die Handwerksnovelle geändert wurde und viele Handwerksberufe somit meisterfrei wurden, ging es in vielen Betrieben bergab. Sie haben sich ganz schnell ohne Meister wieder verabschiedet. Die Rückvermeisterung ist in Berlin ein Thema. Wir sind auf einem guten Weg.“

Gleichzeitig hoben beide das Ehrenamt hervor, stellten klar und deutlich heraus, wie wichtig Engagement im Prüfungsausschuss, in der Innung, Kreishandwerkerschaft oder auch in der Feuerwehr und beim Sport sei.

Erfolgstypen, die sich engagieren

Erfolgstypen, die sich engagieren, die Visionen haben und gleichzeitig als Vorbilder dienen, stellte Moderatorin Michaela Padberg anschließend auf der großen Bühne vor. Konditor- und Bäckermeister Gregor Stapper aus Brilon, der seine Kekse online individuell selbst von jedem User mit eigenem Logo gestalten lässt, sagte von sich, dass selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihm „angebissen“ habe.

Aber auch Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister und Betriebswirt (HWO) Ralph Werthebach aus Netphen punktete vor dem Publikum mit seinem Einsatz: „Ich führe die Familientradition fort. Mein Vater sagte damals als ich erst mit dem Beruf des Bäcker liebäugelte: ,Kekse kannste essen, aber die Fliesen siehste in 30 Jahren noch'. Nach einem schweren Unfall und einem Jahr Klinikaufenthalt machte ich dann anschließend in 18 Monaten meinen Bachelor. Das hat mich geprägt und nach vorne gebracht. Ich habe drei Jahre im Rollstuhl gesessen und darum einen Verein gegründet, der gesunde und kranke Menschen zusammenbringt.“

Installateur- und Heizungsbauermeister mit Bachlor of Enginering, Jakob Appelhans, aus Sundern-Hagen, stellte anschließend heraus, wie wichtig Weiterbildung kombiniert mit Digitalisierung ist: „Unsere Jungs bekommen sofort ein Tablet in die Hand gedrückt, sobald sie mit ihrer Ausbildung beginnen. Meine Philosophie lautet: Die Leidenschaft zum Handwerk kommt vom Herzen. Mir hat meine Meisterschule Spaß gemacht, denn ich habe darin eine große Chance gesehen.“ Alle drei erhielten zum Dank einen Schmuckmeisterbrief.

Nach dem humorvollen und wortwitzigen Auftritt von Comedian Lisa Feller aus Münster, bei dem so manche Lachträne kullerte, wurden schließlich unter nicht enden wollendem Applaus und Blitzlichtgewitter die langersehnten Meisterbriefe ausgehändigt. Musikalisch untermalt wurde die Meisterfeier in der Olsberger Konzerthalle von „Deluxe the radioband“.

Meisterfeier der Handwekskammer Südwestfalen in der Konzerthalle Olsberg

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