Hilferuf an die Politik - aber auch an Mitbürger

"Nicht mehr arbeitsfähig": Ambulanter Pflegedienst benötigt dringend Hygienematerial

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Weder Schutzkleidung noch Hygienematerialien: Der ambulante Pflegedienst PAPS bittet um Hilfe.

Olsberg – „Eigentlich sind wir gar nicht mehr arbeitsfähig“, ist Anja Vorderwülbecke, Geschäftsführerin der Pflegedienst PAPS GmbH & Co.KG in Olsberg, verzweifelt. Seit drei Wochen kann sie weder Schutzkleidung noch Hygienematerialien bestellen.

Gerade in der jetzigen Corona-Krise sei es existentiell, Mitarbeiter und Patienten – die alle in die Risikogruppe des Coronavirus fallen – zu schützen.

 „Das vorhandene Material reicht gerade noch für eine Woche“, so die Geschäftsführerin. Danach sei es nicht auszuschließen, dass sie den Versorgungsbetrieb nahezu einstellen muss. „Wie geht es weiter? Meine Fürsorgepflicht meinen Mitarbeitern gegenüber rät mir zur Schließung des ambulanten Pflegedienstes. Meine Fürsorgepflicht den Patienten gegenüber lässt mich bezüglich der Schließung ins Zweifeln geraten“, bringt sie ihre Misere auf den Punkt. 

Coronavirus: Brief an Gesundheitsminister

Mit ihrem Hilferuf hat sich Anja Vorderwülbecke nun direkt an NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und Gesundheitsminister Jens Spahn gewandt und wartet noch auf Antwort. „Es kann nicht sein, dass ich vor der Entscheidung stehe, wen ich zuerst schütze – meine Mitarbeiter oder meine Patienten?“ 

Der Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB), den die ambulanten Pflegedienste zugehören, konnte den Olsberger Pflegedienst zunächst nur vertrösten. Die Umverteilung befinde sich momentan in der Umsetzung. „Wir erwarten in den kommenden Tagen eine Erläuterung der Landesregierung, nach welchen Standards die Materialien, von wem ausgeteilt werden“, heißt es vonseiten des VDAB. 

„Wenn wir unsere Patienten nicht mehr versorgen können, müssen sie ins Krankenhaus“, gibt Anja Vorderwülbecke zu bedenken. „Und das in Zeiten, wo jedes Bett für zukünftige Corona-Fälle benötigt wird.“ 

Coronavirus: So kann man helfen

Der Olsberger Pflegedienst sei sicherlich nicht der einzige betroffene Pflegedienst. Bei ihm sei es jedoch akut. Deshalb bittet Anja Vorderwülbecke ihre Mitbürger um Hilfe: „Wer FFP 3-Schutzmasken im Keller für den nächsten Umbau gebunkert hat, möchte sie bitte zum Wohle der älteren und hilfebedürftigen Mitmenschen beim Pflegedienst PAPS, Sachsenecke 7, in Olsberg abgeben.“ Auch andere gelagerte Hygienehilfsmittel wie „einfachen“ Mundschutz (zum Beispiel für OP) Handschuhe, Schutzkleidung, Desinfektionsmittel etc. werden gebraucht und können gerne abgegeben werden.

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