Stellungnahme in puncto Windkraft – Behutsam vorgehen

CDU nimmt Unruhe ernst

Die Debatte über die Ausweisung von Vorrangflächen für die Windkraftnutzung sorgt nicht nur in der Stadt Olsberg, sondern – wie sich mehr und mehr zeigt – im gesamten Sauerland für Unsicherheit und Verärgerung großer Bevölkerungskreise. Der CDU-Stadtverband Olsberg bezieht daher jetzt Stellung zu dem Thema Windkraft in einer Pressemitteilung.

„Der Bau von Windkraftanlagen auf den Höhenzügen des Sauerlandes in unmittelbarer Umgebung der Siedlungen und der Wohnbebauung hat nicht nur Auswirkungen auf das gewachsene und gewohnte natürliche Landschaftsbild, das ja auch bislang als schutzwürdig bei denjenigen galt, die heute eine großzügige Inanspruchnahme wertvoller Flächen befürworten, wenn es um den Ausbau der Windenergie geht.

Die Auswirkungen auf die Lebensqualität in den Wohnstandorten der Bevölkerung, auf die Entwicklung des Tourismus, die Werthaltigkeit des vorhandenen Immobilienbestandes, die weitere Nutzung von bestehender Bausubstanz und die Sicherung der schon dezimierten Infrastruktur in bestimmten Dörfern und nicht zuletzt auf das Wir-Gefühl unserer Sauerländer Heimat sind nach unserer Auffassung bei der anstehenden Auswahl der Standorte von großer Bedeutung.

Auf den Höhenzügen des Sauerlandes entscheidet sich nicht die nationale Energieversorgung, hier geht es nur um eine weitere positive und lebenswerte Entwicklung unserer Heimatregion. Es geht auch nicht darum, ob man für oder gegen Windenergie ist, sondern allein darum, wie viele Standorte und Anlagen ein Landstrich verträgt. Mit den vermutlich in Olsberg im Verfahren befindlichen Standorten und der Zahl der Anlagen sehen wir die Verantwortlichkeit gegenüber Mensch und Natur gefährdet.

Diejenigen in der Bürgerschaft, die die Folgen der Energiewende aufmerksam verfolgen, fragen sich, wer diesen Prozess eigentlich – auch volkswirtschaftlich – steuert. Ihnen geht es um Versorgungssicherheit und bezahlbare Energie für die gewerbliche Wirtschaft und den privaten Verbrauch.

Solange auf jedem nur denkbaren Standort nach der Meinung von Projektierern und Fachjuristen Windenergieanlagen gebaut werden, niemand etwas für einen ähnlich massiven Ausbau von Speichern für die so erzeugte Energie leistet und die Netze für die neue dezentrale Energieerzeugung ertüchtigt, solange werden wir keine Versorgungssicherheit für die Energie aus Erneuerbaren Energien haben und die Preise werden dennoch exorbitant steigen, denn den massiven Ausbau der Windenergie bezahlen wir nicht nur ideell mit der Hergabe der Landschaft, wir bezahlen ihn vor allem aus unserer Tasche in die Taschen derer, die die Anlagen bauen und betreiben.

Wir müssen innehalten, um ein Instrumentarium zu entwickeln, das den Ausbau der erneuerbaren Energien in vernünftige Bahnen lenken kann. Das ist eine Aufgabe für die Landes- und Bundespolitik. Für die Stadt Olsberg bedeutet das, in der Festlegung der Windenergiestandorte behutsam und mit Augenmaß vorzugehen. Dabei muss die Meinung in der Bürgerschaft eine hohe Priorität bekommen. Denn es gilt die vorhandene Unruhe ernst zu nehmen.

Die CDU Olsberg lädt deshalb die Bürger ein, sich in dem demnächst beginnenden formellen Verfahren zur Ausweisung von Windparks einzubringen und die Angebote des Bürgermeisters und der Stadt zu einer offensiven Bürgerbeteiligung anzunehmen. „Nur so können wir ein faires und transparentes Verfahren gestalten, an dessen Ende wir eine Abwägungsentscheidung des Stadtrates erwarten.“

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