Notdienst in Bigge?

Wie geht es weiter mit dem kassenärztlichen Notdienst im Sauerland? Für den Bezirk Olsberg/Bestwig könnte die Ansiedlung des ärztlichen Notfalldienstes an der Elisabeth-Klinik in Bigge gleichermaßen kurze Wege für Patienten sowie organisatorische und wirtschaftliche Vorteile für die Mediziner bringen.

Olsbergs Bürgermeister Elmar Reuter, Frank Leber, Geschäftsführer der Elisabeth-Klinik, und Dr. Stefan Hüttemann, Sprecher der niedergelassenen Ärzte, setzen sich in einem Brief an die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) nachdrücklich für ein solches Modell ein. "Vernetzung und Kooperation sind wirksame Wege zur Bekämpfung des Ärztemangels", zitiert Elmar Reuter eine These der Kassenärztlichen Vereinigung, die diese bei einer gemeinsamen Veranstaltung des Städte- und Gemeindebundes und der KVWL in Münster präsentiert habe. Nun erwarten Reuter, Leber und Hüttemann, dass sich die KVWL ernsthaft mit dieser Lösung auseinandersetzt.

Bereits mehrfach hat die Elisabeth-Klinik ihre Bereitschaft signalisiert, für ein solches Modell Räume im Eingangsbereich kostenlos zur Verfügung zu stellen. Auch die niedergelassenen Ärzte sind bereit, einen an die Bigger Klinik angeschlossenen Notdienst zu erproben.

Hintergrund: Die Kassenärztliche Vereinigung plant, die bisher 17 Notdienstbezirke im HSK auf drei zusammenzulegen und jeweils einem Krankenhaus anzugliedern. Für einen geplanten Bezirk Brilon/Lippstadt sind das Maria Hilf-Krankenhaus Brilon sowie das evangelische Krankenhaus Lippstadt als Standorte vorgesehen. Das wäre ein Lösung, die weder den Bedürfnissen der Bevölkerung im heimischen Raum noch den Vorstellungen der Ärzte nur ansatzweise entspreche, so Elmar Reuter.

Gleichzeitig kritisiert der Olsberger Bürgermeister, dass die Kassenärztliche Vereinigung offensichtlich nicht bereit sei, über Veränderungen ihres geplanten Modells auch nur zu diskutieren. Das Mitwirken von Kommunen und anderen Akteuren könne nicht darin bestehen, das "Konzept der KVWL gegen die Interessen der niedergelassenen Ärzte und der Bevölkerung durchzusetzen", unterstreicht Reuter.

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