Erstes Naturmonument in NRW

NRW-Umweltminister Remmel zeichnet Bruchhauser Steine aus

+
NRW-Umweltminister Johannes Remmel, Hubertus Freiherr von Fürstenberg-Gaugreben, Präsident der Stiftung Bruchhauser Steine, und Wolfgang Fischer, Bürgermeister Olsberg, arbeiteten Hand in Hand, um die Bruchhauser Steine zum ersten Nationalen Naturmonument in Nordrhein-Westfalen auszuweisen.

Bruchhausen/Hochsauerland. Die Bruchhauser Steine blicken auf eine 100 Millionen Jahre alte Geschichte zurück. Jetzt wurde die Felsformation von NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) als Nationales Naturmonument eingeweiht. Es ist die erste Auszeichnung dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Zuvor gab es eine friedliche Demonstration von Windkraftgegnern.

„Die Bruchhauser Steine sind in Nordrhein-Westfalen und bundesweit etwas ganz Besonderes“, sagte Remmel bei der feierlichen Einweihung am Feldstein der Bruchhauser Steine und freute sich über deren Ernennung zu einem Naturdenkmal: „Das unterstreicht die Bedeutung dieser beeindruckenden Felsformation als Zeuge der Kulturgeschichte und als Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.“

Die neue Schutzkategorie des Landesnaturschutzgesetzes ermöglichte die Grundlage für die Ausweisung von Nationalen Naturmonumenten. Bislang gab es bundesweit mit den Ivenacker Eichen in Mecklenburg-Vorpommern nur ein Schutzgebiet dieser Kategorie. Jetzt folgen die Bruchhauser Steine. „Menschen kommen hierher, um die Natur zu erleben“, sagte Remmel. „Dies wird jetzt hoffentlich noch häufiger passieren.“

Die Ausweisung der Bruchauser Steine als Nationales Naturmonument wurde von der Region unterstützt. „Es ist ein Ort, der nicht zu übersehen ist“, sagte Hubertus Freiherr von Fürstenberg-Gaugreben, Präsident der Stiftung Bruchhauser Steine, über die schon von weitem sichtbaren Felsen Bornstein, Goldstein, Ravenstein und Feldstein. Diese überragen den Istenberg um bis zu 90 Meter.

Naturerbe für Zukunft bewahren

„Es ist mir und der Stiftung eine Herzensangelegenheit, dieses wertvolle Naturerbe für künftige Generationen zu bewahren“, sagte Freiherr von Fürstenberg-Gaugreben bei den Feierlichkeiten auf dem verschneiten Istenberg. „Die Felsen hatten in der Menschheitsgeschichte schon immer eine spezielle Bedeutung. Bereits vor 2.500 Jahren wurde eine Wallanlage errichtet, die man auch heute noch rudimentär erkennen kann.“

Die Felsformation ist im 17. Jahrhundert auch als Peilmarke für kalendarische Beobachtungen genutzt worden. Die Felsen beherbergen zudem arktisch-alpine Vegetationsrelike, die bundesweit einen Seltenheitswert besitzen.

Eigentümer der geologisch und historisch bedeutenden Fläche ist die Stiftung Bruchhauser Steine und die Stadt Olsberg. Wolfgang Fischer, Bürgermeister der Stadt Olsberg, freut sich daher über die Auszeichnung: „Neben dem Schutz und der Forschung dient das Nationale Naturmonument auch der Bildung und dem Erlebnis der Bevölkerung. Die Belange von Natur und Mensch werden hier sehr ausgewogen auf einen Nenner gebracht.“

Die Einweihung aus einer anderen Perspektive.

Doch nicht jeder ist mit den sichtbaren Zeichen des Zusammenspiels von Mensch und Natur in der Region zufrieden.

Vor der Einweihung stellte sich der NRW-Umweltminister etwa 80 Demonstranten, die gegen optisch störende Windkrafträder im Bergpanorama des Sauerlandes protestierten und stand ihnen etwa zehn Minuten Rede und Antwort. Die friedliche Kundgebung und das Gespräch mit NRW-Umweltminister Remmel waren vorher mit den Veranstaltern der Einweihung abgesprochen worden.

Mehr Windkrafträder in der Region

„Wir müssen darüber nachdenken, wie wir Atom- und Kohleenergie ersetzen können“, sagte Remmel nach der Einweihung. „Wir werden daher mehr Windkrafträder in der Region haben, aber wir müssen dafür geeignete Orte finden. Darüber muss man dann sprechen.“

Die Liste der Nationalen Naturmonumente soll zukünftig noch weiter ausgebaut werden.

Remmel kündigte zudem an, dass eine Plakette an den Bruchhauser Steinen angebracht werden soll. Diese soll zukünftig auf den Status der Felsformation als Nationales Naturmonument hinweisen.

Kommentare