Offenes Ohr für die Jugend

Die 15-jährige Lisa Busch, Mitglied im "Kodokan Olsberg", kam am vergangenen Dienstag wie zwölf andere Jugendliche in den Ratssaal zum Gespräch mit Bürgermeister Wolfgang Fischer und zeigte sich erfreut: "Ich habe das Gefühl, dass in Olsberg die Jugendlichen ernst genommen werden."

2011 hatte die Stadt die Umfrage "Offene Jugendarbeit" durchgeführt. 113 Jugendliche hatten sich beteiligt, eine Quote von 8,5 Prozent. Nun waren alle Gruppierungen im Stadtgebiet, die Jugendarbeit leisten, eingeladen, Vertreter zu schicken, um das Ergebnis zu konkretisieren. Familienmanagerin Jutta Maas-Osterfeld stellte vor, wie auf der Internet-Seite "www.familienportal-olsberg.de" alle bereits bestehenden Angebote, nach Altersgruppen und Ortsteilen sortiert, zu finden sind.

Norbert Märtin, Fachbereichsleiter für Soziales, zeigte Zahlen der Umfrage, wonach 86 der befragten Jugendlichen mit dem vorhandenen Freizeitangebot zufrieden waren. Genauso viele wären bereit, bei einem konkreten Projekt mitzuarbeiten (24 davon vielleicht). "Das sind doch ganz positive Ergebnisse", so Märtins Überleitung zur Kernfrage der Veranstaltung: Welches zusätzliche Angebot wünscht du dir für Olsberg?

Diejenigen Jugendlichen, die den Weg in den Ratssaal gefunden hatten, legten schnell die anfängliche Scheu ab und artikulierten, wo der Schuh drückt. Das Ideenspektrum reichte vom Vorschlag der besseren Pflege des Sportplatzes beim Josefsheim bis zum Wunsch nach einer Filiale von McDonald's. Laut Fischer hat die Stadt dem Unternehmen sogar Flächen angeboten. "Aber anscheinend ist der Standort Olsberg doch nicht attraktiv genug". Er machte den Jugendlichen Hoffnung, dass sich vielleicht etwas auf den freien Flächen am Bahnhof tun könne.

Es tut sich was in Sachen "Kino"

"Wann bekommen wir in Olsberg endlich einen Kunstrasenplatz und warum gibt es im Aqua Olsberg keine Rutsche", waren die nächsten Fragen. Hinsichtlich des Rasenplatzes stellte Wolfgang Fischer eine mittelfristige Lösung zusammen mit den örtlichen Sportvereinen in Aussicht. Doch gerade hier beklagte ein junger Trainer, dass viele Vereine massive Nachwuchssorgen haben.

In Olsberg fehlt ein Kino. Mareike Körner hatte gute Neuigkeiten. Nach Briloner Vorbild laufen aktuell mit dem Willinger Kinobetreiber Verhandlungen, zunächst vierteljährlich Kinoabende im Kleinen Saal der Konzerthalle anzubieten. Viele Jugendliche vermissen eine Musikkneipe oder einen Treffpunkt in Olsberg. Sophia Loerwald und Daniela Vorderwülbecke aus Gevelinghausen suchen dort ebenfalls einen Raum und beklagen die schlechten Busverbindungen nach Olsberg, insbesondere abends. In der Umfrage hatten sich noch 30 Jugendliche einen Skatepark gewünscht. Bürgermeister Fischer machte an diesem Punkt klar, dass die Stadt viele Dinge nur unterstützen kann: "Ich hätte sogar eine Idee, wo wir einen anlegen könnten. Dies geht aber nur, wenn die Jugendlichen konkret mit anpacken." Er versprach, ein stets offenes Ohr zu haben und forderte die Jugendlichen auf, ihm ihre Ideen zu mailen (wolfgang.fischer@olsberg.de).

Am Ende fanden die beiden Mädchen aus Gevelinghausen es gut, dass der Bürgermeister sich über ihre Vorstellungen informiert hat. "Schade, dass nicht noch mehr Jugendliche gekommen sind, vor allem die Ortsteile waren schlecht vertreten", so ihr Fazit. Wolfgang Fischer betonte nochmals die Wichtigkeit der "Offenen Jugendarbeit" als Anlaufpunkt für Jugendliche ohne Vereinszugehörigkeit. Man wird wohl weiter im Gespräch bleiben.

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