Vier barrierefreie Wanderwege erschlossen

Ohne Stolpersteine

Menschen mit Rollator, Familien mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer können Wanderungen in Olsberg bald auf vier barrierefreien Wanderwegen genießen.

Mit dem Kinderwagen, dem Rollator oder dem Rollstuhl unterwegs – an einem holprigen Wanderweg kann eine solche Tour schneller als erwartet beendet sein.

„Wer sich als Wanderer mit Kinderwagen oder Hilfsmittel auf den Weg macht, plant anders als andere“, weiß Mechthild Funke von der Olsberg Touristik. „Und er braucht andere Informationen.“ Zusammen mit dem Josefsheim Bigge erschließt die Olsberg Touristik deshalb vier barrierefreie Wanderwege im Stadtgebiet.

Alle vier sind Rundwege mit Start und Ziel in Olsberg. Von dort aus geht es nach Helmeringhausen, in die Ruhraue, am Olsberg entlang und ins „Rott“. Die Touren sind zwischen eineinhalb und sechs Kilometer lang. „Olsberg entdecken – ganz ohne Stolpersteine“ lautet der Arbeitstitel des Vorhabens.

„Derzeit erprobt eine Gruppe von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen und Familien mit Kinderwagen die Wege“, sagt Jürgen Mies, Projektmitarbeiter im Josefsheim. Hier entstand die Idee der barrierefreien Wanderwege aus einem anderen, gerade laufenden Projekt zum Thema Mobilität heraus. „Wichtig dabei ist, dass Menschen mit unterschiedlichen Hilfsmitteln eingebunden sind“, erläutert Mies. „Zum Beispiel nimmt ein Mensch mit Rollator einen Weg anders wahr als ein Rollstuhlfahrer, der seinen Rollstuhl mit Muskelkraft bewegt.“ Dementsprechend unterschiedlich werden später die Schwierigkeitsgrade der Rundwege für die einzelnen Personengruppen angegeben.

Die Projektgruppe ist auch mit Gastronomen entlang der vier Routen im Gespräch, um sie als empfehlenswerte Pausenstationen einzubinden. Auch hier ist die Barrierefreiheit das zentrale Thema. Die Tourenbeschreibungen sollen Empfehlungen beinhalten, welche Kneipen, Restaurants und Ausflugslokale problemlos zugänglich sind. Als letzter Projektschritt steht eine Begehung mit einem GPS-Gerät an, um genaue Angaben über die Streckenlängen und Höhenmeter zu machen.

Broschüre mit Karten und Fotos

Die vier Rundwege werden in einer Broschüre dargestellt, die die Olsberg Touristik herausgeben wird. Sie soll bis zum Sommer fertig sein. Darin werden die Wege mithilfe von Karten und Fotos leicht verständlich dargestellt – gerade für Menschen mit Behinderung oft ein wichtiges Qualitätskriterium. Entlang der Strecken soll die Beschilderung in Rollstuhlhöhe angebracht werden.

„Mit dem neuen Angebot möchten wir Olsberg als Gesundheitsstandort weiter stärken und noch mehr junge Familien und ältere Menschen gewinnen“, sagt Mechthild Funke. Im vergangenen Jahr hatten die beiden Projektpartner bereits den barrierearmen Walderlebnispfad „Große Freiheit Siebenstern“ am Langer Berg verwirklicht.

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