„Wählen ist wichtig“

Podiumsdiskussion zur Europawahl: Dr. Peter Liese und Birgit Sippel stellen sich Fragen von Jugendlichen

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Die Jugend befragte die heimischen Kandidaten Birgit Sippel (SPD) und Dr. Peter Liese (CDU) zu aktuellen Europa-Themen. Die von der KLJB initiierte Podiumsdiskussion im frisch renovierten Pfarrheim Bruchhausen stieß auf reges Interesse, rund 30 junge Menschen folgten der Einladung.

Bruchhausen. Kurz vor der anstehenden Europa-Wahl lud die Europa Union Hochsauerland und die KLJB Bruchhausen politische Interessierte zur Podiumsdiskussion mit den heimischen Kandidaten Birgit Sippel (SPD) und Dr. Peter Liese (CDU) ein. Rund 40 überwiegend Jugendliche folgten den Ausführungen.

Die beiden Politiker stellten sich den Fragen, die zum Teil aus der Runde kamen, zum anderen online von der KLJB gesammelt wurden, und legten ihre politischen Zielsetzungen zu den Themen Wirtschaft und Soziales, Landwirtschaft und Umwelt, Sicherheit und Verteidigung, Migration sowie zur weiteren Integration der EU dar.

Als Visionen für Europa hielt Liese fest: „Ich sehe die EU auch noch in 20 Jahren als starke Einheit, dabei sollen alle Länder ihre Identität behalten. Ich sehe uns klimaneutral und mache mich für die Krebsforschung stark. In 20 Jahren soll niemand mehr an Krebs sterben.“ Die in Arnsberg lebende Birgit Sippel sieht unsere Zukunft in den „Vereinigten Staaten von Europa“ mit mehr Rechten für das Parlament. Sie visioniert: „Ich sehe einheitliche länderübergreifende Mindeststandards bei der sozialen Sicherung.“ Dabei betonte Sippel bestehende höhere Standards nicht abzusenken. Beim Statement „Europa, ein Thema für uns alle“ herrscht Einigkeit: „Zur Wahl gehen und eine Partei für Europa wählen ist wichtig.“

Themen Wirtschaft und Umwelt

Durch die Podiumsdiskussion führten Ferdinand Wiegelmann und Marcel Tillmann vom Vorstand der Europa-Union Hochsauerland. Die online eingereichten Fragen stellten die KLJB-Vorsitzenden Beatrix Schröder und Arndt Büker zur Sprache.

Dr. Peter Liese sieht sich als „Anwalt der Arbeitsplätze“ und setzt sich für eine wirtschaftliche starke Region ein, mit der Forderung, dass strengere Standards von Firmen auch erbringbar bleiben müssen. Birgit Sippel hielt dagegen: „Mit der Beschäftigung haben wir ein Problem, woran liegt es, dass Plätze nicht besetzt werden können? Wir müssen Arbeitsplätze erhalten und auch andere Länder unterstützen, denn wer soll unsere Produkte sonst kaufen?“

Beim Thema Umwelt setzt Sippel auf die CO2-Steuer: „Wer CO2 produziert, zahlt drauf. Ebenso müssen wir beim Plastik, bei Pestiziden und der Massentierhaltung nachbessern.“ Liese setzt sich für Klimaneutralität und Luftverbesserung ein, jedoch nicht auf Kosten von Industriearbeitsplätzen und nicht durch Dieselfahrverbote: „Ein Flug nach Malle ist billiger als ein Bahnticket von Düsseldorf ins Sauerland. Zur Unterstützung der Bahn muss der Flugverkehr stärker belastet werden.“ Birgit Sippel geht einen Schritt weiter und spricht intelligente Konzepte für die zahlreichen Lieferfahrzeuge an.

Die Verhältnisse zu Russland und den USA, die erstarkende Wirtschaftsmacht China kamen genauso zur Sprache wie die Barrierefreiheit im öffentlichen Personenverkehr oder die Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung.

Die faire und informative Diskussion endete nach zwei Stunden.

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