Olsberger wollen bis 2017 genug Geld für Luther-Fenster einspielen

Posaunenchor hat eine Mission

Cathrin Kreuzmann überreicht einen Scheck vor dem Entwurf des Luther-Fensters; v.l: Künstler Thomas Jessen, Horst Jerzembek, Cathrin Kreuzmann, Burkhard Krieger.

Barockklänge des Posaunenchors der Evangelischen Auferstehungskirchengemeinde bezauberten kürzlich das Publikum, das zahlreich in die Martin-Luther-Kirche gekommen war.

Die Bläser wollen bis 2017 – dem Jubiläumsjahr der Reformation unter Martin Luther – Geld für ein neues Luther-Fenster in der evangelischen Kirche in Olsberg eingespielt haben. Den Grundstock liefern 3000 Euro, die Cathrin Kreutzmann von der Sparkasse Hochsauerland während des Konzerts überreichte.

Olsberg.

Für ihr Händel-Konzert hatte der Posaunenchor der Martin-Luther-Kirche Olsberg sich weltliche und geistliche Ohrwürmer des deutschen Londoners Georg Friedrich Händel ausgesucht.

„Diese meist gespielten Kompositionen des Barock“, wie Sätze aus der Wasser-und der Feuerwerksmusik, aus dem Dettinger Te Deum und dem „Messias“ – „verlangen den Bläsern alles an Atem-und Blastechnik ab“, erklärte Jerzembek. Damit die Musiker zwischendurch Atem schöpfen konnten, las Pfarrer Burkhard Krieger Informatives und Unterhaltsames aus der Entstehungszeit der Werke vor.

Er versetzte das Publikum auf die Themse bei Nacht, wo der englische König mit seinem Gefolge zu Klängen der Wassermusik bis in die frühen Morgenstunden ein großes Fest feierte. Nur „kriegerische Instrumente“, das sind Trompeten, Hörner und Posaunen und Pauken, verlangte die Feuerwerksmusik, die aus Anlass des Aachener Friedens 1748 den Sieg der Engländer und Österreicher über die Franzosen feierte.

Die Olsberger Bläser haben eine Mission. Bis 2017, dem 500. Jubiläum des Thesenanschlags von Martin Luther, wollen sie genug Geld eingespielt haben, um die Martin-Luther-Kirche mit einem Luther-Fenster auszustatten. Jerzembek bat das Publikum, kräftig zu spenden und bedankte sich für 3000 Euro, die Cathrin Kreutzmann von der Sparkasse Hochsauerland ihm und Pfarrer Burkhard Krieger überreichte.

„Jedes Stück hat seine Eigenart“

Der Esloher Künstler Thomas Jessen erläuterte den Entwurf, der in Originalgröße an der Altarseite der Kirche hing. Mundgeblasenes farbiges Antikglas ist sein Material. „Jedes Stück hat seine Eigenart, keins ist identisch mit einem anderen.“ Senkrechte und waagerechte schmale gelbe Streifen, die parallel zum Fensterrahmen verlaufen, nähmen die Schlichtheit des Kirchenraums aus den Sechzigerjahren auf.

In der Mitte: durchsichtiges Glas, denn so der Künstler: „Ich will durch das Fenster den Himmel sehen.“ Ins untere Drittel wird er Orgel, Posaune und Trompete und das Deckblatt einer Lutherbibel aus dem 16. Jahrhundert malen, beleuchtet von drei Kerzen. Jessen fragt damit: „Wo brennt die Leidenschaft in dieser Gemeinde?“ Horst Jerzembek und sein Bläserchor brennen für die Musik des Barocks.

Am 19. Januar ist das Händel-Konzert noch einmal in der Briloner Stadtkirche zu hören: im Abendgottesdienst um 18 Uhr.

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